Das Leben als Selbstständige:r ist spannend, aber manchmal auch unberechenbar. Es gibt Phasen, in denen die Aufträge ausbleiben und das Konto leer bleibt. Aber was passiert, wenn du als Freelancer:in kein Einkommen hast? Wie bleibst du ohne Einkommen trotzdem krankenversichert? Und was ist mit der Steuererklärung? Keine Panik, in diesem Artikel erklären wir dir, was du tun kannst, wenn du selbstständig bist, aber kein Einkommen hast.
Es kann wirklich jede:n treffen: Eine Krankheit zwingt zu einer längeren Pause. Aber die Rechnungen laufen weiter. Wenn du als Selbstständige:r krank bist und kein Einkommen hast, empfehlen wir dir schnell zu handeln:
Krankentagegeld prüfen:
Bist du privat krankenversichert? Dann ist in deinem Vertrag vielleicht ein Krankentagegeld enthalten. Dieses zahlt dir einen täglichen Betrag, wenn du länger krank bist und nicht arbeiten kannst. Schau in deinen Vertrag oder frage bei deiner Versicherung nach.
Krankenversicherungspflicht:
Auch ohne regelmäßiges Einkommen musst du in Deutschland krankenversichert sein. In der gesetzlichen Krankenversicherung zahlst du einen Mindestbeitrag (ca. 200–220 Euro im Monat). Wenn du privat krankenversichert bist, kann der Beitrag deutlich höher sein.
Wenn deine finanzielle Situation angespannt ist, sprich mit deiner Krankenkasse. Oft gibt es Möglichkeiten, die Beiträge zu senken oder vorübergehend auszusetzen.
Beantrage Unterstützung:
Im Extremfall kannst du beim Sozialamt Unterstützung für deine Krankenversicherung beantragen.
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Du bist selbstständig und hast momentan keine Einnahmen. Dann stellt sich oft die Frage: Wie sieht es mit der Krankenversicherung aus?
In Deutschland gibt es für diese Situation klare Regeln:
Wenn du selbstständig bist, aber kein Einkommen hast, bleibt die Krankenversicherung trotzdem bestehen. Ohne regelmäßige Zahlungen kann es aber zu Rückständen kommen, und die Kasse bietet dir nur noch eine Notfallversorgung an. Das heißt, Routineuntersuchungen oder Vorsorgeleistungen werden nicht mehr übernommen.
Damit das nicht passiert, nimm frühzeitig Kontakt mit deiner Kasse auf, um niedrigere Beiträge oder Ratenzahlungen zu vereinbaren.
Außerdem solltest du einen Wechsel in Betracht ziehen. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung zu wechseln, je nachdem, wie deine langfristige Perspektive aussieht.
Auch wenn du keine Einkünfte hast, bist du als Selbstständige:r in den meisten Fällen verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Warum das wichtig ist:
1.Verluste angeben:
Wenn du in einem Jahr Verluste gemacht hast, kannst du diese in deiner Steuererklärung angeben. Diese Verluste werden als Verlustvortrag auf die folgenden Jahre übertragen. Sobald du wieder Einkommen hast, werden die Verluste damit verrechnet – und du zahlst weniger Steuern.
2. Umsatzsteuerpflicht:
Wenn du umsatzsteuerpflichtig bist, musst du auch dann Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben, wenn du keine Einnahmen hattest. Sonst drohen Bußgelder.
➡️ Was genau passiert, wenn du die Frist für die Umsatzsteuervoranmeldung verpasst, erfährst du hier.
3. Fristen beachten:
Auch wenn du kein Einkommen hast, können Verspätungszuschläge fällig werden, wenn du deine Steuererklärung nicht fristgerecht abgibst
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Wenn du über Monate oder sogar Jahre hinweg selbstständig bist, aber kein Einkommen hast, können die finanziellen und sozialen Auswirkungen gravierender werden.
Zum einen haben wir bereits den kritischen Punkt der Krankenversicherung erwähnt, den du beachten solltest, wenn du selbstständig bist, aber keine Einnahmenhast. Es ist wichtig zu wissen, dass auch bei längerem Einkommensausfall die Krankenversicherungspflicht bestehen bleibt. Wenn du nur eine Notfallversorgung hast, ist das auf Dauer natürlich auch ungünstig.
Außerdem zahlst du als Selbstständige:r in der Regel nicht automatisch in die Rentenversicherung ein. Längere Einkommenslücken bedeuten daher, dass du keine Vorsorge für dein Alter triffst.
Prüfe daher Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge oder lege (wenn möglich) kleine Beträge für die Zukunft zurück.
Wenn du über einen längeren Zeitraum kein Einkommen mit deiner selbstständigen Tätigkeit verzeichnest, steigt natürlich auch das Schuldenrisiko. Langfristig können Fixkosten wie Miete, Versicherungen oder Kredite ohne Einkommen zu einer Überschuldung führen. Schuldnerberatungen können dir hier helfen, einen Überblick zu behalten und Zahlungspläne zu verhandeln.
➡️ Liquiditätsmanagement: So erzielst du einen stabilen Cashflow!
Schlussendlich kann die finanzielle Unsicherheit über einen langen Zeitraum zu Stress, Isolation oder Selbstzweifeln führen. Sorge für dich selbst, indem du dich mit anderen austauschst und professionelle Hilfe in Anspruch nimmst, wenn nötig. Überdenke möglicherweise auch deine Selbstständigkeit strategisch:
Passt dein Geschäftsmodell noch zu deinem Markt? Gibt es vielleicht neue Dienstleistungen oder Produkte, die du anbieten könntest? Ist eine (temporäre) Rückkehr in eine Festanstellung eine Option?
Was du auch tun kannst, wenn du längere Zeit kein Einkommen hast, ist Sozialleistungen wie das Bürgergeld zu beantragen. Diese übernehmen deine Grundsicherung und Krankenversicherung. Zwar ist dies oft ein schwerer Schritt, aber es kann dir helfen, eine Durststrecke zu überstehen, ohne komplett in finanzielle Not zu geraten.
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Autor - Sophia Merzbach
Sophia ist seit vielen Jahren Teil des Accountable-Teams und verbindet journalistische Genauigkeit mit handfestem Steuerwissen.
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Hilfreich
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