Ein eigenes Fohlen großziehen, edle Blutlinien weiterentwickeln und Pferde mit Charakter und Qualität züchten – für viele Pferdebegeisterte ist das mehr als ein Traum. Wer mit dem Gedanken spielt, eine professionelle Pferdezucht aufzubauen, betritt nicht nur emotionales, sondern auch wirtschaftlich anspruchsvolles Terrain. Von der Gewerbeanmeldung über Steuerfragen bis zur Vermarktung deiner Pferde: Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du deine Pferdezucht erfolgreich und rechtssicher in die Selbstständigkeit führst.
Bevor du offiziell deine Pferdezucht gründen kannst, solltest du dir über einige grundlegende Fragen im Klaren sein: Was ist dein Ziel? Welche Pferderasse möchtest du züchten? Und wie soll die Vermarktung deiner Zuchtprodukte aussehen? Eine solide Planung ist entscheidend – nicht nur, weil Pferdehaltung teuer ist, sondern weil sich Zuchtbetriebe häufig über Jahre hinweg erst etablieren. Diese Punkte solltest du vor dem Start klären:
💡 Tipp: Sprich mit erfahrenen Züchter:innen, besuche schon längere Zeit bestehende Pferdehöfe oder nimm an Seminaren der Branchenverbände teil. Fachwissen und praktische Einblicke sind für angehende Pferdezüchter:innen Gold wert.
Wenn du dich mit einer Pferdezucht selbstständig machen möchtest, ist eine sorgfältige Vorbereitung das A und O. Neben viel Fachwissen brauchst du vor allem einen realistischen Blick auf den betrieblichen Alltag – denn Zucht bedeutet nicht nur Tierliebe, sondern auch Verantwortung und unternehmerisches Denken. Worauf du beim Aufbau deiner Pferdezucht achten solltest:
Wenn du regelmäßig Pferde züchtest und verkaufst, gilt deine Tätigkeit in der Regel als gewerblich – auch wenn du klein anfängst. Die Abgrenzung zwischen Hobby und Gewerbe ist steuerlich wichtig, denn sie entscheidet darüber, ob du zur Anmeldung verpflichtet bist und welche Pflichten auf dich zukommen. Das Finanzamt erkennt zum Beispiel anhand der folgenden Punkte, ob eine gewerbliche Pferdezucht vorliegt:
Treffen diese Merkmale zu, musst du deine Pferdezucht als Gewerbe anmelden – in der Regel beim zuständigen Gewerbeamt deiner Stadt oder Gemeinde.
💡 Hier beantworten wir die häufigsten Fragen rund um die Gewerbeanmeldung.
Sobald du deine Pferdezucht gewerblich betreibst, wirst du auch steuerlich relevant. Neben der Einkommensteuer spielt vor allem die Umsatzsteuer eine zentrale Rolle. Hier solltest du frühzeitig klären, ob du von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen willst – oder dich für die Regelbesteuerung entscheidest.
Wenn du regelmäßig Fohlen oder Pferde verkaufst, musst du grundsätzlich Umsatzsteuer ausweisen – aktuell 19 %. Allerdings kannst du dich unter bestimmten Voraussetzungen als Kleinunternehmer:in gemäß § 19 UStG behandeln lassen. In diesem Fall:
Voraussetzungen für die Kleinunternehmerregelung:
💡 Wenn du größere Investitionen planst (z. B. Stallbau, Pferdeanhänger, Deckhengst), kann auch ein Wechsel in die Regelbesteuerung sinnvoll sein – damit du dir die Vorsteuer zurückholen kannst.
Der Aufbau einer eigenen Pferdezucht ist mit hohen Kosten verbunden. Stall, Weideland, Zuchtstuten, Futter, Tierarzt, Transport – all das summiert sich schnell. Wenn du deine Pferdezucht gründen willst, brauchst du daher einen soliden Finanzierungsplan und solltest dich frühzeitig über mögliche Förderungen für die Existenzgründung informieren. Diese Kosten solltest du einkalkulieren:
💡 Hinweis: Selbst bei einer kleinen Zucht mit 2–3 Stuten entstehen in der Gründungsphase schnell Kosten im mittleren fünfstelligen Bereich – mit Stallneubau oder höherwertiger Infrastruktur auch deutlich mehr.
