Bestimmte Daten von Unternehmen sind allgemein zugänglich. Daher werden Gewerbetreibende und Selbstständige immer wieder Opfer von Betrugsversuchen. Aktuell sind Fake-Rechnungen nach Handelsregistereintragungen in Umlauf.
Die Betrüger:innen täuschen dabei ein amtliches Schreiben vor, um hohe Geldbeträge zu kassieren. Wir erklären, woran du die „Betrugsmasche Handelsregister“ erkennst und was du dagegen unternehmen kannst.
Seit 2009 werden Eintragungen und Änderungen im Handelsregister auch im Internet veröffentlicht. Damit sind die Informationen, wo und wann ein neues Unternehmen ins Handelsregister eingetragen wurde bzw. ob Änderungen an meldepflichtigen Informationen vorgenommen wurden, etwa einer Umbenennung oder einer Verlegung des Geschäftssitzes, für alle einsehbar.
Die Betrugsmasche funktioniert folgendermaßen: Kurz nach der Eintragung ins Handelsregister erhalten die Unternehmer:innen, vor allem Existenzgründer:innen und Selbstständige, einen Brief. In diesem werden die Gründer:innen und Selbstständigen aufgefordert, für die Eintragung ins Handelsregister eine Gebühr zu bezahlen. Diese beträgt zwischen 150 und 1.200 Euro, wobei in der Regel höhere dreistellige Summen gefordert werden. Neben dem Handelsregister wird mitunter auch auf die Aufnahme in andere, angeblich existierende Gewerberegister hingewiesen.
Der Haken: Die Briefe ähneln sehr den amtlichen Schreiben der zuständigen Justizkasse. Zudem sind Einträge ins oder Änderungen im Handelsregister sehr wohl kostenpflichtig – das machen sich die Fake-Rechnungen zunutze.
Als Selbstständige:r oder Einzelunternehmer:in musst du mit etwa 200 bis 300 Euro für eine Anmeldung rechnen, für größere Unternehmen mit mehreren Gesellschafter:innen und höherem Gesellschafterkapital liegt der Betrag bei bis zu 700 Euro. Auf den ersten Blick sind die gefälschten von den offiziellen Briefen kaum zu unterscheiden. Erst ein genauer Blick zeigt, dass die Details nicht stimmen und ein Betrugsfall vorliegt.
💡Tipp von Accountable: Alles, was du wissen musst, wenn du ein Gewerbe gründest
Auch wenn ganz unterschiedliche Fake-Rechnungen für Handelsregistereinträge bzw. -änderungen kursieren, gibt es eine Reihe an Merkmalen, die sie gemeinsam haben:
Wichtig ist, dass du dir den Namen des Absenders genau anschaust. Dieser ist häufig an das Wort „Handelsregister“ angelehnt und täuscht so einen offiziellen Status vor. In Wahrheit handelt es sich um ein privates Unternehmensregister.
So kann ein solches Anschreiben aussehen:
💡Tipp von Accountable: Die offizielle Rechnung für den Handelsregistereintrag stammt von deinem zuständigen Amtsgericht. Die Rechnung ist in der Regel bei der Justizkasse deines Bundeslandes zu bezahlen. Es liegt kein Überweisungsträger bei. Die Gebühr für den Ersteintrag ins Handelsregister als Selbstständige:r oder Einzelunternehmer:in liegt bei ungefähr 200 bis 300 Euro.
Auch auf folgende Punkte solltest du genau achten:
All diese Merkmale lassen sich häufig nur identifizieren, wenn man genau hinblickt. Denn die Betrugsmasche Handelsregister setzt darauf, dass man das Schreiben überfliegt und dann die Rechnung bezahlt. Mitunter sind die Betrüger:innen sogar schneller als das Amt, so dass du die Fake-Rechnung noch vor dem offiziellen Schreiben zum Handelsregistereintrag erhältst.
💡Tipp von Accountable: So machst du dich selbstständig
So reagierst du richtig auf die Fake-Rechnungen
Das Wichtigste: Nicht zahlen! Denn ist das Geld erstmal überwiesen, wird es sehr schwierig, es sich wieder zurückzuholen. Daher solltest du dich vorab informieren, ob es sich um eine echte oder um eine gefakte Rechnung handelt, zum Beispiel, ob die Höhe der geforderten Summe stimmt. Folgende Stellen helfen dir weiter:
Du hast bereits die gefälschte Rechnung bezahlt?
