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Bistro eröffnen: Tipps für den Start ins Gastro-Gewerbe

Geschrieben von: Sophia Merzbach

Aktualisiert am: Februar 13, 2025

Lesezeit: 4 Minuten

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Ein Bistro zu eröffnen ist ein spannendes Unterfangen, das allerdings eine gute Planung und eine klare Vision erfordert. Im Vergleich zu anderen Gastronomiebetrieben zeichnet sich das Bistro durch seine lockere Atmosphäre, ein paar Sitzplätzen und häufig ein übersichtliches Angebot an leckeren Speisen aus. Wir geben dir eine Übersicht, was du wissen musst und was du brauchst, um dein kleines Bistro erfolgreich zu eröffnen.

Besonderheiten eines Bistros

Der Begriff „Bistro“ hat seine Wurzeln in Paris und tauchte erstmals im 19. Jahrhundert auf. Es gibt verschiedene Theorien über die Herkunft des Wortes. Eine populäre Anekdote besagt, dass russische Soldaten während der Besetzung von Paris 1814 in lokalen Cafés schnell bedient werden wollten und dabei „bystro!“ (russisch für „schnell!“) riefen. Diese Cafés wurden daraufhin als „Bistros“ bekannt, weil sie raschen Service boten.

Dies wird bis heute großgeschrieben – gleichwohl wird auf Qualität und Frische nicht verzichtet. Gäste lieben aber auch Bistros, weil sie eine warme, einladende Atmosphäre bieten, häufig eine Mischung aus traditionellem Charme und moderner Lässigkeit. Hier kann man nicht nur gut essen, Bistros sind auch Orte der Begegnung und des Austauschs, wo man sich entspannt und zugleich die eigenen Akkus wieder auffüllt.

Bistro eröffnen: Diese Voraussetzungen musst du erfüllen

Vor der Eröffnung eines Bistros musst du eine Reihe von Genehmigungen einholen. 

1. Gewerbeanmeldung

Die Gewerbeanmeldung ist der erste offizielle Schritt zur Eröffnung eines Bistros. Sie erfolgt beim Gewerbeamt deiner Stadt oder Gemeinde.

2. Gaststättenkonzession (Gaststättenerlaubnis)

Wenn du in deinem Bistro alkoholische Getränke ausschenken möchtest, benötigst du eine Gaststättenkonzession. Diese wird von deinem Ordnungs- oder Gewerbebehörde erteilt.

3. Berufsgenossenschaft

Alle gastronomischen Betriebe in Deutschland müssen bei einer Berufsgenossenschaft angemeldet sein, die als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung fungiert. 

4. Hygienevorschriften

Nachzuweisen ist eine Erstbelehrung nach dem Infektionsschutzgesetz durch das Gesundheitsamt. Und alle Personen, die Umgang mit Lebensmitteln haben, müssen in Fragen der Lebensmittelhygiene geschult sein.

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Eigenes Bistro: Über welches Knowhow musst du verfügen?

Um ein Bistro zu eröffnen, ist es zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, eine spezielle Ausbildung abgeschlossen zu haben, jedoch kann fundiertes Fachwissen in Gastronomie und Betriebsführung entscheidend für den Erfolg deines Unternehmens sein:

  • Ausbildung in der Gastronomie: Eine Berufsausbildung als Restaurantfachmann/-frau, Koch/Köchin oder Systemgastronom*in bietet eine solide Grundlage in Küchenführung, Kundenservice und betriebswirtschaftlichen Grundlagen.
  • Seminare und Workshops: Viele Industrie- und Handelskammern (IHK), gastronomische Verbände und private Bildungsanbieter bieten Kurse zu Themen wie Lebensmittelhygiene, Gaststättenrecht, Unternehmensführung oder Kundenservice.
  • Mitarbeit in der Gastronomie: Vor der Eröffnung eines eigenen Bistros ist es sehr hilfreich, Erfahrung in verschiedenen Positionen der Gastronomie zu sammeln. Dies gibt dir Einblick in die Abläufe und Herausforderungen des täglichen Betriebs.
  • Netzwerken: Der Austausch mit anderen Gastronom*innen und Branchenexpert*innen kann wertvolle Einblicke und Ratschläge liefern. Branchenmessen und -veranstaltungen sind hierfür gute Gelegenheiten.