Um die Anfangsinvestitionen zu stemmen, stehen dir verschiedene Finanzierungswege offen – je nach Kapitalbedarf, Bonität und Geschäftskonzept kannst du folgende Optionen nutzen:
💡 Mehr dazu im Ratgeber: „Kredite für Kleinunternehmer:innen – was möglich ist und worauf du achten solltest“.
Eine hochwertige Zucht allein reicht nicht aus – du musst deine Pferde auch erfolgreich verkaufen. Gerade wenn du deine Pferdezucht selbstständig betreibst, solltest du dir frühzeitig Gedanken über Marketing und Vertrieb machen. Sichtbarkeit, Vertrauen und ein professioneller Auftritt sind hier entscheidend.
Überlege dir, an wen du verkaufen möchtest:
💡 Tipp: Je besser du deine Zielgruppe kennst, desto gezielter kannst du dein Angebot präsentieren.
Damit deine Pferde nicht nur gesund aufwachsen, sondern auch die richtigen Käufer:innen finden, brauchst du einen professionellen Außenauftritt. Eine gute Vermarktung schafft Vertrauen, erhöht deine Reichweite und kann sich spürbar auf den Verkaufspreis auswirken.
Tipp: Achte auf vollständige und transparente Verkaufsunterlagen – dazu gehören z. B. der Impfpass, der Equidenpass, Abstammungsnachweise und aktuelle tierärztliche Untersuchungen. Je besser die Dokumentation, desto größer das Vertrauen potenzieller Käufer:innen.
Bei der Preisgestaltung solltest du realistisch kalkulieren – und dabei nicht nur die direkten Kosten für Futter, Tierarzt oder Ausbildung berücksichtigen, sondern auch deinen zeitlichen Aufwand und Investitionen in Infrastruktur oder Marketing. Eine transparente, nachvollziehbare Preisstruktur wirkt zudem professionell und schafft Vertrauen bei Interessent:innen.
Ebenso wichtig ist ein rechtlich sauberer Verkaufsvertrag. Er sollte alle wesentlichen Punkte regeln: Angaben zum Pferd, Preis, Gesundheitszustand, Haftungsausschlüsse und Zahlungsmodalitäten. Im Idealfall lässt du den Vertrag juristisch prüfen – so bist du auf der sicheren Seite.
Je nach Käufer:in kann es sinnvoll sein, zusätzlich eine Ankaufsuntersuchung (AKU) zu organisieren – also eine tierärztliche Untersuchung zur Feststellung des Gesundheitszustands. Auch freiwillige Rückgaberegelungen oder Probezeiten können helfen, Unsicherheiten aufseiten deiner Kund:innen abzubauen und den Verkauf reibungsloser zu gestalten.
💡 Beispiel: Ein hochwertig gezüchtetes Warmblutfohlen kann zwischen 3.000 und 10.000 € kosten – abhängig von Abstammung, Exterieur (also dem äußeren Erscheinungsbild und Körperbau) und Aufzucht.
Eine Pferdezucht aufzubauen ist kein spontanes Hobbyprojekt, sondern eine echte unternehmerische Herausforderung – mit hohen Investitionen, klaren steuerlichen Pflichten und viel Verantwortung gegenüber den Tieren. Gleichzeitig bietet dir diese Form der Selbstständigkeit die Chance, deine Leidenschaft für Pferde mit einem sinnvollen und erfüllenden Beruf zu verbinden.
