Du möchtest einen Kostenvoranschlag schreiben, bist dir aber unsicher, wie verbindlich er ist, was hineinmuss und worin der Unterschied zum Angebot liegt? Damit bist du nicht allein. Ein sauber formulierter Kostenvoranschlag schafft Klarheit für deine Kund:innen – und schützt dich gleichzeitig vor Missverständnissen und Streit über Preise. In diesem Ratgeber erfährst du, welche rechtlichen Regeln gelten und wie du einen Kostenvoranschlag richtig schreibst.
Unter einem Kostenvoranschlag (früher auch als „Kostenanschlag“ bezeichnet) versteht man im Allgemeinen eine unverbindliche Einschätzung der voraussichtlichen Kosten für eine Leistung oder ein Projekt. Du zeigst deinen Kund:innen damit vorab, mit welchen Ausgaben sie ungefähr rechnen müssen, bevor sie sich entscheiden.
In der Praxis nutzen Selbstständige Kostenvoranschläge vor allem dann, wenn der genaue Aufwand noch nicht sicher feststeht. Das ist typisch bei individuellen Dienstleistungen, Reparaturen oder Projekten mit variablen Leistungen. Der Kostenvoranschlag schafft dabei Transparenz und Vertrauen, ohne dich direkt auf einen festen Preis festzulegen.
Für deine Kund:innen ist er eine wichtige Entscheidungsgrundlage. Für dich als Unternehmer:in ist er ein Werkzeug, um Erwartungen zu steuern und spätere Diskussionen über Kosten zu vermeiden – vorausgesetzt, er ist klar formuliert.
Kostenvoranschlag, Angebot und Rechnung klingen ähnlich – erfüllen aber ganz unterschiedliche Funktionen, was im Alltag schnell zu Verwirrung führen kann. Deshalb ist es wichtig zu wissen, welches Dokument du in welcher Situation nutzt und welche rechtliche Wirkung damit verbunden ist.
Kurz gesagt:
| Dokument | Zweck | Verbindlichkeit | Zeitpunkt |
| Kostenvoranschlag | Kosteneinschätzung | meist unverbindlich | vor Projektstart |
| Angebot | Vertragsgrundlage | meist verbindlich | vor Auftrag |
| Rechnung | Zahlungsforderung | verbindlich | nach Leistung |
💡 Praxis-Tipp: In vielen Fällen ist die Reihenfolge sinnvoll: Kostenvoranschlag → Angebot → Rechnung. So wissen beide Seiten, woran sie sind, ohne dass du dich zu früh festlegen musst.
Ein Kostenvoranschlag ist grundsätzlich unverbindlich. Das bedeutet: Du gibst eine realistische Einschätzung der Kosten ab, ohne dich auf einen festen Preis festzulegen. Diese Regel ist auch gesetzlich verankert, nämlich in § 632 Abs. 3 BGB.
Im Regelfall gilt ein Kostenvoranschlag als unverbindlich, wenn keine ausdrückliche Vereinbarung zur Verbindlichkeit getroffen wurde. Typische Hinweise darauf sind Formulierungen wie:
Solche Angaben machen klar, dass es sich um eine Schätzung handelt. Kleinere Abweichungen nach oben sind damit grundsätzlich zulässig – solange sie im Rahmen bleiben.
Ein Kostenvoranschlag kann ausnahmsweise verbindlich werden, wenn du dich ausdrücklich dazu verpflichtest. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn:
In diesen Fällen gilt der Kostenvoranschlag praktisch wie ein Angebot. Überschreitungen sind dann nur in sehr engen Grenzen möglich – oder gar nicht.
Auch bei einem unverbindlichen Kostenvoranschlag darfst du die veranschlagten Kosten nicht unbegrenzt überschreiten. Steigt der tatsächliche Aufwand deutlich, gelten klare Spielregeln. Ziel ist, unangenehme Überraschungen für deine Kund:innen zu vermeiden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen geringfügigen und wesentlichen Kostenüberschreitungen.
Eine geringfügige Überschreitung ist in der Praxis erlaubt, ohne dass du vorher Rücksprache halten musst. Gerichte orientieren sich dabei häufig an einem Richtwert von etwa 10 bis 20 Prozent über dem ursprünglich geschätzten Betrag.
Beispiel: Liegt dein Kostenvoranschlag bei 1.000 €, gelten Mehrkosten von bis zu rund 100 bis 200 € oft noch als zulässig – sofern sie sachlich begründet sind.
Sobald absehbar ist, dass die Kosten den Kostenvoranschlag wesentlich überschreiten, bist du verpflichtet, deine Kund:innen unverzüglich zu informieren. Das gilt auch dann, wenn der Kostenvoranschlag unverbindlich war.
