Im zweiten Kapitel widmen wir uns einem der zentralen Themen für alle Selbstständigen: der Buchhaltung, Rechnungserstellung und Finanzplanung. Ein gutes Finanzmanagement ist nicht nur für den Überblick über Einnahmen und Ausgaben entscheidend, sondern auch für die langfristige Sicherheit deines Geschäfts. In diesem Kapitel erfährst du, welche Aspekte du dabei berücksichtigen musst und wie du mit gezielten Maßnahmen dein Unternehmen auf stabile Beine stellst.
Beginnen wir mit der Buchhaltung: Weißt du, welche Form der Buchführung für dich die richtige ist? Wir erklären dir den Unterschied zwischen der doppelten Buchführung und der einfachen Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) und erläutern, welche Variante sich für Selbstständige am besten eignet. Auch die Erfassung von Bareinnahmen ist ein wichtiger Punkt – gerade für Selbstständige, die viel mit Barzahlungen arbeiten, gibt es hier einige Besonderheiten.
Im nächsten Schritt geht es um die Rechnungserstellung. Wie muss eine korrekte Rechnung aussehen, damit sie vom Finanzamt akzeptiert wird? Wir zeigen dir, welche Pflichtangaben nicht fehlen dürfen und stellen dir praktische Vorlagen zur Verfügung. Auch moderne E-Rechnungen, die zunehmend an Bedeutung gewinnen, werden thematisiert. Was machst du, wenn deine Kund:innen nicht zahlen? Du erfährst, wie du Zahlungserinnerungen und Mahnungen effektiv einsetzt, ohne dabei den Ton zu verschärfen. Zusätzlich gehen wir auf spezielle Regelungen für Rechnungen ins Ausland ein – sowohl innerhalb der EU als auch in Drittländer.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Auftragskalkulation. Wie berechnest du deinen eigenen Stundensatz, damit sich dein Geschäft rentiert? Wir unterstützen dich dabei, realistische Preise festzulegen und deine Aufträge sinnvoll zu kalkulieren. Auch der Überblick über deine Finanzen darf nicht fehlen. Wie sicherst du dich bei schwankenden Einnahmen ab, und wie planst du größere Investitionen? Wir zeigen dir, wie du den Überblick über deine Finanzen behältst, Umsatzprognosen erstellst und so langfristig auf der sicheren Seite bleibst.
Dieses Kapitel liefert dir die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um deine finanzielle Selbstständigkeit – damit du gut vorbereitet bist und keine Überraschungen erlebst.
Ja, als Selbstständige:r in Deutschland bist du grundsätzlich zur Buchführung verpflichtet. Die Art der Buchführung, die du anwenden musst, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel deinem Jahresumsatz, deinem Gewinn und der Rechtsform deines Unternehmens.
Wenn du als Freiberufler:in oder Kleinunternehmer:in tätig bist und dein Jahresumsatz sowie dein Gewinn unter bestimmten Grenzen bleiben (600.000 Euro Umsatz oder 60.000 Euro Gewinn), kannst du die einfache Buchführungsmethode der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) verwenden. Diese Methode ist weniger komplex als die doppelte Buchführung und erfordert keine Bilanzierung. Du musst lediglich deine Einnahmen und Ausgaben dokumentieren und gegenüberstellen, um deinen Gewinn zu ermitteln.
Es ist wichtig, dass du alle Belege sammelst und ordentlich aufbewahrst, da diese bei einer möglichen Betriebsprüfung vom Finanzamt eingesehen werden können. Die Aufbewahrungsfrist für steuerrelevante Unterlagen beträgt zehn Jahre. Digitale Lösungen wie Steuer-Apps können dir helfen, deine Belege zu scannen und zu archivieren, was den Prozess vereinfacht und dir hilft, den Überblick zu behalten.
Zudem solltest du dich mit den Abgabefristen für Steuererklärungen und Umsatzsteuervoranmeldungen vertraut machen, um Verspätungszuschläge und Verzugszinsen zu vermeiden. Tools wie Accountable erinnern dich automatisch an diese Fristen und unterstützen dich bei der Erstellung deiner Steuererklärung.