Wenn du strategisch vorgehst, dir fachlichen Rat holst und dich sorgfältig auf Gewerbeanmeldung, Steuern und Vermarktung vorbereitest, legst du den Grundstein für eine nachhaltige Zucht. Denn mit einem klaren Konzept, solider Planung und einer Prise Geduld kannst du dir Schritt für Schritt eine erfolgreiche Selbstständigkeit in der Pferdezucht aufbauen.
Muss ich ein Gewerbe anmelden, wenn ich nur gelegentlich Fohlen verkaufe?
Nicht unbedingt. Wenn du nur selten und ohne Gewinnerzielungsabsicht ein Pferd verkaufst, kann das noch als private Tätigkeit gelten. Sobald du jedoch regelmäßig züchtest und Einnahmen erzielst, verlangt das Finanzamt in der Regel eine Gewerbeanmeldung.
Ab wann gilt eine Pferdezucht als gewerblich?
Sobald eine Gewinnerzielungsabsicht, gewisse Regelmäßigkeit und eine unternehmerische Organisation vorliegt. Auch eine professionelle Vermarktung (z. B. Website, Anzeigen) kann ein Hinweis auf ein Gewerbe sein.
Kann ich meine Pferdezucht im Nebenerwerb starten?
Ja, viele Züchter:innen starten nebenberuflich. Wichtig ist, dass du auch als Kleinunternehmer:in alle steuerlichen Pflichten erfüllst – z. B. Einnahmen dokumentierst und ggf. Umsatzsteuer meldest.
Welche Umsatzsteuer fällt beim Pferdeverkauf an?
Wenn du umsatzsteuerpflichtig bist, musst du beim Verkauf in der Regel 19 % Umsatzsteuer berechnen. Ausnahmen gelten bei bestimmten Förderprogrammen oder bei Verkäufen ins Ausland – hier kann z. B. das Reverse-Charge-Verfahren greifen.
Lohnt sich die Kleinunternehmerregelung für Pferdezüchter:innen?
Das hängt von deinen Umsätzen und Investitionen ab. Bei geringen Einnahmen ist sie unkompliziert, du musst aber auf den Vorsteuerabzug verzichten. Planst du größere Anschaffungen oder hohe laufende Kosten, kann die Regelbesteuerung steuerlich günstiger sein.
20 Kapitel knallhart recherchiert und vom Steuerprofi geprüft
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Autor - Sophia Merzbach
Sophia ist seit vielen Jahren Teil des Accountable-Teams und verbindet journalistische Genauigkeit mit handfestem Steuerwissen.
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Die App ist super! Intuitiv und perfekt für Selbstständige. Leider ist meine Position noch zu exotisch für Accountable um genau diese Leichtigkeit auch in Anspruch zu nehmen. Es gibt noch keine einfache Lösung für Selbstständige mit zwei Steuernummern da zwei Berufe. Sollte sich das mal ändern, Wechsel ich von meinem Steuerberater wieder zu Accountable!
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Sven Schöffel
Ich finde es gut, dass ich als Kunde des Max Plans jetzt deutlich schnellere Antworten bekomme. Das war eine Zeit lang nicht zuverlässig so, umso positiver fällt mir die Verbesserung auf. Die Steuer Coaches sind stets bemüht zu helfen. Sie antworten freundlich, klar und lösungsorientiert. Ich bin damit wirklich sehr happy. Für mich war es außerdem die beste Entscheidung, meine Steuer selbst zu machen. Ich habe jetzt mehr Überblick über meine Zahlen und verstehe die Abläufe besser. Dadurch fühle ich mich deutlich sicherer, auch in der Kommunikation mit den Steuerbehörden. Ich kann Rückfragen schneller einordnen und gezielter reagieren. Das nimmt mir viel Stress und gibt mir das Gefühl, die Kontrolle zu haben. Der Live Call ist ein sinnvoller Zusatz. Du kannst offene Punkte direkt klären, ohne lange hin und her zu schreiben. Das spart Zeit und bringt schnell Klarheit. Fazit: Liebs 😊
Marco Richter
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Anonym