Hamburg ist für viele Freelancer:innen und Gründer:innen ein attraktiver Standort: starke Wirtschaft, gute Infrastruktur und verlässliche Netzwerke. Gleichzeitig ist die Stadt kein günstiges Pflaster, vor allem bei Mieten, Büroflächen und laufenden Kosten. Wer sich hier selbstständig machen will, sollte deshalb realistisch planen – und wissen, worauf es wirklich ankommt.
In diesem Guide erfährst du praxisnah, was dich beim Start in die Selbstständigkeit in Hamburg erwartet. Wir zeigen dir, wie hoch die Lebenshaltungskosten sind, wo du arbeiten kannst, welche Steuern und Behörden relevant sind und welche Förderungen dir tatsächlich helfen können.
Wenn du dich in Hamburg selbstständig machen willst, solltest du die Lebenshaltungskosten realistisch einschätzen. Die Stadt gehört zu den teureren Standorten in Deutschland – ist aber deutlich berechenbarer, als ihr Ruf vermuten lässt. Entscheidend ist, wo und wie du lebst und arbeitest.
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Die Miete ist der größte Kostenblock für Selbstständige in Hamburg – vor allem, wenn du im Homeoffice arbeitest oder viel Zeit zu Hause verbringst. Die Preise unterscheiden sich stark je nach Stadtteil.
In beliebten, innenstadtnahen Vierteln wie Schanze, Altona oder Eimsbüttel liegen die Angebotsmieten für kleine Wohnungen deutlich über dem Hamburger Durchschnitt. Für eine 1-Zimmer-Wohnung solltest du hier realistisch mit 800 bis 1.000 Euro Kaltmiete rechnen. Eine 2-Zimmer-Wohnung kostet schnell 900 bis 1.150 Euro kalt, je nach Lage und Zustand.
Etwas günstiger wird es in Stadtteilen wie Wandsbek oder in Teilen des Hamburger Ostens. Dort sind vergleichbare Wohnungen oft 200 bis 300 Euro günstiger, bei weiterhin guter Anbindung.
Viele Selbstständige entscheiden sich bewusst gegen eine Wohnung in der Innenstadt und ziehen ins Hamburger Umland. Orte wie Norderstedt, Pinneberg oder Ahrensburg sind gut angebunden und deutlich günstiger.
Hier liegen die Mieten häufig 20–30 % unter dem Hamburger Stadtniveau. Das kann mehrere tausend Euro Ersparnis pro Jahr bedeuten – Geld, das du gerade in der Anfangsphase gut für Rücklagen oder Investitionen gebrauchen kannst.
💡 Wichtig zu wissen: Wenn du gewerblich tätig bist, kann auch der Gewerbesteuer-Hebesatz im Umland eine Rolle spielen. Einige Gemeinden liegen hier deutlich unter Hamburg. Für Freiberufler:innen ist das dagegen meist irrelevant.
Neben der Miete solltest du deine laufenden Lebenshaltungskosten einplanen. Für einen Single ohne Familie liegen diese in Hamburg – ohne Miete – grob bei 900 bis 1.200 Euro im Monat, abhängig von Lebensstil und Ausgaben. Typische Kostenpunkte sind:
Gerade am Anfang der Selbstständigkeit stellt sich schnell die Frage: Wo arbeite ich eigentlich? Ein eigenes Büro ist oft zu teuer, dauerhaft im Café zu sitzen keine Lösung. In Hamburg gibt es dafür pragmatische Zwischenmodelle, die viele Freelancer:innen nutzen.
Coworking ist in Hamburg für viele Selbstständige der Einstieg. Die Stadt hat eine große Auswahl an etablierten Spaces, sehr bekannt sind zum Beispiel diese hier:
💡 Hinweis: Für einen Flex Desk (freier Arbeitsplatz ohne festen Schreibtisch) zahlst du in Hamburg meist 200–300 Euro pro Monat. Ein Fix Desk (eigener, fester Platz) liegt häufig bei 300–450 Euro, kleine Büros starten je nach Lage und Anbieter bei 1.200 Euro monatlich.
Viele Selbstständige in Hamburg arbeiten hybrid. Das heißt: ein Teil der Woche im Homeoffice oder eigenen Arbeitszimmer, ein bis zwei Tage im Coworking-Space oder bei Kund:innen.
| Homeoffice ist sinnvoll, wenn du: | Coworking hilft dir, wenn du: |
| alleine arbeitest | Struktur im Alltag brauchst |
| wenig Meetings hast | dich schnell isoliert fühlst |
| deine Fixkosten niedrig halten willst | Kontakte suchst oder sichtbar sein willst |
Gerade zum Start ist es völlig legitim, erst im Homeoffice zu beginnen und Coworking später dazuzunehmen. Hamburg bietet genug Flexibilität, um dein Arbeitsmodell schrittweise anzupassen.
💡 Tipp: Bibliotheken und Cafés sind interessante Alternativen zu Homeoffice und trendigen Co-Working-Spaces, aber in der Regel keine Dauerlösung. In Bibliotheken kannst du keine Calls annehmen, und in Cafés musst du meist regelmäßig etwas bestellen.