Eigenes Bistro gründen: Nur mit einem stimmigen Konzept

Ein gut durchdachtes Konzept hilft dir, das Angebot zu definieren, die Zielgruppe anzusprechen und dich von der Konkurrenz abzuheben. Es bestimmt auch das Design, das Menü, den Service-Stil und die Marketingstrategien deines Bistros. Drei Beispiele für typische Bistro-Konzepte:

1. Französisches Bistro

Ein klassisches französisches Bistro setzt auf traditionelle französische Küche in einer gemütlichen und romantischen Atmosphäre. Das Menü könnte Gerichte wie Coq au Vin, Bouillabaisse, verschiedene Käsesorten und frische Baguettes umfassen. Die Einrichtung spiegelt oft den Charme alter französischer Cafés wider, mit kleinen Tischen, Bistro-Stühlen und dekorativen Elementen wie französischen Postern oder Lavendelsträußen.

2. Modernes Stadtbistro

Ein modernes Stadtbistro bietet eine gemischte oder internationale Küche in einem schicken, urbanen Umfeld. Das Menü könnte eine Kombination aus lokalen und internationalen Gerichten bieten, oft mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit und biologischen Zutaten. Das Design ist modern und oft minimalistisch, mit offenen Räumen und einer ausgeprägten Bar, die sowohl Cocktails als auch Craft-Biere und Weine serviert.

3. Café-Bistro

Ein Café-Bistro verbindet traditionelle Café-Elemente mit denen eines Restaurants. Tagsüber dient es als Café, das Kaffees, Tees, hausgemachte Kuchen und leichte Snacks anbietet. Abends verwandelt es sich mit einer Speisekarte voller herzhafter Optionen wie kleinen Platten, Suppen und Salaten. Die entspannte Atmosphäre und stilvolle Einrichtung mit bequemen Sitzgelegenheiten und warmer Beleuchtung laden zum Verweilen ein.

Eröffnung eines Bistro: Welche Kosten fallen an?

Die Kosten für die Eröffnung und den Betrieb eines Bistros fallen unterschiedlich aus, abhängig von Standort, Größe des Lokals und gewähltem Konzept. Um dir eine bessere Vorstellung zu geben, hier eine detaillierte Aufschlüsselung der möglichen Kosten, die bei der Planung und Eröffnung eines Bistros entstehen können:

1. Anfangsinvestitionen

  • Miet- oder Pachtkosten
  • Renovierungs- und Einrichtungskosten
  • Küchenausrüstung
  • Anfangsbestand

2. Laufende Betriebskosten

  • Personalkosten
  • Nebenkosten
  • Versicherungen
  • Marketing und Werbung
  • Wartung und Instandhaltung

3. Zusätzliche Kosten

Bistro eröffnen: Diese Finanzierungsmöglichkeiten hast du

Die Finanzierung eines Bistros kann auf verschiedene Weisen erfolgen, je nachdem wie viel Eigenkapital vorhanden ist und welche weiteren Mittel benötigt werden. Die wichtigsten Finanzierungsoptionen sind:

1. Eigenkapital

Eigenkapital bezieht sich auf das Geld, das du selbst in das Unternehmen einbringst. Dies kann aus persönlichen Ersparnissen, dem Verkauf von Vermögenswerten oder durch Einlagen von Geschäftspartner*innen kommen. Der Vorteil von Eigenkapital ist, dass keine Rückzahlungsverpflichtungen oder Zinsen anfallen, was den finanziellen Druck in den Anfangsphasen des Geschäfts verringern kann.

2. Kredite

  • Bankkredite: Viele Unternehmer*innen nutzen Bankkredite, um ihr Geschäft zu finanzieren. Hierbei ist es wichtig, einen soliden Businessplan vorzulegen, um die Bank von der Tragfähigkeit des Vorhabens zu überzeugen. Die Kredite sind in der Regel mit Zinsen und festgelegten Rückzahlungsplänen verbunden.
  • Förderkredite: Institutionen wie die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) oder regionale Förderbanken bieten Kredite mit günstigeren Konditionen für Gründer*innen an. Diese Kredite können niedrigere Zinssätze und längere Freijahre vor der Rückzahlung bieten.

3. Förderprogramme

  • Zuschüsse und Subventionen: Förderprogramme auf EU-, Bundes- und Landesebene, stellen Zuschüsse für die Gründung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bereit. Diese müssen nicht zurückgezahlt werden, sind aber oft an spezifische Bedingungen geknüpft.
  • Gründerzuschuss: Arbeitslose, die ein Unternehmen gründen möchten, erhalten unter bestimmten Voraussetzungen einen Gründerzuschuss von der Agentur für Arbeit.
  • Spezielle Programme für bestimmte Zielgruppen: Gründungen von Frauen, jungen Unternehmer*innen oder Personen mit Migrationshintergrund werden manchmal gesondert bezuschusst.

Weitere Informationen erhältst du in unserem Artikel „Selbstständig in der Gastronomie: So gelingt es!

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Autor - Sophia Merzbach

Sophia ist seit vielen Jahren Teil des Accountable-Teams und verbindet journalistische Genauigkeit mit handfestem Steuerwissen.

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