Kostenlos testen

Gründung einer Holding: Steuerliche Aspekte

Geschrieben von: Robert Jödicke

Aktualisiert am: Februar 13, 2025

Lesezeit: 4 Minuten

Logo RB

Wenn du planst, eine Holding zu gründen, spielt die steuerliche Gestaltung eine entscheidende Rolle. Kluge Planung vorausgesetzt kannst du eine Holding gründen, um Steuern zu sparen und so deine Gewinne zu optimieren. Gleichzeitig hilft dir das Wissen über steuerliche Fallstricke, unnötige Kosten zu vermeiden und so von allen steuerlichenVorteilen einer Holding zu profitieren.

Wenden wir uns zunächst der Frage zu, was genau eine Holding eigentlich ist. Eine Holding-Gesellschaft ist ein Unternehmen, das hauptsächlich Beteiligungen an anderen Unternehmen hält und verwaltet. Sie besteht aus einer Muttergesellschaft (der Holding) und mehreren Tochtergesellschaften. Während die Tochtergesellschaften operativ tätig sind, konzentriert sich die Holding auf die Verwaltung und Steuerung dieser Beteiligungen.

Es gibt verschiedene Arten von Holdings, darunter die reine Holding, die keine operative Tätigkeit ausübt, und die Management-Holding, die auch Aufgaben im Management übernimmt.

Für die Gründung einer Holding kannst du verschiedene Rechtsformen wählen, wie die GmbH oder die AG. Die Gründung einer Holding GmbH ist für kleinere Unternehmen aufgrund ihrer Flexibilität und der beschränkten Haftung oft die bessere Wahl. Die AG bietet sich eher für größere Unternehmen an, die Kapital über die Börse aufnehmen möchten. Die richtige Struktur und Rechtsform zu wählen, ist entscheidend, um die steuerlichen Vorteile einer Holding optimal zu nutzen.

Vor- und Nachteile einer Holding-Struktur

Die Gründung einer Holding bietet zahlreiche Vorteile, insbesondere im steuerlichen Bereich und in der Unternehmensstruktur. Einer der größten Vorteile ist die steuerliche Begünstigung von Dividenden und Veräußerungsgewinnen, die es ermöglicht, Gewinne effizient innerhalb der Unternehmensgruppe zu reinvestieren.

Zudem kann eine Holding als zentrale Steuerungseinheit fungieren, was Synergieeffekte zwischen den Tochtergesellschaften fördert und das konzernweite Risikomanagement verbessert. Ein weiterer Vorteil ist die Flexibilität, die eine Holding bietet, indem Risiken auf Tochtergesellschaften ausgelagert und Unternehmensanteile leichter veräußert werden können.

Auf der anderen Seite bringt die Verwaltung einer Holding-Struktur auch Nachteile mit sich, insbesondere durch den erheblichen administrativen Aufwand und die hohen Kosten, die sowohl bei der Gründung als auch im laufenden Betrieb anfallen. Diese Komplexität kann besonders für kleinere Unternehmen eine Herausforderung darstellen. Zudem erfordert die Einhaltung steuerlicher und rechtlicher Pflichten, wie die Verrechnungspreisdokumentation, eine genaue und oft kostenintensive Umsetzung.

VorteileNachteile
Steuerliche Vorteile bei Dividenden und VeräußerungsgewinnenErhöhter administrativer Aufwand
Flexibilität in der UnternehmensstrukturHohe Gründungs- und Betriebskosten
Risikominimierung durch Auslagerung operativer RisikenKomplexität in der Steuer- und Rechtsstruktur
Synergieeffekte durch zentrale SteuerungEinschränkungen bei der Verlustverrechnung
Erleichterte Veräußerung von UnternehmensanteilenPotenzielle Nachteile durch Anti-Treaty Shopping Regelungen
Effiziente GewinnreinvestitionHerausforderungen bei der internationalen Steueroptimierung

Holding: Besteuerung von Dividenden und Veräußerungsgewinnen

Bei einer Holding liegt ein wesentlicher steuerlicher Vorteil in der günstigen Besteuerung von Dividenden und Veräußerungsgewinnen. Wenn eine Tochtergesellschaft Gewinne erzielt und diese als Dividende an die Holding ausschüttet, bleibt ein großer Teil dieser Dividenden steuerfrei. In Deutschland greift hier die sogenannte Beteiligungsfreistellung (§ 8b KStG), die 95 % der Dividenden von der Besteuerung ausnimmt. Ergo gelten lediglich 5 % der Dividenden als steuerpflichtige Einnahmen.