Insgesamt ist es ratsam, dich sorgfältig mit den Anforderungen der Buchführung auseinanderzusetzen und gegebenenfalls digitale Hilfsmittel zu nutzen, um den Prozess zu vereinfachen und Fehler zu vermeiden. So stellst du sicher, dass du deinen steuerlichen Pflichten nachkommst und gleichzeitig deinen unternehmerischen Erfolg förderst.
Beim Start in die Selbstständigkeit ist es wichtig, die Unterschiede zwischen einfacher und doppelter Buchführung zu verstehen, da diese wesentlich deine Buchhaltungspflichten beeinflussen.
Die einfache Buchführung, auch Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) genannt, ist besonders für Freiberufler:innen und Kleinunternehmer:innen geeignet, die nicht im Handelsregister eingetragen sind und deren Jahresumsatz sowie Gewinn bestimmte Grenzen nicht überschreiten (600.000 Euro Umsatz oder 60.000 Euro Gewinn). Hierbei werden lediglich die Einnahmen den Ausgaben gegenübergestellt, um den Gewinn zu ermitteln. Diese Methode ist weniger zeit- und arbeitsintensiv, da keine Bilanz erstellt werden muss und keine doppelten Buchungssätze erforderlich sind. Die EÜR wird oft über das Finanzamt-Portal ELSTER eingereicht. Typische freie Berufe, die die EÜR nutzen, sind beispielsweise Ärzt:innen, Informatiker:innen, Journalist:innen oder auch Yogalehrer:innen.
Im Gegensatz dazu steht die doppelte Buchführung, die vor allem für größere Unternehmen oder solche, die im Handelsregister eingetragen sind, verpflichtend ist. Diese Methode ist komplexer, da jeder Geschäftsvorfall in zwei Konten erfasst wird: einem Soll- und einem Haben-Konto. Die doppelte Buchführung ermöglicht eine detailliertere Darstellung der finanziellen Situation des Unternehmens, da sie nicht nur Einnahmen und Ausgaben, sondern auch Forderungen, Verbindlichkeiten und Abschreibungen berücksichtigt. Sie bildet die Grundlage für den Jahresabschluss, die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung.
Die Wahl zwischen diesen beiden Methoden hängt von der Rechtsform, der Größe des Unternehmens und gesetzlichen Anforderungen ab. Kleinere Unternehmen und Freiberufler:innen profitieren oft von der Einfachheit der EÜR, während größere Unternehmen durch die doppelte Buchführung eine genauere Kontrolle und Übersicht über ihre Finanzen erhalten.
Es ist ratsam, sich frühzeitig mit diesen Methoden auseinanderzusetzen und gegebenenfalls digitale Hilfsmittel wie Buchhaltungssoftware zu nutzen, um den Prozess zu vereinfachen und Fehler zu vermeiden.
Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ist eine Methode zur Gewinnermittlung, die vor allem von Freiberufler:innen, Kleinunternehmer:innen und Gewerbetreibenden genutzt wird, die nicht verpflichtet sind, eine doppelte Buchführung zu machen. Bei dieser Form der Buchführung werden alle betrieblichen Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt, um den Gewinn zu ermitteln. Das Ergebnis ist der Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben.
Wenn du dich selbstständig machst, ist es wichtig, deine finanziellen Aktivitäten genau zu dokumentieren. Die EÜR bietet eine vereinfachte Möglichkeit, dies zu tun, ohne die komplexeren Anforderungen der doppelten Buchführung erfüllen zu müssen. Du listest einfach alle Einnahmen auf, die du im Laufe des Jahres erzielst, und ziehst davon die Betriebsausgaben ab. Diese Methode wird auch als Zufluss- und Abflussprinzip bezeichnet, da Einnahmen und Ausgaben zum Zeitpunkt des tatsächlichen Geldflusses erfasst werden.
Die EÜR ist nicht nur einfacher in der Handhabung, sondern spart auch Zeit und möglicherweise Kosten für eine:n Steuerberater:in, da du viele der benötigten Angaben selbst ermitteln und eintragen kannst. Zudem ist sie rechtlich im Einkommensteuergesetz verankert und wird vom Finanzamt für bestimmte Gruppen von Selbstständigen als ausreichend angesehen.
