Du willst ein Kleinunternehmen anmelden und fragst dich, wo du anfangen musst? Kein Wunder – rund um das Thema gibt es viele Missverständnisse. Schnell entsteht der Eindruck, das Ganze sei kompliziert oder mit viel Bürokratie verbunden.
Die gute Nachricht: Ein Kleinunternehmen anzumelden ist einfacher, als viele denken, wenn du weißt, welche Schritte wirklich nötig sind. In diesem Artikel erfährst du klar und praxisnah, wie du dein Kleinunternehmen richtig anmeldest, wo der Unterschied zum Kleingewerbe liegt, welche Kosten auf dich zukommen und was du beim Finanzamt beachten musst – egal, ob haupt- oder nebenberuflich.
Ein Kleinunternehmen ist keine eigene Rechtsform und auch kein spezieller Unternehmenstyp. Stattdessen handelt es sich um eine steuerliche Regelung – genauer gesagt um die Kleinunternehmerregelung im Umsatzsteuergesetz (§ 19 UStG). Sie bestimmt ausschließlich, wie deine Umsätze steuerlich behandelt werden, nicht aber, ob oder wie du ein Unternehmen gründest.
Als Kleinunternehmer:in weist du keine Umsatzsteuer auf deinen Rechnungen aus und führst auch keine Umsatzsteuer an das Finanzamt ab. Im Gegenzug kannst du dir allerdings keine Vorsteuer aus Eingangsrechnungen zurückholen. Die Regelung soll vor allem kleinen, neu gestarteten Selbstständigkeiten den Einstieg erleichtern und Bürokratie reduzieren.
Ob du als Kleinunternehmen gelten kannst, hängt allein von deinem Umsatz ab. Seit 2025 gelten diese Grenzen:
Bleibst du innerhalb dieser Grenzen, kannst du die Kleinunternehmerregelung nutzen. Wichtig ist dabei: Das Finanzamt entscheidet nicht automatisch, ob du Kleinunternehmer:in bist – du wählst die Regelung aktiv im Rahmen deiner steuerlichen Anmeldung.
Die kurze Antwort lautet: Ja – du musst ein Kleinunternehmen anmelden. Auch wenn dein Umsatz gering ist oder du nur nebenbei startest, ist die Anmeldung deiner selbstständigen Tätigkeit Pflicht. Entscheidend ist nicht, wie viel du verdienst, sondern dass du selbstständig arbeitest.
Wichtig ist dabei eine klare Unterscheidung: Du meldest nicht das „Kleinunternehmen“ als solches an, sondern deine selbstständige Tätigkeit. Die Kleinunternehmerregelung ist lediglich eine steuerliche Option, die du im Rahmen der Anmeldung beim Finanzamt auswählst.
Das bedeutet konkret:
Ein häufiger Irrtum lautet: „Bei kleinen Umsätzen muss man nichts anmelden.“ Doch das ist falsch. Auch wenn du zunächst keinen oder nur wenig Umsatz machst, erwartet das Finanzamt eine formale Anmeldung. Spätestens dann, wenn du Rechnungen schreibst oder Einnahmen erzielst, solltest du aktiv werden.
Wenn du ein Kleinunternehmen anmelden willst, ist vor allem eines wichtig zu wissen: Es gibt nicht die eine Anmeldung, sondern zwei mögliche Ebenen, die sauber voneinander getrennt sind. Im Mittelpunkt steht dabei immer das Finanzamt. Eine Anmeldung beim Gewerbeamt kommt nur in bestimmten Fällen zusätzlich dazu.
Die Anmeldung beim Finanzamt ist verpflichtend – unabhängig davon, ob du haupt- oder nebenberuflich startest und unabhängig von deinem erwarteten Umsatz. Dafür nutzt du den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Mit diesem Formular teilst du dem Finanzamt mit, dass du eine selbstständige Tätigkeit aufnimmst.
Im Fragebogen gibst du unter anderem an:
Genau an dieser Stelle entscheidest du dich also aktiv für oder gegen das Kleinunternehmen im steuerlichen Sinn. Das Finanzamt vergibt dir anschließend eine Steuernummer, die du später für Rechnungen und Steuererklärungen benötigst.
