Die Anlage AVEÜR ist ein wichtiger Bestandteil der Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) und dient dazu, das Anlagevermögen deines Unternehmens detailliert darzustellen.
Hier erfasst du alle relevanten Informationen zu Wirtschaftsgütern, die deinem Betrieb langfristig dienen, einschließlich ihrer Anschaffungs- oder Herstellungskosten, Abschreibungen und Buchwerte. In diesem Beitrag erfährst du, wie du die Anlage AVEÜR über ELSTER & Co. richtig ausfüllst.
Die Anlage AVEÜR dient dazu, detaillierte Angaben zu den Abschreibungen (AfA) und dem Anlagevermögen deines Unternehmens zu machen. In der Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) ist der Platz für solche Angaben begrenzt. Daher musst du die Anlage AVEÜR zusätzlich einreichen, um die Werte des Anlagevermögens und die entsprechenden Abschreibungen genauer aufzulisten.
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Die Anlage AVEÜR ist immer dann einzureichen, wenn Anlagevermögen vorhanden ist. Für Wirtschaftsgüter, die nach dem 5. Mai 2006 angeschafft wurden, müssen die Angaben nach dem aktuellen amtlichen Vordruck erfolgen. Dabei handelt es sich um Wirtschaftsgüter, die deinem Unternehmen langfristig dienen und entsprechend abgeschrieben werden.
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Das Anlagevermögen umfasst Wirtschaftsgüter, die dauerhaft im Unternehmen verbleiben und der Leistungserstellung dienen. Dazu gehören unter anderem:
Das Anlagevermögen steht im Gegensatz zum Umlaufvermögen. Es umfasst alle Wirtschaftsgüter, die für den kurzfristigen Verbrauch oder Verkauf bestimmt sind, darunter:
Während das Anlagevermögen über mehrere Jahre abgeschrieben wird, wird das Umlaufvermögen in der Regel innerhalb eines Geschäftsjahres genutzt oder umgesetzt.
Die Anlage AVEÜR bei ELSTER einzutragen, kann auf den ersten Blick kompliziert wirken. Mit unserer Ausfüllhilfe führen wir dich Schritt für Schritt durch das Formular. Das Anlagenverzeichnis AVEÜR fügst du also innerhalb der Einnahmenüberschussrechnung (Anlage EÜR) hinzu. Beide Formulare sind miteinander verknüpft.
Zunächst trägst du die grundlegenden Informationen in das Formular ein:
Im nächsten Schritt listest du die einzelnen Posten des Anlagevermögens auf. Dazu gehören insbesondere die Anschaffungs- und Herstellungskosten für:
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Wenn du beispielsweise mehrere Fahrzeuge oder Maschinen besitzt, kannst du die Werte kumuliert eintragen. So löst du das Problem, dass für Kraftfahrzeuge oder andere bewegliche Wirtschaftsgüter oft nur eine Zeile vorgesehen ist.
Beispiel: Du bist selbstständige Handwerker:in und hast zwei Fahrzeuge für den Betrieb, eines für Lieferungen und eines für Mitarbeitende. Addiere die Anschaffungskosten beider Fahrzeuge und trage den Gesamtbetrag in die entsprechende Zeile für Kraftfahrzeuge ein.
Erfasse für jedes Wirtschaftsgut die jährlichen Abschreibungsbeträge:
💡 Hinweis von Accountable: In der Anlage AVEÜR trägst du immer die Netto-Beträge (ohne Mehrwertsteuer) ein.
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In der Anlage AVEÜR trägst du alle Anlagegüter ein, die während des Wirtschaftsjahres neu in den Besitz deines Unternehmens gelangt sind. Diese werden in der Spalte „Zugang“ dokumentiert. Beispiele sind:
Beispiel:
Eintragungen in der Anlage AVEÜR:
Ein Abgang liegt vor, wenn ein Wirtschaftsgut das Betriebsvermögen deines Unternehmens verlässt. Dies kann durch Verkauf, Entnahme ins Privatvermögen oder Zerstörung (z. B. bei Defekt) erfolgen. Solche Abgänge werden in der Anlage AVEÜR in der Spalte „Abgänge“ eingetragen – mit dem Restbuchwert des Wirtschaftsguts im betreffenden Wirtschaftsjahr.
Beispiel:
Ein Computer mit einem ursprünglichen Anschaffungspreis von 2.500 Euro hat nach Abschreibungen noch einen Restbuchwert von 1.000 Euro. Dieser Computer wird 2022 verschrottet. In der Spalte „Abgang“ trägst du für das Jahr 2022 den Betrag von 1.000 Euro ein.
In der Spalte „Anschaffungs- und Herstellungskosten (AHK)“ werden alle vorhandenen Wirtschaftsgüter mit ihrem ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskostenwert eingetragen, unabhängig davon, ob sie gekauft, selbst hergestellt oder von Gesellschafter:innen ins Unternehmen eingebracht wurden.
Beispiel:
Der Einlagewert beschreibt den Wert eines Wirtschaftsguts, das aus dem Privatvermögen eines Gesellschafters ins Betriebsvermögen übergeht. Dieser Wert wird ebenfalls in der Spalte „AHK“ erfasst.
