Dein Geschäftsjahr lief richtig gut. Der Umsatz ist hoch, Kund:innen sind zufrieden und du auch. Dann kommt nur leider der Steuerbescheid mit einer Steuernachzahlung vom Finanzamt.
Damit dir das nicht (mehr) passiert, schauen wir uns an, warum du Steuern nachzahlen musst, wie das Finanzamt dich informiert und mit welchen Strategien du Steuernachzahlungenvermeiden kannst. Außerdem erfährst du, was du tun kannst, wenn du die Nachzahlung gerade nicht auf einmal zahlen kannst.
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Eine Steuernachzahlung entsteht, wenn deine tatsächlich geschuldete Steuer höher ist als das, was bisher gezahlt oder einbehalten wurde. Das Finanzamt vergleicht nach Eingang deiner Steuererklärung alle Einkünfte, Ausgaben und bereits gezahlten Steuern. Ergibt sich dabei eine Differenz zu deinen Ungunsten, entsteht eine Nachzahlung an das Finanzamt. Die Steuererklärung ist dabei die Berechnungsbasis.
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Eine Steuernachzahlung entsteht immer dann, wenn deine tatsächlich geschuldete Steuer höher ist als das, was du über das Jahr bereits gezahlt hast. Das passiert häufig, wenn dein Gewinn als Selbstständige:r höher war als im Vorjahr, deine Einkommensteuer-Vorauszahlungen zu niedrig angesetzt waren oder du weitere Einkünfte wie Vermietung, Kapitalerträge oder Nebentätigkeiten erzielt hast.
Auch Angestellte in Steuerklasse 1, die nebenbei selbstständig arbeiten oder eine spürbare Lohnerhöhung erhalten, müssen oft nachzahlen, weil der monatliche Lohnsteuerabzug dafür nicht ausreicht. Verstärkt wird das Ganze, wenn du keine Rücklagen gebildet hast oder absetzbare Ausgaben vergessen wurden – denn jede nicht angegebene Ausgabe erhöht deinen steuerpflichtigen Gewinn. Am Ende vergleicht das Finanzamt beim Bearbeiten deiner Steuererklärung alle Einkünfte, Ausgaben und bereits geleisteten Vorauszahlungen. Ist die Differenz negativ für dich, entsteht eine Nachzahlung an das Finanzamt.
Beispiel 1: Selbstständige Person mit gestiegenem Gewinn
Wenn du das Finanzamt nicht über den steigenden Gewinn informiert hast, entsteht automatisch eine Nachzahlung.
Beispiel 2: Angestellte in Steuerklasse 1 mit Nebeneinkünften
Berechnung:
Viele Angestellte in Steuerklasse 1 wissen nicht, dass Nebeneinkünfte nicht automatisch versteuert werden. Deshalb entstehen hier oft Nachzahlungen.
Jetzt wird’s praktisch: So kannst du eine Steuernachzahlung vermeiden oder zumindest deutlich senken.
Die häufigste Ursache für überraschende Nachzahlungen bei der Steuererklärung sind zu niedrige vierteljährliche Vorauszahlungen.
So gehst du vor:
Je aktueller deine Vorauszahlungen zur Realität passen, desto geringer ist die Gefahr einer hohen Steuernachzahlung.
Viele Selbstständige schauen nur 1 x im Jahr auf ihre Zahlen – und wundern sich dann über die Nachzahlung vom Finanzamt. Besser:
Mach dir jeden Monat klar:
Dafür kannst du nutzen:
Notfalls reicht auch eine simple Tabelle: Hauptsache, du siehst deinen Gewinn und die Steuerlast rechtzeitig kommen.
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Ohne Rücklagen ist jede Steuernachzahlung ein Risiko. Bewährt hat sich:
30–40 Prozent jedes Geldeingangs direkt auf ein separates Steuerkonto überweisen.
Als Richtwert:
Eine Steuernachzahlung entsteht oft, wenn du verschiedene Steuerarten aus dem Blick verlierst:
| Steuerart | Wann relevant? | Wie wird gezahlt? | Worauf musst du achten? |
| Einkommensteuer | für alle Selbstständigen & Freiberufler:innen | vierteljährliche Vorauszahlungen | Anpassung möglich, wenn sich der Gewinn deutlich verändert |
| Gewerbesteuer | ab 24.500 Euro Gewerbeertrag pro Jahr | vierteljährliche Vorauszahlungen | Gewinne frühzeitig prüfen, um Nachzahlungen zu vermeiden |
| Umsatzsteuer | für alle Umsatzsteuerpflichtigen | monatlich oder quartalsweise ans Finanzamt | Nachzahlungen drohen bei verspäteter Abgabe oder unterschätzten Umsätzen |
Bist du Kleinunternehmer:in nach § 19 UStG, musst du keine Umsatzsteuer abführen – das senkt das Risiko einer zusätzlichen Umsatzsteuer-Nachzahlung.
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Je besser du deine Betriebsausgaben kennst und belegst, desto geringer dein zu versteuernder Gewinn – und desto kleiner deine Steuernachzahlung.
Typische „vergessene“ Ausgaben:
Je vollständiger deine Ausgaben, desto realistischer dein Gewinn und desto kleiner die Gefahr, dass eine hohe Nachzahlung nach der Steuererklärung fällig wird.
Du kannst deinen Gewinn legal beeinflussen, indem du Investitionen geschickt planst:
Wichtig: Investiere nie nur wegen der Steuer.1.000 Euro ausgeben, um 300 Euro Steuern zu sparen, lohnt sich nur, wenn die Anschaffung dein Business wirklich nach vorne bringt.