💡 Wichtig: Du darfst bereits starten, auch wenn die Steuernummer noch nicht vorliegt. Du solltest den Fragebogen aber spätestens innerhalb von vier Wochen nach Tätigkeitsbeginn einreichen.
In der Praxis meldest du dein Kleinunternehmen heute fast immer online über ELSTER an. ELSTER ist das offizielle Portal der Finanzverwaltung und der Standardweg für die steuerliche Anmeldung.
Der Ablauf ist überschaubar:
Der große Vorteil: Die Anmeldung über ELSTER ist kostenlos, rechtssicher und vollständig digital. Fehler entstehen meist nicht durch das System selbst, sondern durch unklare Angaben zur Tätigkeit oder zur Kleinunternehmerregelung. Hier lohnt es sich, kurz innezuhalten und sauber zu arbeiten.
Die Begriffe Kleinunternehmen und Kleingewerbe werden oft verwechselt, meinen aber zwei unterschiedliche Dinge.
Beides kann zusammenkommen – muss es aber nicht. Du kannst zum Beispiel ein Kleingewerbe ohne Kleinunternehmerregelung führen (mit Umsatzsteuer) oder Kleinunternehmer:in ohne Gewerbe sein, etwa als Freiberufler:in.
➡️Mehr dazu in unserem Artikel Kleingewerbe vs. Kleinunternehmer: Was ist der Unterschied?
Ob du zusätzlich zur Anmeldung beim Finanzamt auch ein Gewerbe anmelden musst, hängt nicht vom Kleinunternehmen, sondern von deiner Tätigkeit ab. Entscheidend ist also nicht dein Umsatz, sondern die Art deiner selbstständigen Arbeit.
Ein Gewerbe musst du anmelden, wenn deine Tätigkeit nicht als freiberuflich gilt. Das betrifft zum Beispiel:
In diesen Fällen meldest du dein Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt deiner Stadt oder Gemeinde an. Die Gewerbeanmeldung ist meist formlos möglich, oft auch online, und kostet je nach Kommune zwischen etwa 20 und 70 Euro.
Arbeitest du dagegen freiberuflich, brauchst du keine Gewerbeanmeldung. Freiberufler:innen melden sich ausschließlich beim Finanzamt an. Typische freiberufliche Tätigkeiten sind zum Beispiel kreative, beratende, wissenschaftliche oder unterrichtende Berufe. Ob deine Tätigkeit tatsächlich als freiberuflich gilt, entscheidet im Zweifel das Finanzamt.
➡️Hier beantworten wir die häufigsten Fragen von Selbstständigen & Freelancern Gewerbeanmeldung.
Auch wenn du dein Kleinunternehmen nebenberuflich startest, gelten grundsätzlich die gleichen Anmeldepflichten wie bei einer hauptberuflichen Selbstständigkeit. Du meldest deine Tätigkeit also beim Finanzamt an und – falls nötig – zusätzlich beim Gewerbeamt. Einen „vereinfachten“ Nebenjob-Status gibt es nicht.
Bei der Anmeldung gibst du jedoch an, dass es sich um eine Nebentätigkeit handelt. Das ist vor allem für das Gewerbeamt und später für die Krankenkasse relevant. Sie prüft, ob deine selbstständige Tätigkeit zeitlich und wirtschaftlich untergeordnet bleibt. Ist das der Fall, bleibst du in der Regel weiterhin über dein Angestelltenverhältnis versichert. Steuerlich macht es zunächst keinen Unterschied, ob du haupt- oder nebenberuflich selbstständig bist.
Tipp: Gerade für den Einstieg ist die Kleinunternehmerregelung im Nebenberuf beliebt. Sie reduziert den Verwaltungsaufwand, weil du keine Umsatzsteuer abrechnen musst. Trotzdem solltest du prüfen, ob sie zu deiner Situation passt – etwa dann, wenn du höhere Ausgaben hast, vorwiegend B2B tätig bist und den Vorsteuerabzug nutzen willst.
Die gute Nachricht vorweg: Ein Kleinunternehmen anzumelden ist vergleichsweise günstig. Hohe Startkosten entstehen durch die Anmeldung selbst in der Regel nicht – vor allem dann nicht, wenn du freiberuflich arbeitest oder vieles online erledigst.
