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Sachkundeprüfung: Was ist das und für wen ist sie relevant?

Geschrieben von: Tino Keller

Aktualisiert am: Mai 21, 2025

Lesezeit: 3 Minuten

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Die Sachkundeprüfung stellt in verschiedenen Branchen eine zentrale Zulassungsvoraussetzung dar, um einen Beruf ausüben zu können. Doch was genau verbirgt sich hinter dieser Prüfung und in welchen Branchen ist sie erforderlich? Wir bieten einen umfassenden Überblick über die Sachkundeprüfung und beleuchten die genauen Abläufe und Kosten, die relevant sind, um sie erfolgreich zu bestehen.

Was ist eine Sachkundeprüfung?

Für die Ausübung bestimmter Berufe ist der Nachweis von Sach- und Fachkenntnissen erforderlich. Die dazugehörige Sachkundeprüfung dient dazu, diese Kenntnisse und Fähigkeiten zu überprüfen. Sie soll insbesondere sicherstellen, dass Personen, die in sensiblen oder spezialisierten Bereichen tätig sind, über das notwendige Wissen verfügen, um ihre Aufgaben gefahrlos und zuverlässig erfüllen zu können. 

Zuständig für die Durchführung dieser Prüfungen sind die Industrie- und Handelskammern (IHK).

In welchen Branchen ist eine Sachkundeprüfung erforderlich?

Die Notwendigkeit einer Sachkundeprüfung variiert je nach Branche und Beruf. Im Folgenden sind die einzelnen Gewerbe aufgeführt, in denen eine Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer erforderlich ist:

  • Bewachungsgewerbe: Für bestimmte Tätigkeiten im Bewachungsgewerbe ist die Sachkundeprüfung gemäß § 34a vorgeschrieben. Dazu gehören beispielsweise die Durchführung von Kontrollgängen im öffentlichen Verkehrsraum, der Schutz vor Ladendieben oder die Bewachung von Großveranstaltungen.
  • Finanzanlagenvermittler:innen: Finanzanlagenvermittler:innen und Honorar-Finanzanlagenberater:innen.
  • Immobiliendarlehensvermittler:innen: Personen, die in der Vermittlung oder Beratung von Immobiliendarlehen tätig sind.
  • Versicherungsgewerbe: Auch Versicherungsvermittler:innen oder Versicherungsberater:innen benötigen eine Erlaubnis der Industrie- und Handelskammer.
  • Handel mit freiverkäuflichen Arzneimitteln: Für den Verkauf von freiverkäuflichen Arzneimitteln im Einzelhandel ist ein Sachkundenachweis erforderlich.
  • EU-Berufskraftfahrer:innen: Fahrer:innen, die gewerblich Fahrzeuge mit einem Gewicht von über 3,5 Tonnen führen.
  • Gefahrgutbeauftragte: Unternehmen, die regelmäßig mit Gefahrgütern umgehen, haben die Pflicht zur Bestellung eines:einer Gefahrgutbeauftragten. Diese:r ist verpflichtet, eine Sachkundeprüfung abzulegen.
  • Gefahrgutfahrer:innen: Für den Transport gefährlicher Güter auf der Straße ist ebenfalls ein entsprechender Sachkundenachweis erforderlich.
  • Güterkraftverkehr/Straßenpersonenverkehr: Zur Führung eines Unternehmens im Straßenpersonenverkehr oder im Güterkraftverkehr ist eine Fachkundeprüfung bei der Industrie- und Handelskammer erforderlich.

Ablauf der Sachkundeprüfung

Um die Sachkundeprüfung erfolgreich zu bestehen, spielt neben der eigentlichen Prüfung auch die geeignete Vorbereitung eine entscheidende Rolle. Im Folgenden erklären wir dir dazu alle relevanten Informationen im Detail.

Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung

Für die Teilnahme an der Sachkundeprüfung sind keine besonderen Voraussetzungen erforderlich. Dennoch sollte eine gründliche Vorbereitung nicht unterschätzt werden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. 

Zum einen kannst du dich selbstständig auf die Sachkundeprüfung vorbereiten. Dafür stehen dir eine Vielzahl fachspezifischer Lernmaterialien und Lehrbücher zur Verfügung, die auf den Rahmenstoffplänen für das jeweilige Fachgebiet basieren und fundierte theoretische Kenntnisse vermitteln. Viele der Übungsbücher enthalten zudem für die Sachkundeprüfung relevante Fragen und Antworten, was die Vorbereitung erheblich erleichtert.