Für die Übermittlung der EÜR an das Finanzamt kannst du die staatliche Steuersoftware ELSTER verwenden. Dort ist das entsprechende Formular hinterlegt, und du kannst deine EÜR digital einreichen. Dies vereinfacht den Prozess erheblich und stellt sicher, dass du alle erforderlichen Informationen korrekt an das Finanzamt übermittelst.
Es ist ratsam, dich frühzeitig mit den Grundlagen der EÜR vertraut zu machen und regelmäßig deine Buchhaltung zu pflegen. Dies hilft nicht nur bei der Steuererklärung, sondern gibt dir auch einen klaren Überblick über die finanzielle Lage deines Unternehmens.
Ein Buchhaltungssystem zu finden, das zu deiner zukünftigen Selbstständigkeit passt, ist ein wichtiger Schritt, um den Überblick über deine Finanzen zu behalten. Hier sind einige Tipps, wie du das passende System auswählen kannst:
Accountable bietet eine Lösung, die speziell für Selbstständige entwickelt wurde und viele dieser Kriterien erfüllt. Die Software ist benutzerfreundlich und ermöglicht es dir, Rechnungen zu erstellen, Ausgaben zu verfolgen und deine Steuererklärungen direkt zu erledigen. Du kannst die Accountable Steuerlösung 14 Tage lang kostenlos testen, um zu sehen, ob sie zu deinen Bedürfnissen passt.
Um deine Bareinnahmen als Selbstständige:r korrekt zu erfassen, gibt es einige wichtige Schritte, die du beachten solltest. Zunächst ist es entscheidend, dass du alle Bargeldtransaktionen sorgfältig dokumentierst. Dies ist besonders wichtig, da du bei einer Prüfung durch das Finanzamt nachweisen musst, dass deine Buchführung korrekt und vollständig ist.
Durch die Beachtung dieser Tipps kannst du sicherstellen, dass deine Bareinnahmen korrekt erfasst und verarbeitet werden, was dir hilft, dein Geschäft erfolgreich zu führen und steuerrechtliche Probleme zu vermeiden.
Das Erstellen von Rechnungen ist ein wesentlicher Bestandteil der Selbstständigkeit, da es nicht nur um den Erhalt deiner Einnahmen geht, sondern auch um die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Die Frage, wann du eine Rechnung erstellen solltest, hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Art deiner Dienstleistung oder deines Produkts, die Vereinbarungen mit deinen Kund:innen und spezifische gesetzliche Anforderungen.
Grundsätzlich kannst du eine Rechnung immer dann ausstellen, wenn du eine Leistung erbracht oder ein Produkt geliefert hast. Dies ist der häufigste Fall und hilft dir, deine Liquidität zu sichern und den Überblick über deine Finanzen zu behalten. Es ist ratsam, die Rechnung zeitnah nach der Leistungserbringung zu stellen, um Verzögerungen bei der Zahlung zu vermeiden.
Bei größeren Projekten oder Dienstleistungen, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, kannst du auch Teilrechnungen stellen. Dies muss allerdings vorab mit dem:der Kund:in vereinbart werden und ermöglicht eine kontinuierliche Cashflow-Planung. Teilrechnungen sind besonders nützlich, um finanzielle Stabilität während lang andauernder Projekte zu gewährleisten.
In manchen Fällen, insbesondere bei größeren Aufträgen oder individuellen Anfertigungen, kann es auch sinnvoll sein, eine Anzahlung oder Vorauszahlung zu verlangen. Die entsprechende Rechnung wird dann vor Beginn der Arbeit oder Produktion ausgestellt. Dies sichert einen Teil des Zahlungsflusses bereits vor der Fertigstellung des Auftrags.
Es gibt auch spezielle Regelungen, wie die 6-Monats-Frist bei Geschäften zwischen Unternehmen, innerhalb derer die Rechnung gestellt werden muss. Diese Frist beginnt mit dem Ende des Monats, in dem die Leistung erbracht wurde.
Zusammenfassend ist es wichtig, dass du die Rechnungsstellung an die spezifischen Bedingungen deines Geschäfts anpasst und dabei sowohl die Kundenerwartungen als auch gesetzliche Anforderungen berücksichtigst. Die Nutzung einer Steuersoftware wie Accountable kann diesen Prozess erheblich vereinfachen, indem sie dir hilft, Rechnungen korrekt und effizient zu erstellen und zu verwalten.