Nachdem du für eine Art von Wirtschaftsgut alle erforderlichen Spalten ausgefüllt hast, musst du nun den Buchwert am Ende des Gewinnermittlungszeitraums ermitteln. Dabei gehst du wie folgt vor:
Beispiel für die Berechnung:
= Buchwert zum Jahresende: 5.000 Euro + 3.000 Euro - 500 Euro - 1.500 Euro - 1.000 Euro = 5.000 Euro
Der ermittelte Buchwert am Ende des Gewinnermittlungszeitraums wird automatisch der Buchwert zu Beginn des folgenden Jahres.
Mit dieser Methode stellst du sicher, dass alle Abgänge und Werte korrekt in der Anlage AVEÜR erfasst sind und deine Gewinnermittlung vollständig und nachvollziehbar ist.
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Auch wenn das Formular auf den ersten Blick übersichtlich wirkt, schleichen sich beim Ausfüllen der Anlage häufig kleine, aber folgenreiche Fehler ein. Achte besonders auf diese Punkte:
💡 Tipp von Accountable: Kontrolliere nach dem Ausfüllen, ob der Buchwert am Ende des Jahres exakt dem Buchwert zu Beginn des nächsten Jahres entspricht. So stellst du sicher, dass deine Berechnungen konsistent sind.
Die Anlage AVEÜR ist das zentrale Dokumentationsinstrument für dein Anlagevermögen. Hier hältst du fest, welche Wirtschaftsgüter dein Unternehmen besitzt, wie sie abgeschrieben werden und welchen Restwert sie am Jahresende haben. Diese Transparenz ist nicht nur für dich selbst hilfreich, sondern auch für das Finanzamt, falls eine Prüfung ansteht.
Gerade für Selbstständige und Freelancer:innen, die größere Anschaffungen wie Computer, Maschinen, Fahrzeuge oder Büroausstattung tätigen, ist eine sauber geführte AVEÜR unverzichtbar. Sie sorgt dafür, dass alle Abschreibungen korrekt erfasst, steuerliche Vorteile optimal genutzt und Wertveränderungen nachvollziehbar dokumentiert werden.
Auch bei späteren Investitionen oder der Erstellung von Jahresabschlüssen bietet dir die AVEÜR einen klaren Überblick über den Zustand deines Anlagevermögens und hilft, strategische Entscheidungen besser zu treffen.
Was ist der Unterschied zwischen Anlage AVEÜR und Anlage EÜR?
Die Anlage EÜR enthält eine Übersicht über alle Betriebseinnahmen und -ausgaben. Die Anlage AVEÜR ergänzt sie um detaillierte Angaben zum Anlagevermögen, also zu den Wirtschaftsgütern, die langfristig im Unternehmen bleiben.
Muss ich die Anlage AVEÜR einreichen, wenn ich kein Anlagevermögen habe?
Nein. Wenn du kein Anlagevermögen besitzt, musst du keine Anlage AVEÜR abgeben. In diesem Fall genügt die reguläre Einnahmenüberschussrechnung.
Wo finde ich die Anlage AVEÜR in ELSTER?
Nach dem Einloggen in Mein ELSTER findest du die Anlage AVEÜR im Formular „Einnahmenüberschussrechnung (Anlage EÜR)“.
Die AVEÜR ist kein eigenständiges Formular, sondern ein Unterformular (Anlageverzeichnis), das du innerhalb der EÜR aktivieren kannst. Du kannst sie direkt online ausfüllen oder zusammen mit der EÜR elektronisch übermitteln.
Kann ich die Anlage AVEÜR mit einer Buchhaltungssoftware ausfüllen?
Ja. Die Steuerlösung Accountable übertragen die Werte aus dem Anlageverzeichnis automatisch in die Anlage AVEÜR und erleichtern die elektronische Abgabe über ELSTER.
Was passiert, wenn ich Abgänge oder Abschreibungen vergesse?
Fehlende Angaben können zu falschen Gewinnen und damit zu steuerlichen Nachteilen führen. Das Finanzamt kann außerdem Nachfragen stellen oder Korrekturen verlangen. Es lohnt sich also, alle Einträge sorgfältig zu prüfen.
20 Kapitel knallhart recherchiert und vom Steuerprofi geprüft
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Autor - Sophia Merzbach
Sophia ist seit vielen Jahren Teil des Accountable-Teams und verbindet journalistische Genauigkeit mit handfestem Steuerwissen.
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Sven Schöffel
Ich finde es gut, dass ich als Kunde des Max Plans jetzt deutlich schnellere Antworten bekomme. Das war eine Zeit lang nicht zuverlässig so, umso positiver fällt mir die Verbesserung auf. Die Steuer Coaches sind stets bemüht zu helfen. Sie antworten freundlich, klar und lösungsorientiert. Ich bin damit wirklich sehr happy. Für mich war es außerdem die beste Entscheidung, meine Steuer selbst zu machen. Ich habe jetzt mehr Überblick über meine Zahlen und verstehe die Abläufe besser. Dadurch fühle ich mich deutlich sicherer, auch in der Kommunikation mit den Steuerbehörden. Ich kann Rückfragen schneller einordnen und gezielter reagieren. Das nimmt mir viel Stress und gibt mir das Gefühl, die Kontrolle zu haben. Der Live Call ist ein sinnvoller Zusatz. Du kannst offene Punkte direkt klären, ohne lange hin und her zu schreiben. Das spart Zeit und bringt schnell Klarheit. Fazit: Liebs 😊
Marco Richter
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Anonym