Die Anmeldung beim Finanzamt ist kostenlos. Der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung wird online über ELSTER ausgefüllt und verursacht keine Gebühren. Auch die Registrierung bei ELSTER selbst kostet nichts.
Zusätzliche Kosten fallen nur an, wenn du ein Gewerbe anmelden musst. Die Gewerbeanmeldung kostet je nach Stadt oder Gemeinde meist zwischen 20 und 70 Euro. In vielen Regionen kannst du sie ebenfalls online erledigen, was Zeit spart.
Weitere Kosten können indirekt entstehen, etwa durch:
Unterm Strich gilt: Für die reine Anmeldung eines Kleinunternehmens liegen die Kosten in vielen Fällen unter 100 Euro. Teuer wird es meist erst später – etwa durch laufende Versicherungen, Software oder Beratung, nicht durch die Anmeldung selbst.
Grundsätzlich gilt: Ja, du kannst ein Kleinunternehmen auch nachträglich anmelden. In der Praxis ist das möglich, wenn du deine selbstständige Tätigkeit bereits aufgenommen hast, dich aber noch nicht beim Finanzamt oder Gewerbeamt gemeldet hast.
Allerdings ist eine rückwirkende Anmeldung nicht ideal. Je länger du wartest, desto größer werden die möglichen Konsequenzen. Dazu gehören zum Beispiel Rückfragen vom Finanzamt, Nachzahlungen oder – bei einer verspäteten Gewerbeanmeldung – auch Bußgelder. Problematisch kann es außerdem werden, wenn du bereits Rechnungen geschrieben hast, ohne steuerlich korrekt erfasst zu sein.
Wichtig zu wissen: Eine kurze Verzögerung von wenigen Tagen oder Wochen wird oft kulant behandelt, vor allem bei Neugründer:innen. Kritisch wird es, wenn du über Monate hinweg Einnahmen erzielst, ohne deine Tätigkeit angemeldet zu haben.
Die beste Vorgehensweise ist daher:
Wer hier transparent handelt, vermeidet in der Regel größere Probleme. Besser ist es aber immer, die Anmeldung direkt zu Beginn zu erledigen – dann bist du rechtlich auf der sicheren Seite.
Ein Kleinunternehmen anzumelden ist kein komplizierter Behördenmarathon, sondern vor allem eine Frage der richtigen Reihenfolge. Entscheidend ist, dass du deine selbstständige Tätigkeit beim Finanzamt anmeldest und dort bewusst festlegst, ob du die Kleinunternehmerregelung nutzen möchtest.
Wichtig ist außerdem, Kleinunternehmen und Kleingewerbe nicht zu verwechseln. Das eine betrifft die Umsatzsteuer, das andere die Art deiner Tätigkeit. Wenn du diese Unterscheidung verstanden hast und frühzeitig handelst, ist die Anmeldung meist in kurzer Zeit erledigt – und kostet deutlich weniger, als viele erwarten.
Ab wann muss ich ein Kleinunternehmen anmelden?
Du musst dein Kleinunternehmen ab dem Zeitpunkt anmelden, an dem du deine selbstständige Tätigkeit aufnimmst. Spätestens wenn du Rechnungen schreibst oder Einnahmen erzielst, erwartet das Finanzamt eine Anmeldung. Idealerweise meldest du dich direkt zu Beginn, spätestens aber innerhalb weniger Wochen.
Muss ich ein Kleinunternehmen anmelden, auch wenn ich noch keinen Umsatz habe?
Ja. Auch ohne Umsatz bist du verpflichtet, deine Tätigkeit beim Finanzamt anzumelden. Entscheidend ist nicht, wie viel du verdienst, sondern dass du selbstständig tätig bist. Gerade in der Startphase ist eine frühe Anmeldung sinnvoll, um späteren Ärger zu vermeiden.
Kann ich ein Kleinunternehmen ohne Gewerbe anmelden?
Ja, das ist möglich. Freiberufler:innen müssen kein Gewerbe anmelden und melden sich ausschließlich beim Finanzamt an. Ob du freiberuflich oder gewerblich tätig bist, hängt von deiner konkreten Tätigkeit ab – nicht davon, ob du die Kleinunternehmerregelung nutzt.
