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Kontokorrentkredit: Flexibler Finanzierungsspielraum für Selbstständige

Geschrieben von: Tino Keller

Aktualisiert am: Juni 10, 2025

Lesezeit: 4 Minuten

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Als Selbstständige:r wirst du oft vor Herausforderungen gestellt, die mit der Führung eines Unternehmens verbunden sind. Insbesondere in Phasen mit unregelmäßigen Einnahmen oder kurzfristigem Finanzierungsbedarf kann ein Kontokorrentkredit eine wertvolle Finanzierungsoption sein und für Sicherheit sorgen.

Doch was ist ein Kontokorrentkredit und wie wird er berechnet? Dies und weitere Informationen über die Vor- und Nachteile sowie den Unterschied zu einem herkömmlichen Darlehen erfährst du in diesem Beitrag. 

Kontokorrentkredit: Definition und Funktionsweise

Ein Kontokorrentkredit, auch als Überziehungskredit oder Dispositionskredit bekannt, ist eine Form des kurzfristigen Kredits, den Banken Selbstständigen und Unternehmen gewähren. Er dient dazu, temporäre Liquiditätsengpässe zu überbrücken und bietet dir einen flexiblen Finanzierungsspielraum.

Der Kreditrahmen wird auf einem Geschäftskonto eingerichtet und ermöglicht es dir, dein Konto bis zu einem vorher vereinbarten Höchstbetrag zu überziehen. Du zahlst nur Zinsen für den tatsächlich in Anspruch genommenen Betrag und kannst den Kredit flexibel nutzen, solange du innerhalb des vereinbarten Rahmens bleibst.

Unterschied zwischen Kontokorrentkredit und herkömmlichem Darlehen

Im Gegensatz zu herkömmlichen Darlehen zeichnet sich ein Kontokorrentkredit durch seine Flexibilität aus. Während ein herkömmliches Darlehen eine feste Laufzeit und monatliche Rückzahlungsraten hat, kannst du den Kontokorrentkredit nach Bedarf nutzen und flexibel tilgen.

Allerdings ist der Zinssatz für einen Kontokorrentkredit in der Regel höher als für langfristige Darlehen, weshalb er idealerweise nur kurzfristig und in überschaubarem Umfang genutzt werden sollte.

Kontokorrentkredit berechnen

Die Berechnung eines Kontokorrentkredits ist einfach. Wenn du einen Kontokorrentkredit in Anspruch nimmst, zahlst du Zinsen nur für den tatsächlich in Anspruch genommenen Betrag und nur für die Dauer, in der du das Konto überzogen hast.

Der Zinssatz für den Kontokorrentkredit wird zuvor mit der Bank vereinbart und basiert auf verschiedenen Faktoren wie deiner Bonität und der aktuellen Marktlage.

Um die Zinskosten zu berechnen, multiplizierst du den in Anspruch genommenen Kreditbetrag mit dem vereinbarten Zinssatz und der tatsächlichen Nutzungsdauer. Anschließend teilst du den Betrag durch das Produkt aus der Summe der Jahrestage und 100. Die Formel lautet: 

Zinskosten = (Kreditbetrag * Zinssatz * Laufzeit in Tagen) / (365 * 100) 

Es ist wichtig, den Kontokorrentkredit nur kurzfristig zu nutzen und den überzogenen Betrag schnellstmöglich wieder zurückzuzahlen, um hohe Zinskosten zu vermeiden.

Vergleiche die Zinssätze verschiedener Banken, um den besten Kredit zu erhalten und beachte, dass die Zinssätze für Kontokorrentkredite oft höher sind als bei anderen langfristigen Darlehen.

Kontokorrentkredit: Vorteile und einfache Erklärung

Ein Kontokorrentkredit bietet eine Reihe von Vorteilen. Im Einzelnen sind dies die folgenden:

  • Sofortige Verfügbarkeit: Ein großer Vorteil eines Kontokorrentkredits ist die sofortige Verfügbarkeit. Sobald der Kreditrahmen eingerichtet ist, kannst du bei Bedarf auf das Geld zugreifen, ohne einen aufwändigen Antragsprozess durchlaufen zu müssen. Das ist besonders nützlich in Situationen mit kurzfristigem Finanzierungsbedarf oder unvorhergesehenen Ausgaben.

  • Flexibilität: Der Kontokorrentkredit bietet eine hohe Flexibilität in der Nutzung. Du kannst den Kreditrahmen nach Bedarf in Anspruch nehmen und auch wieder zurückzahlen. Solange du innerhalb des vereinbarten Kreditlimits bleibst, kannst du den Kontokorrentkredit immer wieder nutzen.

