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Digital Markets Act: Was kleine Unternehmen davon haben

Geschrieben von: Robert Jödicke

Aktualisiert am: Februar 13, 2025

Lesezeit: 3 Minuten

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Auf dem digitalen Markt haben KMU gegen die Dominanz großer Online-Giganten wie Amazon, Google & Co. zu kämpfen. Die sogenannten Gatekeeper nutzen ihre Marktmacht, um die eigenen Produkte und Dienstleistungen an die Kund:innen zu pushen und den Wettbewerb zu behindern. Mit dem Digital Markets Act (DMA) wendet sich das Blatt. Das neue Gesetz der EU soll endlich faire Spielregeln für den digitalen Markt bringen und die Position von kleineren Unternehmen stärken.

Was der Digital Markets Act beinhaltet

Der Digital Markets Act ist ein Gesetz, das vom EU-Parlament verabschiedet wurde. Es zielt darauf ab, die Marktmacht großer, marktbeherrschender Digitalkonzerne, die als sogenannte Gatekeeper bzw. „Torwächter“ fungieren, zu beschränken und demnach für mehr Fairness und Wettbewerb im digitalen Binnenmarkt der EU zu sorgen. Zusammen mit dem Digital Services Act soll der Digital Markets Act die inzwischen 20 Jahre alten E-Commerce-Richtlinie ergänzen und teilweise aktualisieren.

Faire Regeln für Gatekeeper: Was passiert bei Verstößen?

Die EU hat den Digital Markets Act verabschiedet, um den Wettbewerb für kleine und große Marktteilnehmer zu fördern und hierfür faire Bedingungen zu schaffen. Bei etwaigen Verstößen gegen die Regeln des Digital Markets Acts drohen den Unternehmen Strafen von bis zu zehn Prozent ihres jährlichen Umsatzes – und bis zu 20 Prozent bei wiederholten Verletzungen. Für die Überwachung der DMA-Regeln ist die EU-Kommission zuständig, unter Mithilfe von Marktuntersuchungen und anderer Unternehmen.

Digital Markets Act Gatekeeper. Wer ist betroffen?

Der Digital Markets Act der EU richtet sich insbesondere an die marktbeherrschenden Digitalkonzerne. Dazu zählen u.a. Google, Meta, Amazon, Apple und Microsoft. Um als Digital Markets Act Gatekeeper eingestuft zu werden, gelten bestimmte Schwellenwerte in Bezug auf Umsatz, Nutzerzahlen und Marktwert.

  • Ein Jahresumsatz von mindestens 7,5 Milliarden Euro oder ein Marktwert von mindestens 75 Milliarden Euro
  • Mehr als 45 Millionen monatliche aktive Nutzer:innen in der EU
  • Mehr als 10.000 aktive gewerbliche Anbieter:innen auf der Plattform
  • Die zentralen Plattformdienste (z.B. App Store, Messenger, Marktplätze, Suchmaschinen, Betriebssysteme) müssen in mindestens drei EU-Mitgliedstaaten angeboten werden.

Welche Auswirkungen hat der Digital Markets Act für Gatekeeper?

Im Großen und Ganzen soll der Digital Markets Act gegen die Wettbewerbsverzerrungen infolge der Marktdominanz der Online-Giganten vorzubeugen. Letzte müssen dadurch mit folgenden Auswirkungen rechnen:

  • Verbot der Selbstbegünstigung: Gemäß dem Digital Markets Act dürfen Gatekeeper ihre eigenen Angebote und Dienste nicht mehr gegenüber denen von Drittanbietern bevorzugen. Das bedeutet zum Beispiel, dass sie ihre eigenen Apps und Dienste nicht in Suchergebnissen oder Produktlisten höher platzieren dürfen.
  • Mehr Wahlfreiheit: Nutzer:innen müssen die Möglichkeit haben, alle vorinstallierten Apps auf ihren Geräten zu deinstallieren, auch wenn diese vom Gatekeeper selbst stammen. Außerdem dürfen die Gatekeeper keine Standard-Einstellungen verwenden, die Nutzer:innen zu ihren eigenen Produkten oder Diensten lenken.
  • Persönliche Daten: Gatekeeper dürfen persönliche Daten nicht zusammenführen und nicht selbst werblich nutzen. Die Koppelung mit anderen Online-Plattformdiensten bezüglich Nutzung und Zugang ist verboten.

Beispiel: Verbot der Selbstbegünstigung

Gatekeeper-Plattformen sind oft die erste Anlaufstelle für Nutzer:innen, die im Internet nach Informationen suchen oder Produkte kaufen möchten. Du kennst das bestimmt: Du willst auf deinem Smartphone eine bestimmte App installieren, aber der App Store lenkt deine Aufmerksamkeit umgehend auf seine eigenen Angebote. Genau solche Praktiken will der Digital Markets Act u. a. unterbinden. 

Digital Markets Act: So profitieren kleine Unternehmen vom neuen Gesetz

Der Digital Markets Act ist auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) interessant und relevant. Für sie bietet der Digital Markets Act durchaus einige Vorteile und neue Chancen. KMU könnten die neuen Regelungen für sich nutzen, um ihre digitale Präsenz zu stärken, um neue Kund:innen zu erreichen und um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Kleinunternehmer: Welche Steuern muss ich zahlen?

Fairer Wettbewerb auf Online-Plattformen

Mit dem Digital Markets Act wird der Wettbewerb auf Online-Plattformen fairer gestaltet. Gatekeeper, also große Unternehmen wie Google und Amazon, dürfen ihre eigenen Angebote nicht mehr gegenüber denen von kleinen Unternehmen bevorzugen. Das bedeutet zum Beispiel, dass deine KMU-Produkte in Suchergebnissen genauso gut sichtbar sein können wie die Angebote der Plattformbetreiber.

Mehr Reichweite und Sichtbarkeit für KMU

Durch das neue Gesetz können kleine und mittlere Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen einem breiteren Publikum präsentieren. Die großen Gatekeeper müssen Schnittstellen öffnen, die es den Kleinen ermöglichen, ihre Angebote direkt auf den Plattformen anzubieten. So kannst du als KMU neue Kund:innen erreichen und deine Umsätze steigern.

Stärkung der digitalen Wettbewerbsfähigkeit

Der Digital Markets Act stärkt die digitale Wettbewerbsfähigkeit von KMU gegenüber den großen Tech-Konzernen. Als KMU hast du nun die Möglichkeit, deine eigenen innovativen Lösungen zu entwickeln und anzubieten, ohne durch die Gatekeeper benachteiligt zu werden.

Einfache Durchsetzung von Rechten

Der Digital Markets Act beinhaltet klare Regeln und Verfahren, die es kleineren Unternehmen erleichtern, ihre Rechte gegen Gatekeeper durchzusetzen. Sollten Gatekeeper gegen die neuen Bestimmungen verstoßen, kann dein Unternehmen diese leichter zur Rechenschaft ziehen.

Digital Markets Act: Was solltest du als kleineres Unternehmen tun?

Hast du ein KMU, solltest du dich mit den neuen Regelungen des Digital Markets Acts vertraut machen und die sich daraus ergebenden Chancen nutzen. Die Europäische Kommission bietet hierzu verschiedene Informations- und Unterstützungsangebote an.

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Robert Jödicke

Autor - Robert Jödicke

Robert Jödicke ist ein erfahrener Steuerexperte und Autor bei Accountable, spezialisiert auf Steuertipps und Steuerersparnisse für Selbstständige.

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