Auch bei Veräußerungsgewinnen, also wenn die Holding Anteile an einer Tochtergesellschaft verkauft, bleibt der Großteil des Gewinns steuerfrei. Das ermöglicht es, Gewinne innerhalb der Unternehmensgruppe weitgehend steuerfrei zu reinvestieren.

Doch Vorsicht: Bestimmte Kosten und Verluste, die mit den Beteiligungen zusammenhängen, können nicht vollumfänglich abgezogen werden. Prüfe also genau, ob diese Regelung für dein Unternehmen vorteilhaft ist.

Gewerbesteuer bei einer Holding

Die Gewerbesteuer stellt eine zusätzliche Steuerbelastung dar, die in vielen Fällen auf Unternehmen zukommt. Für Holding-Gesellschaften gibt es jedoch Möglichkeiten, diese Belastung zu reduzieren. Die Holding selbst unterliegt in der Regel keiner Gewerbesteuer, wenn sie ausschließlich Beteiligungen hält und keine operativen Tätigkeiten ausübt. Operative Tochtergesellschaften hingegen sind gewerbesteuerpflichtig.

Eine Möglichkeit, die Gewerbesteuerbelastung zu senken, ist die Nutzung einer sogenannten gewerbesteuerlichen Organschaft. Hierbei werden die Ergebnisse der Tochtergesellschaften mit der Muttergesellschaft (also der Holding) zusammengerechnet, was zu einer Saldierung von Gewinnen und Verlusten innerhalb des Konzerns führen kann – und dadurch zu einer niedrigeren Gesamtsteuerlast.

💡Tipp von Accountable: Für dich als Kleinunternehmer:in oder Selbstständige:r ist es besonders wichtig, die Struktur deiner Holding so zu gestalten, dass du Steuern sparst bzw. unnötige Steuerbelastungen vermeidest.

Internationale Aspekte und Doppelbesteuerung

Wenn du planst, deine Holding-Gesellschaft international aufzustellen oder Beteiligungen an ausländischen Unternehmen zu erwerben, spielen steuerliche Aspekte eine noch größere Rolle. Bei internationalen Holdings besteht das Risiko der Doppelbesteuerung. Das bedeutet, dass du sowohl im Ausland als auch in Deutschland auf dieselben Einkünfte Steuern zahlen musst.

Um das zu vermeiden, gibt es sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Deutschland und vielen anderen Ländern. Diese Abkommen regeln, welches Land das Besteuerungsrecht für bestimmte Einkünfte hat und wie eine Doppelbesteuerung vermieden werden kann. In der Regel wird die Steuer, die du bereits im Ausland gezahlt hast, auf die in Deutschland fällige Steuer angerechnet.

Zusätzlich existieren besondere Regelungen für internationale Holdings, wie die Hinzurechnungsbesteuerung. Diese greift dann, wenn eine ausländische Tochtergesellschaft in einem Niedrigsteuerland angesiedelt ist und dort niedrig besteuerte Einkünfte erzielt. In diesem Fall werden die Einkünfte in Deutschland besteuert, als wären sie direkt an die deutsche Holding-Gesellschaft ausgeschüttet worden.

Gründung einer Holding und steuerliche Pflichten

Die Gründung einer Holding-Gesellschaft erfordert sorgfältige Planung, insbesondere in steuerlicher Hinsicht. Zunächst musst du die geeignete Rechtsform wählen, die am besten zu deiner Unternehmensstruktur passt. Wie erwähnt, bieten sich für Kleinunternehmer aufgrund ihrer flexiblen und kostengünstigen Struktur meist die GmbH oder die UG (haftungsbeschränkt) an.

Nach der Gründung musst du die Holding-Gesellschaft steuerlich registrieren. Das bedeutet, dass du sie beim Finanzamt anmeldest und eine Steuernummer beantragst. Achte außerdem darauf, dass alle steuerlichen Pflichten pünktlich erfüllt werden, wie die Abgabe deiner Steuererklärung. Hinzu kommt, dass du nicht nur die Holding selbst, sondern auch die Beziehungen zu den Tochtergesellschaften steuerlich korrekt abbilden musst. Demnach ist, um die optimalen Strukturen und Prozesse aufzusetzen, eine gründliche steuerliche Beratung entscheidend.