Deine Kund:innen haben dann das Recht,
Unterlässt du diese Information, riskierst du, auf den Mehrkosten sitzen zu bleiben.
💡 Praxis-Tipp: Informiere lieber zu früh als zu spät über steigende Kosten. Ein kurzer Hinweis per E-Mail oder Telefon schützt dich vor Streit – und stärkt das Vertrauen.
Grundsätzlich gilt: Ein Kostenvoranschlag ist kostenlos, wenn nichts anderes vereinbart wurde. Allerdings darfs du für einen Kostenvoranschlag Geld verlangen, wenn du das vorab klar kommunizierst und vereinbarst. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn:
Wichtig ist: Der Hinweis auf die Kosten muss vor der Erstellung erfolgen. Ein späterer Vermerk auf dem Dokument reicht nicht aus.
In der Praxis hat sich eine klare, einfache Formulierung bewährt, zum Beispiel:
„Für die Erstellung des Kostenvoranschlags berechnen wir pauschal 80 €.
Bei Auftragserteilung wird dieser Betrag verrechnet.“
Damit dein Kostenvoranschlag professionell wirkt und es später keine Missverständnisse gibt, sollte er bestimmte Angaben unbedingt enthalten. Zwar gibt es keine gesetzlich festgelegte Pflichtliste wie bei Rechnungen, in der Praxis haben sich aber klare Standards etabliert.
Je vollständiger und eindeutiger dein Kostenvoranschlag ist, desto besser schützt er dich und deine Kund:innen.
Ein vollständiger Kostenvoranschlag enthält in der Regel:
Gerade die Leistungsbeschreibung ist entscheidend. Je genauer du erklärst, was im Preis enthalten ist, desto geringer ist später das Streitpotenzial.
Bist du umsatzsteuerpflichtig, solltest du im Kostenvoranschlag klar angeben, ob sich die Preise netto oder brutto verstehen und welcher Steuersatz gilt.
Nutzt du die Kleinunternehmerregelung(§ 19 UStG), darfst du keine Umsatzsteuer ausweisen. Stattdessen gehört ein Hinweis wie dieser in den Kostenvoranschlag:
„Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.“
Ein Anschreiben zum Kostenvoranschlag ist nicht verpflichtend, kann aber in vielen Fällen sehr sinnvoll sein. Vor allem bei neuen Kund:innen, erklärungsbedürftigen Projekten oder wenn es sich um komplexe oder individuelle Leistungen handelt, hilft ein kurzer Begleittext, den Kostenvoranschlag richtig einzuordnen. In einfachen Fällen – etwa bei klar umrissenen Standardleistungen – kannst du darauf verzichten.
Wenn du einen Kostenvoranschlag erstellen möchtest, findest du online ganz unterschiedliche Hilfsmittel: Beispiele, bearbeitbare Vorlagen oder vorgefertigte Formulare. Auch wenn die Begriffe oft ähnlich verwendet werden, erfüllen sie unterschiedliche Zwecke.
Ein Muster zeigt dir, wie ein Kostenvoranschlag aufgebaut sein kann und welche Inhalte üblich sind. Solche Schreiben helfen vor allem dabei, ein Gefühl für Struktur, Formulierungen und Reihenfolge zu bekommen.
Sie eignen sich gut als Inspiration, sollten aber nie ungeprüft übernommen werden. Jeder Auftrag ist anders – und dein Kostenvoranschlag sollte das widerspiegeln.
Deutlich hilfreicher sind anpassbare Vorlagen, etwa als Word- oder Excel-Dokument. Sie geben dir eine feste Struktur vor, lassen aber genug Spielraum, um Leistungen, Preise und Hinweise individuell einzutragen.
Gerade wenn du häufiger ähnliche Aufträge hast, kannst du mit einer guten Vorlage Zeit sparen und trotzdem professionell arbeiten – auch ohne jedes Mal neu anzufangen.
Vordrucke sind meist stark standardisiert und eignen sich vor allem dann, wenn Leistungen immer gleich aufgebaut sind. Für individuelle Projekte oder Dienstleistungen sind sie oft zu unflexibel, weil sich Inhalte nur begrenzt anpassen lassen.
Ob du deinen Kostenvoranschlag selber schreibst oder dafür eine Software nutzt, hängt vor allem davon ab, wie oft du solche Dokumente erstellst und wie komplex deine Leistungen sind. Beide Wege haben ihre Berechtigung – wichtig ist, dass das Ergebnis klar, nachvollziehbar und rechtssicher ist.
