Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) sind für Unternehmen jeder Größe relevant. Auch wenn sie nicht zwingend vorgeschrieben sind, kommst du kaum noch an ihnen vorbei – spätestens, wenn du eine Website oder einen Online-Shop betreibst. Denn sie bieten den Vorteil, zahlreiche Vertragsprozesse zu vereinfachen, indem sie die Rahmenbedingungen für Vertragsabschlüsse zwischen einem Unternehmen und seinen Vertragspartner:innen klar festlegen.
Wie du AGB erstellst und was du dabei beachten musst, damit sie auch rechtssicher sind, zeigen wir dir in diesem Artikel.
Die allgemeinen Geschäftsbedingungen, kurz AGB, sind nach § 305 Abs. 1 BGB vorformulierte rechtliche Geschäftsbedingungen, die für alle Verträge zwischen einem Unternehmen und seinen Vertragspartner:innen gelten.
Sie umfassen typischerweise Informationen zu wesentlichen Geschäftsbedingungen, wie beispielsweise:
Insbesondere bei regelmäßig wiederkehrenden Verträgen mit identischen Vertragsbedingungen erleichtert es deine Vertragsprozesse erheblich, AGB zu erstellen. Aufgrund der vorab festgelegten Klauseln müssen diese nicht mehr für jeden Vertrag individuell neu verhandelt werden; stattdessen wird der:die Vertragspartner:in bei Vertragsabschluss auf die AGB hingewiesen.
In Deutschland besteht für Selbstständige und (Klein-)Unternehmen keine gesetzliche Verpflichtung zur Verwendung von AGB.
Allerdings existieren eine Reihe von gesetzlichen Belehrungs- und Informationspflichten im Online-Handel, die in die AGB integriert werden können. Daher kann es aus rechtlicher Sicht sinnvoll sein, beim Betrieb eines Online-Shops AGB zu erstellen.
Zum Erstellen von AGB gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Auswahl der richtigen Option hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich deiner Branche, der rechtlichen Anforderungen und deines Budgets:
Am kostengünstigsten ist es, die AGB selbst zu erstellen. Dabei kannst du auf bestehende Mustervorlagen aus dem Internet zurückgreifen und diese an die spezifischen Bedürfnisse deines Unternehmens anpassen.
Diese Variante erfordert jedoch ein gewisses Maß an Fachwissen, um sicherzustellen, dass die erstellten AGB den geltenden Gesetzen und Vorschriften entsprechen. Die rechtlichen Anforderungen an die AGB können sich hierbei je nach Branche und Region unterscheiden.
Die Vorlagen darf daher nicht einfach übernommen werden, sondern dient vielmehr als Formulierungshilfe, mit der du deine AGB selbst erstellst.
Um AGB zu erstellen, stehen online eine Vielzahl an AGB-Generatoren zur Verfügung – oft auch kostenlos. Viele dieser Generatoren greifen auf rechtssichere Muster-AGB zurück.
Für die Erstellung deiner AGB werden wesentliche Angaben zu deinem Geschäftsmodell und deinen relevanten Geschäftsbedingungen abgefragt. Auf Basis deiner Antworten stellt der Generator anschließend passende Textbausteine zusammen. Diese werden dann zu einer vollständigen AGB zusammengefügt.
Der Vorteil von AGB-Generatoren liegt darin, dass sie in der Lage sind, deutlich spezifischere AGB zu erstellen als generelle Vorlagen. Dennoch kann die Qualität der AGB-Generatoren erheblich schwanken. Auch hier ist entsprechendes Fachwissen erforderlich, um die AGB abschließend auf ihre Rechtssicherheit und Aktualität hin zu prüfen.
Die sicherste, wenn auch kostenintensivste Lösung für die Erstellung von AGB ist die Beauftragung einer Anwaltskanzlei. Dadurch können deine AGB nicht nur rechtssicher formuliert, sondern gleichzeitig auch auf die spezifischen Bedürfnisse deines Unternehmens zugeschnitten werden.
Da die AGB nicht verpflichtend sind, gibt keine genauen Vorgaben darüber, welche Inhalte sie umfassen müssen. Ebenso gibt es keine Vorschriften bezüglich des Aufbaus und der formalen Gestaltung der AGB.
Grundsätzlich können alle Bestimmungen, die in deinen Verträgen enthalten sind, auch in deinen AGB aufgenommen werden. Die nachfolgenden Punkte geben dir eine grobe Orientierung:
Neben den Regelungen der allgemeinen Geschäftsbedingungen nach §§ 305 bis 310 BGB gelten für Online-Shops weitere spezielle Vorschriften:
Der Gesetzgeber hat in den §§ 305 bis 310 BGB zusätzlich Kriterien festgelegt, die beachtet werden müssen, um sicherzustellen, dass die in den AGB enthaltenen Klauseln rechtlich zulässig sind.
Hier sind die entscheidenden Kriterien im Überblick:
Die § 308 und § 309 BGB enthalten genaue Klauselverbote zum Schutz der Verbraucher:innen. Sie zielen auf verschiedene Aspekte von AGB ab, die nicht einseitig zulasten der Verbraucher:innen gehen dürfen.
Zu den wesentlichen Klauselverboten nach den genannten Paragrafen gehören unter anderem:
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Autor - Tino Keller
Tino Keller ist der Mitbegründer von Accountable und möchte damit Steuern und Finanzen für Selbstständige revolutionieren.
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