Wenn du regelmäßig hohe Gewinne erzielst und jedes Jahr mit einer hohen Steuernachzahlung kämpfst, kann die Rechtsform ein Thema sein:
| Rechtsform | Steuerliche Merkmale | Geeignet für |
| Einzelunternehmer:in / Freiberufler:in | Einkommensteuer nach progressivem Tarif; hohe Gewinne führen zu sehr hoher Steuerlast | Solo-Selbstständige, kleine Dienstleistungen, Startphase |
| GmbH | ca. 30 Prozent Gesamtsteuerbelastung (KSt + GewSt + SolZ); Gewinne und Ausschüttungen besser planbar | wachsende Unternehmen, hohe Gewinne, Risikobranchen |
| UG (haftungsbeschränkt) | Einstieg in Kapitalgesellschaft mit weniger Stammkapital; gleiche Besteuerung wie GmbH | Gründer:innen mit wenig Startkapital, Business mit Skalierungspotenzial |
Wenn du regelmäßig fünfstellige Steuernachzahlungen hast, kann sich ein Rechtsform-Check mit Steuerberatung lohnen.
Eine Steuerberatung kostet Geld – spart aber oft viel mehr, weil:
Gerade wenn du komplexere Einkünfte, mehrere Einkommensarten oder ein schnell wachsendes Business hast, kann eine Beratung helfen, Steuernachzahlungen zu vermeiden.
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Trotz guter Planung kann es vorkommen, dass du die Nachzahlung an das Finanzamt nicht auf einmal zahlen kannst, z. B. nach einem außergewöhnlich guten Jahr oder bei unerwarteten Ausgaben.
Dann solltest du sofort handeln:
Das Finanzamt kann dir anbieten:
Eine Steuerstundung bedeutet, dass die Zahlung deiner Steuerschuld zeitlich hinausgeschoben wird.
Voraussetzungen:
Das Finanzamt entscheidet im Einzelfall, ob es einer Stundung zustimmt. Auf gestundete Beträge fallen in der Regel Zinsen von 0,5 Prozent pro Monat an. Dadurch wird deine Gesamtschuld höher als im ursprünglichen Steuerbescheid. Wenn es langfristig wirklich eng wird, kann es sinnvoll sein, auch mit Bank oder Steuerberatung zu sprechen – etwa über Kredite, Umstrukturierungen oder eine engere Liquiditätsplanung.
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Eine Steuernachzahlung ist unangenehm, aber sie passiert nicht aus heiterem Himmel. Meistens sind sie das Ergebnis von ungenauen Vorauszahlungen, fehlenden Rücklagen oder einer unvollständigen Buchhaltung. Aber keine Sorge – mit einer guten Planung lässt sich das vermeiden. Wenn du regelmäßig deine Zahlen im Blick behältst, ein Steuerkonto führst, Vorauszahlungen rechtzeitig anpasst und bei Problemen frühzeitig das Finanzamt kontaktierst, kannst du Steuernachzahlungen nicht nur vermeiden, sondern auch so planen, dass sie dich nicht aus der Bahn werfen.
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Warum muss ich Steuern nachzahlen?
Du musst Steuern nachzahlen, wenn deine tatsächliche Steuer höher ist als das, was du schon über Lohnsteuer und Vorauszahlungen gezahlt hast. Ursache sind oft höhere Gewinne oder zusätzliche Einkünfte.
Wie kann ich eine Steuernachzahlungvermeiden?
Du kannst eine Steuernachzahlung vermeiden, indem du deine Vorauszahlungen regelmäßig anpassen lässt, monatlich Gewinn und Steuerlast planst, konsequent Rücklagen bildest und alle Betriebsausgaben vollständig angibst.
Wie werde ich über die Steuernachzahlung informiert?
Die Benachrichtigung erfolgt über deinen Einkommensteuerbescheid. Dort stehen die festgesetzte Steuer, bereits gezahlte Beträge und die daraus resultierende Nachzahlung inklusive Fälligkeitsdatum.
Was kann ich tun, wenn ich die Steuernachzahlung nicht zahlen kann?
Dann solltest du sofort dein Finanzamt kontaktieren und eine Stundung oder Ratenzahlung beantragen. Reagiere früh, denn Mahnungen und Säumniszuschläge machen es nur teurer.
Kann es auch zu einer Steuernachzahlung kommen, wenn ich nur als Angestellte:r in Steuerklasse 1 bin?
Ja. Auch in Steuerklasse 1 kann es zu einer Nachzahlung kommen, z. B. bei mehreren Jobs, Lohnerhöhungen oder Nebeneinkünften. Wenn du Nachzahlungen vermeiden möchtest, lohnt sich eine Steuerplanung und ggf. ein höherer Lohnsteuerabzug (Faktorverfahren, Steuerklassenwahl bei Paaren).
20 Kapitel knallhart recherchiert und vom Steuerprofi geprüft
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Autor - Sophia Merzbach
Sophia ist seit vielen Jahren Teil des Accountable-Teams und verbindet journalistische Genauigkeit mit handfestem Steuerwissen.
Wer ist Sophia ?Danke für dein Feedback!
Hilfreich
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Mehr erfahrenFür mich als Kleinunternehmer ist der Preis ein bisschen hoch, aber für alles, was ich bekomme: alle Übersichten von Einnahmen und Ausgaben, die Funktionen rund um das Auto... ist es einfach top. Und das letzte Update zu den wiederkehrenden Ausgaben war hervorragend! Dankeschön.
Ardalan Zamanimehr
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Anonym