Gerade am Anfang greifen viele Selbstständige zu Word, Excel oder einer eigenen Vorlage. Das ist schnell erledigt und kostet nichts. Für einzelne, überschaubare Projekte kann das völlig ausreichen.
Der Nachteil: Du musst selbst darauf achten, keine Pflichtangaben zu vergessen, Preise korrekt zu berechnen und Formulierungen sauber zu wählen. Kleine Fehler – etwa bei der Umsatzsteuer oder der Unverbindlichkeit – führen später schnell zu Rückfragen oder Diskussionen.
Mit einer Buchhaltungssoftware arbeitest du deutlich strukturierter. Leistungen, Preise und Kund:innendaten sind sauber erfasst, Rechenfehler werden vermieden und das Layout wirkt automatisch professionell. Außerdem kannst du Dokumente leichter wiederverwenden oder weiterverarbeiten.
Gerade wenn du regelmäßig Kostenvoranschläge erstellst, sparst du damit Zeit und reduzierst typische Fehlerquellen.
💡 Praxis-Tipp: Um einen Kostenvoranschlag in der Accountable-App zu erstellen, nutzt du die Angebotsfunktion. Du legst ein Angebot an, trägst die Leistungen und Preise ein und kennzeichnest das Dokument im Text klar als unverbindlichen Kostenvoranschlag. So erhältst du ein professionelles PDF zur Kostenabschätzung. Wird das Projekt später konkret, kannst du den Kostenvoranschlag in ein verbindliches Angebot oder direkt in eine Rechnung überführen. Wichtig ist, dass du die Unverbindlichkeit eindeutig formulierst, damit das Dokument rechtlich nicht als Angebot gilt.
Ein Kostenvoranschlag hilft dir, Kosten realistisch einzuschätzen und Erwartungen früh zu klären – ohne dich direkt festzulegen. Wichtig ist, dass du Leistungen verständlich beschreibst, Preise sauber kalkulierst und die Unverbindlichkeit klar formulierst. So vermeidest du Missverständnisse und unnötige Diskussionen.
Ob du mit einer Vorlage arbeitest oder Software nutzt, hängt von deinem Alltag ab. Entscheidend ist nicht das Tool, sondern dass dein Kostenvoranschlag transparent, nachvollziehbar und professionell aufgebaut ist. Dann wird er zu einem sinnvollen Zwischenschritt auf dem Weg von der Anfrage bis zur Rechnung.
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Ist ein Kostenvoranschlag verpflichtend?
Nein. Einen Kostenvoranschlag musst du nicht zwingend erstellen, es sei denn, er wird ausdrücklich verlangt oder branchenüblich erwartet. In vielen Fällen ist er aber sinnvoll, um Kosten vorab zu klären und Streit zu vermeiden.
Wie lange ist ein Kostenvoranschlag gültig?
Eine feste gesetzliche Frist gibt es nicht. Üblich sind 14 oder 30 Tage. Eine klare Gültigkeitsdauer schützt dich davor, dass alte Preise später noch als Grundlage herangezogen werden.
Muss ein Kostenvoranschlag schriftlich erfolgen?
Nein, rechtlich kann ein Kostenvoranschlag auch mündlich erfolgen. Aus Gründen der Nachvollziehbarkeit und Beweissicherheit ist eine schriftliche Form – zum Beispiel als PDF per E-Mail – aber dringend zu empfehlen.
20 Kapitel knallhart recherchiert und vom Steuerprofi geprüft
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Autor - Sophia Merzbach
Sophia ist seit vielen Jahren Teil des Accountable-Teams und verbindet journalistische Genauigkeit mit handfestem Steuerwissen.
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Ich finde es gut, dass ich als Kunde des Max Plans jetzt deutlich schnellere Antworten bekomme. Das war eine Zeit lang nicht zuverlässig so, umso positiver fällt mir die Verbesserung auf. Die Steuer Coaches sind stets bemüht zu helfen. Sie antworten freundlich, klar und lösungsorientiert. Ich bin damit wirklich sehr happy. Für mich war es außerdem die beste Entscheidung, meine Steuer selbst zu machen. Ich habe jetzt mehr Überblick über meine Zahlen und verstehe die Abläufe besser. Dadurch fühle ich mich deutlich sicherer, auch in der Kommunikation mit den Steuerbehörden. Ich kann Rückfragen schneller einordnen und gezielter reagieren. Das nimmt mir viel Stress und gibt mir das Gefühl, die Kontrolle zu haben. Der Live Call ist ein sinnvoller Zusatz. Du kannst offene Punkte direkt klären, ohne lange hin und her zu schreiben. Das spart Zeit und bringt schnell Klarheit. Fazit: Liebs 😊
Marco Richter
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Anonym