Das Erstellen einer Rechnungsvorlage ist ein wichtiger Schritt für dich als zukünftige:r Selbstständige:r, um sicherzustellen, dass deine Rechnungen alle notwendigen Informationen enthalten und rechtlich korrekt sind. Hier sind einige grundlegende Punkte, die bei jeder Rechnung erfüllt sein müssen:
Die Nutzung einer Software wie die von Accountable kann diesen Prozess vereinfachen, da sie Vorlagen bietet, die du einfach anpassen kannst. Dies spart Zeit und stellt sicher, dass deine Rechnungen alle erforderlichen Informationen enthalten.
Hier geht's zu einem Template für deine perfekte Rechnung
Um eine E-Rechnung zu erstellen, ist es wichtig, dass du sowohl die erforderlichen formalen als auch technischen Anforderungen beachtest. Hier sind die Schritte, die du befolgen solltest:
Durch die Nutzung von Steuer-Apps wie Accountable kannst du diesen Prozess erheblich vereinfachen, da die Software bereits viele dieser Anforderungen automatisch erfüllt und dir hilft, deine Rechnungen professionell und gesetzeskonform zu erstellen.
Wenn du dich selbstständig machst und auf das Problem stößt, dass Kund:innen nicht zahlen, gibt es mehrere Schritte, die du in die Wege leiten kannst, um dein Geld zu erhalten. Zuerst solltest du eine Zahlungserinnerung senden. Dies kann per E-Mail oder Telefon erfolgen, wobei eine schriftliche Form zu empfehlen ist, um einen Nachweis zu haben. Es ist wichtig, dass du dabei freundlich bleibst und auf mögliche Missverständnisse hinweist, die geklärt werden könnten.
Wird auf Zahlungserinnerung nicht reagiert, kannst du eine Mahnung verschicken. In dieser Mahnung solltest du entschiedener auftreten und auf die vertraglichen Vereinbarungen hinweisen, die akzeptiert wurden. Es ist ratsam, ein paar Tage zu warten, bevor du die Mahnung sendest, da Überweisungen manchmal Zeit benötigen.
Wenn auch darauf keine Reaktion erfolgt, kannst du überlegen, ein gerichtliches Mahnverfahren einzuleiten. Dies beginnt mit dem Antrag auf einen Mahnbescheid, der, wenn vom Gericht akzeptiert, dem:der Schuldner:in zugestellt wird. Der:die Schuldner:in hat dann die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen. Wenn kein Widerspruch erfolgt, kann ein Vollstreckungsbescheid beantragt werden, der es ermöglicht, die Forderung durch einen Gerichtsvollzieher durchsetzen zu lassen.
Es ist wichtig, dass du alle Schritte sorgfältig dokumentierst und versuchst, die Kommunikation mit dem:der Kund:in aufrechtzuerhalten. Manchmal kann bereits die Ankündigung eines gerichtlichen Mahnverfahrens ausreichen, damit der:die Kund:in zahlt. Bedenke jedoch, dass das Eintreiben von Schulden Zeit und Geld kosten kann – es ist wichtig, dass du abwägst, wie viel Aufwand du betreiben möchtest.
Zum Leben als Selbstständ:ige:r gehört es dazu, auch einmal Zahlungserinnerung schreiben zu müssen. Manche Kund:innen bezahlen ihre Rechnungen nicht fristgerecht, was viele Gründe haben kann und keinesfalls immer in böser Absicht geschehen muss. Eine Zahlungserinnerung dient dazu, die Kund:innen höflich an die ausstehende Zahlung zu erinnern, ohne dabei die Geschäftsbeziehung zu belasten.
Die Zahlungserinnerung sollte gesendet werden, sobald das Fälligkeitsdatum der Rechnung überschritten ist und kein Zahlungseingang auf deinem Konto zu verzeichnen ist. Es wird empfohlen, etwa zehn bis fünfzehn Tage nach dem Fälligkeitsdatum die erste Zahlungserinnerung zu verschicken. Dies gibt den Kund:innen genügend Zeit, eventuelle Verzögerungen bei der Zahlungsabwicklung zu berücksichtigen.