Zum anderen kannst du an spezialisierten Kursen zur Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung teilnehmen. Diese Kurse werden entweder von spezialisierten Weiterbildungseinrichtungen oder gelegentlich auch innerhalb des eigenen Unternehmens angeboten. Sie werden in Form von Präsenzveranstaltungen, Online-Kursen oder hybriden Formaten, die beide Elemente kombinieren, angeboten.

Da die Sachkundeprüfung sehr anspruchsvoll und ohne Vorbereitungskurs nur schwer zu bestehen ist, empfiehlt die IHK die Teilnahme an speziellen Vorbereitungskursen.

Wissensgebiete in der Sachkundeprüfung

Die Sachkundeprüfung umfasst diverse Wissensgebiete, die je nach Branche variieren und auf die spezifischen Anforderungen zugeschnitten sind. Durch die Auseinandersetzung mit diesen Wissensgebieten wird sichergestellt, dass du über das erforderliche Fachwissen verfügst.

 Im Wesentlichen können diese beispielsweise folgende Wissensgebiete umfassen:

  • Sicherheitsvorschriften und -techniken
  • Rechtliche Vorschriften
  • Spezielle Produktkenntnisse

Exemplarisch umfasst die Sachkundeprüfung gemäß § 34a in der Bewachungsbranche im Detail die folgenden Wissensgebiete: 

  • Gewerberecht und Datenschutzrecht
  • Inhalte des Bürgerlichen Gesetzbuchs
  • Straf- und Verfahrensrecht
  • Umgang mit Waffen
  • Wach- und Sicherheitsvorschriften
  • Umgang mit Menschen und das Verhalten in Gefahrensituationen
  • Grundzüge der Sicherheitstechnik

Schriftliche und mündliche Prüfung

Die Prüfungsanforderungen sind bundesweit standardisiert, so dass jede Industrie- und Handelskammer die gleichen Prüfungsanforderungen stellt. Der Prüfungsablauf besteht in der Regel aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil, um die Kenntnisse umfassend zu prüfen.

In der schriftlichen Prüfung werden die theoretischen Kenntnisse des Fachgebietes abgefragt. Dabei werden in der Regel Single- und Multiple-Choice-Fragen gestellt. Die genaue Art und die konkreten Inhalte der Prüfungsfragen variieren je nach Fachgebiet. Aus der Vielzahl der Fragen des Fragenkatalogs werden in der Sachkundeprüfung dann einige abgefragt.

Zum mündlichen Teil der Prüfung wirst du nur zugelassen, wenn du zuvor den schriftlichen Teil der Prüfung bestanden hast. Der Schwerpunkt der mündlichen Prüfung kann je nach Sachgebiet auf der Anwendung des Wissens in praktischen Situationen liegen. Teilweise werden hier bis zu drei Personen gleichzeitig geprüft.

Die Sachkundeprüfung wird am Ende mit „bestanden“ oder „nicht bestanden“ bewertet. Um erfolgreich zu sein, musst du beide Prüfungsteile bestehen. Solltest du nicht bestehen, kannst du einzelne Prüfungsteile wiederholen. Dabei ist zu beachten: Der mündliche Prüfungsteil muss innerhalb von zwei Jahren nach Bestehen des schriftlichen Prüfungsteils abgelegt werden. 

Nach bestandener Prüfung erhältst du eine Bescheinigung über die Sachkundeprüfung der IHK.

Wie viel kostet die Sachkundeprüfung?

Je nachdem, bei welcher Industrie- und Handelskammer und in welchem Bereich du deine Sachkundeprüfung ablegen möchtest, musst du mit unterschiedlichen Prüfungsgebühren rechnen. Die Kosten beginnen in der Regel bei ca. 150 Euro.

Neben den Prüfungsgebühren solltest du auch eventuelle Kosten für Vorbereitungsmaterialien und Vorbereitungskurse einkalkulieren. Die Kosten für Vorbereitungskurse sind ebenfalls sehr unterschiedlich. Sie liegen im Durchschnitt zwischen 300 und 600 Euro.

💡Tipp von Accountable: Für detaillierte Informationen zu den genauen Kosten und Anmeldeverfahren und generell für weitere Fragen zur Sachkundeprüfung empfehlen wir dir, dich direkt an die für dich zuständige Industrie- und Handelskammer zu wenden. Die IHK wird dir dann die gewünschten Informationen zur Verfügung stellen.

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Autor - Tino Keller

Tino Keller ist der Mitbegründer von Accountable und möchte damit Steuern und Finanzen für Selbstständige revolutionieren.

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