Neues E-book über den Einstieg in die Selbstständigkeit

20 Kapitel knallhart recherchiert und vom Steuerprofi geprüft

Kostenlos herunterladen
Robert Jödicke

Autor - Robert Jödicke

Robert Jödicke ist ein erfahrener Steuerexperte und Autor bei Accountable, spezialisiert auf Steuertipps und Steuerersparnisse für Selbstständige.

Wer ist Robert ?

Hast du gefunden, was du gesucht hast?

Das könnte dich auch interessieren

Brutto- und Netto-Einkommen für Selbstständige

Angestellte haben es leicht: Ein kurzer Blick auf die Lohnabrechnung genügt, um festzustellen, wie ...

Mehr erfahren

Was kann man als Selbstständiger von der Steuer absetzen?

Steuern absetzen als Selbstständiger – für viele ein leidiges Thema. Ob Chaos bei den Belege...

Mehr erfahren

Wie viel Geld sollte ich als Selbstständiger für Steuern beiseite legen?

Jeden Monat Geld für Steuern zurücklegen – klingt logisch, oder? Doch viele Selbstständige sind...

Mehr erfahren

Echte Erfahrungsberichte und Kommentare

Für mich als Kleinunternehmer ist der Preis ein bisschen hoch, aber für alles, was ich bekomme: alle Übersichten von Einnahmen und Ausgaben, die Funktionen rund um das Auto... ist es einfach top. Und das letzte Update zu den wiederkehrenden Ausgaben war hervorragend! Dankeschön.

Ardalan Zamanimehr

Die App ist super! Intuitiv und perfekt für Selbstständige. Leider ist meine Position noch zu exotisch für Accountable um genau diese Leichtigkeit auch in Anspruch zu nehmen. Es gibt noch keine einfache Lösung für Selbstständige mit zwei Steuernummern da zwei Berufe. Sollte sich das mal ändern, Wechsel ich von meinem Steuerberater wieder zu Accountable!

Viktor Rosin

Sehr freundlich und gezielte , verständliche Angaben und Erklärungen

Pascal Koopmann

Auf meine Anfrage habe ich sehr schnell eine sehr nette und kompetente Antwort bekommen. Die Mitarbeiterin hat mein als Verbesserungsvorschlag weitergegeben - und schon nach kurzer Zeit kam die Antwort, dass das entsprechende Feature eingearbeitet wurde. Tolle Arbeit!

Dr. Annika Krummacher

Sehr nette und kompetente Beratung - vielen Dank!

Annika Schirmer

Sehr gute App sehr einfach zu verstehen und leichte Bedienung

Johannes Sen

Schnelle Antwort mit Hilfestellung die das Problem sofort gelöst hat. Danke

Albert Friedrich Vontz

Meine Erfahrung mit Accountable ist wirklich klasse! Alles ist sehr übersichtlich und gut strukturiert und das Wichtigste: es funktioniert wie es soll! Es gibt online Webinare, einen KI Steuerberater der Zugriff auf die persönlichen Dokumente hat und die Steuer Coaches von welchen ich extrem begeistert bin. Sehr klare, ausführliche, vorausschauende und freundliche Antworten auf meine Fragen. Als selbsständiger Dienstleister fühle ich mich sehr gut aufgehoben und kann Accountable nur empfehlen.

Sven Schöffel

Ich finde es gut, dass ich als Kunde des Max Plans jetzt deutlich schnellere Antworten bekomme. Das war eine Zeit lang nicht zuverlässig so, umso positiver fällt mir die Verbesserung auf. Die Steuer Coaches sind stets bemüht zu helfen. Sie antworten freundlich, klar und lösungsorientiert. Ich bin damit wirklich sehr happy. Für mich war es außerdem die beste Entscheidung, meine Steuer selbst zu machen. Ich habe jetzt mehr Überblick über meine Zahlen und verstehe die Abläufe besser. Dadurch fühle ich mich deutlich sicherer, auch in der Kommunikation mit den Steuerbehörden. Ich kann Rückfragen schneller einordnen und gezielter reagieren. Das nimmt mir viel Stress und gibt mir das Gefühl, die Kontrolle zu haben. Der Live Call ist ein sinnvoller Zusatz. Du kannst offene Punkte direkt klären, ohne lange hin und her zu schreiben. Das spart Zeit und bringt schnell Klarheit. Fazit: Liebs 😊

Marco Richter

Top Team! Top Service!

Anonym