Im schlimmsten Fall könnte das Geld verloren sein. Auch wenn der Bundesgerichtshof in vergleichbaren Fällen Fake-Rechnungen für Handelsregistereinträge als Betrug bzw. arglistige Täuschung bewertet hat, eindeutig illegal ist die ganze Sache nicht. Leider. Denn der Betrug ist geschickt aufgezogen:
Trotzdem kannst du nach einer Überweisung den Vertrag prinzipiell anfechten. Dazu solltest du dir Beistand durch eine Anwältin oder einen Anwalt suchen. Am besten meldest du den Vorfall auch dem Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität. Allerdings ist die Aussicht, dass du dein Geld wiederbekommst, eher gering, vor allem wenn die gefälschte Rechnung aus dem Ausland stammt.
Daher gilt beim Betrug mit gefälschten Handelsregister-Rechnungen vor allem eines: wachsam bleiben!
💡Tipp von Accountable: Du hast dich gerade selbstständig gemacht? Hier haben wir zusammengetragen, was im ersten Jahr für dich wichtig wird!
20 Kapitel knallhart recherchiert und vom Steuerprofi geprüft
Kostenlos herunterladen
Autor - Tino Keller
Tino Keller ist der Mitbegründer von Accountable und möchte damit Steuern und Finanzen für Selbstständige revolutionieren.
Wer ist Tino ?Danke für dein Feedback!
Hilfreich
Angestellte haben es leicht: Ein kurzer Blick auf die Lohnabrechnung genügt, um festzustellen, wie ...
Mehr erfahrenSteuern absetzen als Selbstständiger – für viele ein leidiges Thema. Ob Chaos bei den Belege...
Mehr erfahrenJeden Monat Geld für Steuern zurücklegen – klingt logisch, oder? Doch viele Selbstständige sind...
Mehr erfahrenFür mich als Kleinunternehmer ist der Preis ein bisschen hoch, aber für alles, was ich bekomme: alle Übersichten von Einnahmen und Ausgaben, die Funktionen rund um das Auto... ist es einfach top. Und das letzte Update zu den wiederkehrenden Ausgaben war hervorragend! Dankeschön.
Ardalan Zamanimehr
Die App ist super! Intuitiv und perfekt für Selbstständige. Leider ist meine Position noch zu exotisch für Accountable um genau diese Leichtigkeit auch in Anspruch zu nehmen. Es gibt noch keine einfache Lösung für Selbstständige mit zwei Steuernummern da zwei Berufe. Sollte sich das mal ändern, Wechsel ich von meinem Steuerberater wieder zu Accountable!
Viktor Rosin
Sehr freundlich und gezielte , verständliche Angaben und Erklärungen
Pascal Koopmann
Auf meine Anfrage habe ich sehr schnell eine sehr nette und kompetente Antwort bekommen. Die Mitarbeiterin hat mein als Verbesserungsvorschlag weitergegeben - und schon nach kurzer Zeit kam die Antwort, dass das entsprechende Feature eingearbeitet wurde. Tolle Arbeit!
Dr. Annika Krummacher
Sehr nette und kompetente Beratung - vielen Dank!
Annika Schirmer
Sehr gute App sehr einfach zu verstehen und leichte Bedienung
Johannes Sen
Schnelle Antwort mit Hilfestellung die das Problem sofort gelöst hat. Danke
Albert Friedrich Vontz
Meine Erfahrung mit Accountable ist wirklich klasse! Alles ist sehr übersichtlich und gut strukturiert und das Wichtigste: es funktioniert wie es soll! Es gibt online Webinare, einen KI Steuerberater der Zugriff auf die persönlichen Dokumente hat und die Steuer Coaches von welchen ich extrem begeistert bin. Sehr klare, ausführliche, vorausschauende und freundliche Antworten auf meine Fragen. Als selbsständiger Dienstleister fühle ich mich sehr gut aufgehoben und kann Accountable nur empfehlen.
Sven Schöffel
Ich finde es gut, dass ich als Kunde des Max Plans jetzt deutlich schnellere Antworten bekomme. Das war eine Zeit lang nicht zuverlässig so, umso positiver fällt mir die Verbesserung auf. Die Steuer Coaches sind stets bemüht zu helfen. Sie antworten freundlich, klar und lösungsorientiert. Ich bin damit wirklich sehr happy. Für mich war es außerdem die beste Entscheidung, meine Steuer selbst zu machen. Ich habe jetzt mehr Überblick über meine Zahlen und verstehe die Abläufe besser. Dadurch fühle ich mich deutlich sicherer, auch in der Kommunikation mit den Steuerbehörden. Ich kann Rückfragen schneller einordnen und gezielter reagieren. Das nimmt mir viel Stress und gibt mir das Gefühl, die Kontrolle zu haben. Der Live Call ist ein sinnvoller Zusatz. Du kannst offene Punkte direkt klären, ohne lange hin und her zu schreiben. Das spart Zeit und bringt schnell Klarheit. Fazit: Liebs 😊
Marco Richter
Top Team! Top Service!
Anonym