In die Zahlungserinnerung solltest du folgende Elemente einbeziehen:
Die Tonalität der Zahlungserinnerung sollte freundlich und respektvoll sein, um die Geschäftsbeziehung nicht zu gefährden. Eine professionelle und höfliche Zahlungserinnerung kann die Bereitschaft der Kund:innen erhöhen, die offene Rechnung zu begleichen.
Falls auf die erste Zahlungserinnerung keine Reaktion erfolgt, kannst du eine zweite Zahlungserinnerung senden, die etwas nachdrücklicher formuliert sein kann und eventuell rechtliche Hinweise enthält. Wenn auch darauf keine Zahlung erfolgt, ist es angebracht, eine letzte Mahnung zu versenden, bevor weitere rechtliche Schritte in Erwägung gezogen werden.
Wenn du dich selbstständig machst und planst, Rechnungen ins Ausland zu stellen, gibt es einige wichtige Punkte, die du beachten musst, sowohl innerhalb der EU als auch außerhalb.
Innerhalb der EU: Für Rechnungen an Kund:innen in anderen EU-Ländern ist das Reverse Charge Verfahren relevant. Hierbei stellst du keine Umsatzsteuer in Rechnung. Stattdessen ist der:die Empfänger:in der Rechnung verpflichtet, die Umsatzsteuer in seinem:ihrem Land zu melden und abzuführen. Auf deiner Rechnung musst du daher vermerken, dass das Reverse Charge Verfahren anwendbar ist. Dies kann durch den Hinweis „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ oder den englischen Begriff „Reverse Charge“ gekennzeichnet werden.
Außerhalb der EU: Bei Rechnungen an Kund:innen in Drittländern, also Länder außerhalb der EU, musst du die Umsatzsteuerregelungen des jeweiligen Landes beachten. In einigen Fällen, wie bei Geschäften mit der Schweiz, musst du keine Umsatzsteuer ausweisen, da hier Abkommen bestehen. In anderen Fällen kann es notwendig sein, die Umsatzsteuer des Ziellandes zu berechnen und auszuweisen. Hier ist es ratsam, sich vorab genau zu informieren, welche Regelungen gelten.
In beiden Fällen ist es wichtig, dass du auf der Rechnung alle erforderlichen Angaben korrekt und vollständig machst. Dazu gehören dein Name und deine Adresse, der Name und die Adresse des:der Kund:in, deine Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, das Datum der Rechnung, eine fortlaufende Rechnungsnummer, eine Beschreibung der gelieferten Waren oder Dienstleistungen, der Preis und das Datum der Lieferung oder Leistung.
Zusätzlich solltest du die Rechnung in der Sprache des Empfängerlandes ausstellen oder zumindest auf Englisch, falls du der Landessprache nicht mächtig bist. Dies erleichtert dem:der Kund:in das Verständnis und die Abwicklung der Zahlung.
Um deinen Stundensatz als Selbstständige:r zu bestimmen, gibt es mehrere wichtige Faktoren, die du berücksichtigen solltest. Zuerst musst du deine Kosten verstehen und wie viel du verdienen musst, um diese zu decken und gleichzeitig einen Gewinn zu erzielen.
Durch diese Schritte kannst du einen Stundensatz festlegen, der deine Kosten deckt, dir einen angemessenen Lebensstandard ermöglicht und gleichzeitig wettbewerbsfähig ist. Denke daran, regelmäßig deine Preise zu überprüfen und anzupassen, besonders wenn sich deine Kostenstruktur oder der Markt verändern.
Beispielrechnung für einen IT-Freelancer Stundensatz
Um deine Aufträge als Selbstständige:r richtig zu kalkulieren, ist es wichtig, eine detaillierte Angebotskalkulation durchzuführen. Dies hilft dir, alle Kosten zu erfassen und einen angemessenen Verkaufspreis zu bestimmen, der dir einen Gewinn sichert.
Zuerst solltest du alle direkten Kosten, die mit dem Produkt oder der Dienstleistung verbunden sind, erfassen. Dazu gehören Materialkosten und Kosten für Fremdleistungen. Diese werden oft als Einzelkosten bezeichnet. Zusätzlich musst du Gemeinkosten berücksichtigen, die nicht direkt einem einzelnen Produkt zugeordnet werden können, wie Miete, Strom, Marketing oder IT-Technik.