  • Keine feste Laufzeit: Im Gegensatz zu herkömmlichen Darlehen hat ein Kontokorrentkredit in der Regel keine feste Laufzeit. Du kannst den Kredit flexibel tilgen, solange du dich innerhalb des Kreditrahmens bewegst. Das ermöglicht es dir, die Rückzahlung an deine aktuellen finanziellen Möglichkeiten anzupassen.

  • Zinsen nur für den in Anspruch genommenen Betrag: Ein weiterer Vorteil ist, dass du Zinsen nur für den tatsächlich überzogenen Betrag zahlst, nicht für den gesamten Kreditrahmen. Das bedeutet, dass du Zinskosten sparen kannst, wenn du den Kontokorrentkredit nur kurzfristig und in überschaubarem Umfang nutzt.

  • Einfache Abwicklung: Die Beantragung eines Kontokorrentkredits ist in der Regel einfach und unkompliziert. Da der Kreditrahmen bereits eingerichtet ist, entfällt ein aufwändiger Antragsprozess. Die Bank prüft in der Regel nur deine Bonität und vergibt den Kredit dann entsprechend.

  • Flexibles Rückzahlungsmodell: Du hast die Freiheit, den Kontokorrentkredit nach deinen Möglichkeiten zurückzuzahlen. Es gibt keine festen monatlichen Raten, sondern du kannst den Kredit tilgen, wenn es dir finanziell passt. Das bietet dir eine gewisse finanzielle Entlastung in Zeiten mit geringerem Einkommen.

  • Notfallreserve für unvorhergesehene Ausgaben: Der Kontokorrentkredit kann als Notfallreserve dienen, um unvorhergesehene Ausgaben oder finanzielle Engpässe zu überbrücken. Es kann eine beruhigende Sicherheit bieten zu wissen, dass eine Finanzierungsoption für unerwartete Situationen vorhanden ist.

  • Keine Zweckbindung: Anders als bei einigen anderen Darlehen gibt es beim Kontokorrentkredit keine Zweckbindung. Du kannst das Geld für verschiedenste unternehmerische Zwecke nutzen, ohne der Bank detailliert darlegen zu müssen, wofür du es benötigst.

Kontokorrentkredit: Nachteile und Sicherheit

Obwohl ein Kontokorrentkredit für kurzfristige Bedürfnisse eine attraktive Option ist, gibt es auch einige Nachteile.

Höhere Zinssätze: Die Zinssätze sind in der Regel höher als bei anderen Finanzierungsmöglichkeiten, was einen Kontokorrentkredit langfristig teurer machen kann.

Niedriger Kreditrahmen: Zudem ist der Kreditrahmen meist niedriger als bei langfristigen Darlehen, weshalb er nicht für größere Investitionen geeignet ist.

Es ist wichtig, den Kontokorrentkredit diszipliniert zu nutzen und ihn nicht zur dauerhaften Finanzierung von Unternehmensausgaben zu verwenden. Erfahre hier, warum es für Selbstständige oft schwieriger ist, einen Kredit zu erhalten. 

Kontokorrentkredit: Beispiel für Laufzeit und Zinssatz

Angenommen, du benötigst kurzfristig 5.000 Euro für den Kauf von dringend benötigtem Büromaterial. Du hast mit deiner Bank einen Kontokorrentkredit mit einem Zinssatz von 8% vereinbart. Wenn du den vollen Betrag für einen Monat in Anspruch nimmst, würden sich die Zinskosten wie folgt berechnen:

Zinskosten = Kreditbetrag (5.000 Euro) * Zinssatz (8) * Laufzeit (30 Tage) / (Jahrestage (365) * 100) = 32,90 Euro

Du müsstest also jeden Tag 32,90 Euro zurückzahlen, um den Kredit zu tilgen. Auf 30 Tage hochgerechnet, ergibt das eine Summe von 986,30 Euro.

Fazit: Kontokorrentkredit als flexible Finanzierungslösung

Der Kontokorrentkredit ist eine flexible und schnelle Finanzierungsoption für Selbstständige und Unternehmen. Er ermöglicht es dir, kurzfristige Liquiditätsengpässe zu überbrücken und bietet einen flexiblen Finanzierungsspielraum.

Allerdings sollte er nur in überschaubarem Umfang und kurzfristig genutzt werden, da die Zinssätze höher sind als bei herkömmlichen Darlehen. Vergleiche die Konditionen verschiedener Banken, um den besten Zinssatz zu erhalten, und nutze den Kontokorrentkredit diszipliniert, um von seinen Vorteilen zu profitieren.

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Autor - Tino Keller

Tino Keller ist der Mitbegründer von Accountable und möchte damit Steuern und Finanzen für Selbstständige revolutionieren.

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