Gerade wenn du dich neu selbstständig machst, sind Kontakte oft wichtiger als der perfekte Businessplan. Hamburg gilt nicht als klassische „Netzwerk-Hype-Stadt“, bietet aber funktionierende, verlässliche Strukturen – besonders für Freelancer:innen, die langfristig arbeiten wollen.
In Hamburg entstehen Kontakte weniger zufällig, dafür gezielter und nachhaltiger. Viele Selbstständige knüpfen ihre ersten Netzwerke über regelmäßige Treffen und Stammtische.
Typische Anlaufstellen sind:
Der Vorteil: Du triffst hier keine reinen Pitch-Runden, sondern Menschen, die bereits selbstständig sind oder kurz davorstehen – mit echten Fragen und Erfahrungen. Eine interessante Alternative sind übrigens Mastermind-Gruppen.
➡️Mehr zum Thema: Netzwerken für Freelancer:innen: Online- und Offline-Tipps
Neben Meetups spielen physische Orte eine große Rolle für die Community:
💡 Tipp: Gerade für Solo-Selbstständige gilt: Ein guter Ort zum Netzwerken ersetzt oft zehn lose Online-Kontakte.
Wenn du dich in Hamburg selbstständig machen willst, kommst du an Steuerfragen und Behördengängen nicht vorbei. Die gute Nachricht: Hamburg ist vergleichsweise gut digitalisiert und die Finanzämter arbeiten zügig. Die Herausforderung liegt eher darin, die richtigen Entscheidungen von Anfang an zu treffen.
Hamburg erhebt einen Gewerbesteuer-Hebesatz von 470 %. Damit liegt die Stadt über dem Bundesdurchschnitt und gehört zu den teureren Standorten für Gewerbetreibende.
Wichtig für dich:
💡 Tipp: Gerade zu Beginn wird die Gewerbesteuer oft unterschätzt. Plane sie früh mit ein, sobald absehbar ist, dass dein Gewinn steigt.
In Hamburg gibt es mehrere Finanzämter, die nach Wohnort bzw. Betriebsstätte zuständig sind. Für die meisten Selbstständigen gilt: Zuständig ist dein Wohnsitz-Finanzamt, auch wenn du von zu Hause aus arbeitest.
Positiv zu wissen:
Je nach Tätigkeit hast du in Hamburg mit unterschiedlichen Berufskammern und weiteren Institutionen zu tun:
Hamburg bietet eine ganze Reihe an Förderprogrammen für Gründer:innen und Selbstständige. Viele Programme richten sich gezielt an Startups oder innovative Geschäftsmodelle – klassische Freelancer:innen profitieren vor allem von wenigen, sehr konkreten Angeboten.
Zu den wichtigsten Anlaufstellen gehört die IFB Hamburg. Über sie laufen die meisten Förderprogramme der Stadt.
Besonders relevant sind:
Wenn du aus der Arbeitslosigkeit dich selbstständig machst oder ein neues Unternehmen startest, kann der Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit eine wichtige Starthilfe sein. Er ersetzt für mehrere Monate dein Arbeitslosengeld und soll dir den Übergang in die Selbstständigkeit erleichtern.
Wichtig dabei:
Hamburg ist kein günstiger, aber ein sehr solider Standort für Selbstständige und Freelancer:innen. Die Stadt bietet eine starke Infrastruktur, verlässliche Netzwerke und gute digitale Voraussetzungen. Gleichzeitig erfordert sie eine realistische Kostenplanung, vor allem bei Miete, Arbeitsort und – für Gewerbetreibende – bei der Gewerbesteuer.
Besonders gut passt Hamburg zu dir, wenn du:
Wenn du deine Fixkosten im Blick behältst, Förderungen gezielt nutzt und dein Arbeitsmodell bewusst wählst, bietet Hamburg sehr gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Selbstständigkeit.
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Wie hoch sollte mein monatliches Budget als Freelancer:in in Hamburg sein?
Als grober Richtwert solltest du – inklusive Miete – mit etwa 1.800 bis 2.500 Euro pro Monat rechnen. Entscheidend sind dabei Wohnlage, Lebensstil und dein Arbeitsmodell. Wer im Homeoffice startet und bewusst spart, kann auch mit weniger auskommen. Coworking oder eine zentrale Lage erhöhen die Fixkosten entsprechend.
Muss ich in Hamburg Gewerbesteuer zahlen?
Nur, wenn du gewerblich tätig bist. Die Gewerbesteuer fällt erst ab einem Gewinn von 24.500 Euro pro Jahr an. Freiberufler:innen zahlen keine Gewerbesteuer. Für Gewerbetreibende ist der Hamburger Gewerbesteuer-Hebesatz vergleichsweise hoch, was bei steigenden Gewinnen relevant wird.
Ist Coworking in Hamburg steuerlich absetzbar?
Ja. Coworking-Kosten gelten in der Regel als Betriebsausgaben und sind steuerlich absetzbar, wenn sie betrieblich veranlasst sind. Dazu zählen sowohl Flex Desks als auch feste Arbeitsplätze. Wichtig ist, dass du Rechnungen und Verträge sauber dokumentierst.
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Autor - Sophia Merzbach
Sophia ist seit vielen Jahren Teil des Accountable-Teams und verbindet journalistische Genauigkeit mit handfestem Steuerwissen.
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