Ein wichtiger Aspekt ist die Berücksichtigung deiner Arbeitszeit. Berechne, wie viele Stunden du voraussichtlich benötigen wirst und multipliziere diese mit deinem Stundenlohn. Vergiss nicht, auch die Kosten für eventuelle Maschinenstunden einzuplanen.
Nachdem du alle Kosten erfasst hast, addiere einen Gewinnzuschlag. Dieser sollte realistisch sein und sowohl deine Marktposition als auch die Wettbewerbssituation berücksichtigen. Ein üblicher Ansatz ist, einen prozentualen Aufschlag auf die Selbstkosten zu berechnen.
Vergiss nicht, mögliche Rabatte und Skonti, die du anbieten möchtest, in deine Kalkulation einzubeziehen. Diese sollten so berechnet werden, dass sie deinen Gewinn nicht schmälern.
Zum Schluss solltest du immer eine Nachkalkulation durchführen, um zu überprüfen, ob die tatsächlichen Kosten und der erzielte Gewinn mit deiner Kalkulation übereinstimmen. Dies gibt dir wichtige Einblicke, ob deine Kalkulation angepasst werden muss.
Für eine detaillierte Anleitung zur Angebotskalkulation kannst du die Artikel von Accountable nutzen, die dir Schritt für Schritt zeigen, wie du deine Preise kalkulierst und was dabei zu beachten ist. Diese Ressourcen sind besonders hilfreich, um Fehler zu vermeiden und sicherzustellen, dass deine Selbstständigkeit auf einem soliden finanziellen Fundament steht.
Um als Selbstständige:r den Überblick über deine Finanzen zu behalten, ist es essenziell, eine klare und strukturierte Buchhaltung zu führen. Hier sind einige Tipps, wie du deine Finanzen effektiv managen kannst:
Durch die Anwendung dieser Methoden kannst du nicht nur Stress reduzieren, sondern auch finanzielle Risiken minimieren und langfristig ein stabiles Geschäft aufbauen.
Als Selbstständige:r mit schwankendem Einkommen ist es wichtig, finanzielle Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, um stabil und flexibel zu bleiben. Hier sind einige Strategien, die dir helfen können:
Diese Tipps basieren auf den Prinzipien der finanziellen Vorsorge und Flexibilität, die besonders für Selbstständige mit unregelmäßigem Einkommen wichtig sind.
Beim Planen größerer Investitionen ist es als Selbstständige:r wichtig, strategisch und vorausschauend zu denken. Hier einige wichtige Punkte, die dir helfen können, deine Investitionen effektiv zu planen:
Indem du diese Punkte beachtest, kannst du sicherstellen, dass deine Investitionen wohlüberlegt und effektiv sind, um dein Geschäft voranzubringen.
Um eine Umsatzprognose für deine bevorstehende Selbstständigkeit zu erstellen, gibt es einige wichtige Schritte, die du befolgen solltest. Diese Prognose ist ein zentraler Bestandteil deines Businessplans und hilft dir, finanzielle Ziele zu setzen und Investoren oder Banken deine Geschäftsidee zu präsentieren.
Denke daran, die Umsatzprognose regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen, um Veränderungen im Markt oder in deinem Geschäftsmodell Rechnung zu tragen.
Einen Überblick über deine Finanzen zu behalten, sowie pünktlich und angemessen bezahlt zu werden, ist sehr wichtig, wenn du langfristig deinen Lebensunterhalt als Selbstständige:r verdienen willst. Um dir den Einstieg noch etwas einfacher zu machen, haben wir in folgender Checkliste besonders wichtige Punkte der einzelnen Themen dieses Kapitels zusammengefasst. Geh die Liste gerade am Anfang deiner Tätigkeit immer mal wieder durch, um zu prüfen, ob du deine Buchhaltung, Rechnungsstellung und Finanzplanung effektiv managest.
1. Buchhaltung
2. Rechnungen erstellen
3. Finanzplanung
Zusätzliche Tipps
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Autor - Sophia Merzbach
Sophia ist seit vielen Jahren Teil des Accountable-Teams und verbindet journalistische Genauigkeit mit handfestem Steuerwissen.
Wer ist Sophia ?Danke für dein Feedback!
Hilfreich
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Marco Richter
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Anonym