20 Kapitel knallhart recherchiert und vom Steuerprofi geprüft
Kostenlos herunterladen
Autor - Robert Jödicke
Robert Jödicke ist ein erfahrener Steuerexperte und Autor bei Accountable, spezialisiert auf Steuertipps und Steuerersparnisse für Selbstständige.
Wer ist Robert ?Danke für dein Feedback!
Hilfreich
Angestellte haben es leicht: Ein kurzer Blick auf die Lohnabrechnung genügt, um festzustellen, wie ...
Mehr erfahrenSteuern absetzen als Selbstständiger – für viele ein leidiges Thema. Ob Chaos bei den Belege...
Mehr erfahrenJeden Monat Geld für Steuern zurücklegen – klingt logisch, oder? Doch viele Selbstständige sind...
Mehr erfahrenFür mich als Kleinunternehmer ist der Preis ein bisschen hoch, aber für alles, was ich bekomme: alle Übersichten von Einnahmen und Ausgaben, die Funktionen rund um das Auto... ist es einfach top. Und das letzte Update zu den wiederkehrenden Ausgaben war hervorragend! Dankeschön.
Ardalan Zamanimehr
Die App ist super! Intuitiv und perfekt für Selbstständige. Leider ist meine Position noch zu exotisch für Accountable um genau diese Leichtigkeit auch in Anspruch zu nehmen. Es gibt noch keine einfache Lösung für Selbstständige mit zwei Steuernummern da zwei Berufe. Sollte sich das mal ändern, Wechsel ich von meinem Steuerberater wieder zu Accountable!
Viktor Rosin
Sehr freundlich und gezielte , verständliche Angaben und Erklärungen
Pascal Koopmann
Auf meine Anfrage habe ich sehr schnell eine sehr nette und kompetente Antwort bekommen. Die Mitarbeiterin hat mein als Verbesserungsvorschlag weitergegeben - und schon nach kurzer Zeit kam die Antwort, dass das entsprechende Feature eingearbeitet wurde. Tolle Arbeit!
Dr. Annika Krummacher
Sehr nette und kompetente Beratung - vielen Dank!
Annika Schirmer
Sehr gute App sehr einfach zu verstehen und leichte Bedienung
Johannes Sen
Schnelle Antwort mit Hilfestellung die das Problem sofort gelöst hat. Danke
Albert Friedrich Vontz
Meine Erfahrung mit Accountable ist wirklich klasse! Alles ist sehr übersichtlich und gut strukturiert und das Wichtigste: es funktioniert wie es soll! Es gibt online Webinare, einen KI Steuerberater der Zugriff auf die persönlichen Dokumente hat und die Steuer Coaches von welchen ich extrem begeistert bin. Sehr klare, ausführliche, vorausschauende und freundliche Antworten auf meine Fragen. Als selbsständiger Dienstleister fühle ich mich sehr gut aufgehoben und kann Accountable nur empfehlen.
Sven Schöffel
Ich finde es gut, dass ich als Kunde des Max Plans jetzt deutlich schnellere Antworten bekomme. Das war eine Zeit lang nicht zuverlässig so, umso positiver fällt mir die Verbesserung auf. Die Steuer Coaches sind stets bemüht zu helfen. Sie antworten freundlich, klar und lösungsorientiert. Ich bin damit wirklich sehr happy. Für mich war es außerdem die beste Entscheidung, meine Steuer selbst zu machen. Ich habe jetzt mehr Überblick über meine Zahlen und verstehe die Abläufe besser. Dadurch fühle ich mich deutlich sicherer, auch in der Kommunikation mit den Steuerbehörden. Ich kann Rückfragen schneller einordnen und gezielter reagieren. Das nimmt mir viel Stress und gibt mir das Gefühl, die Kontrolle zu haben. Der Live Call ist ein sinnvoller Zusatz. Du kannst offene Punkte direkt klären, ohne lange hin und her zu schreiben. Das spart Zeit und bringt schnell Klarheit. Fazit: Liebs 😊
Marco Richter
Top Team! Top Service!
Anonym