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Honorar berechnen als Freiberufler – so geht‘s

Geschrieben von: Tino Keller

Aktualisiert am: Februar 13, 2025

Lesezeit: 4 Minuten

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Als Freiberufler:in bist du unabhängig und kannst deinen beruflichen Alltag selbst gestalten. Das bringt eine Menge Freiheit, aber auch eine gewisse Unsicherheit mit sich. Um als Freiberufler:in bei Krankheitsfällen oder einem Leerlauf an Aufträgen trotzdem abgesichert zu sein, um ausreichend Urlaub und Erholung genießen zu können und gleichzeitig genügend Rücklagen aufzubauen, ist es wichtig, einen geeigneten Stundensatz zu berechnen. Wie du als Freiberufler dein Honorar am besten berechnest und was du dabei beachten musst, erfährst du von uns. 

Honorar berechnen für Freiberufler: eine Checkliste

Um dein Honorar korrekt zu berechnen, gibt es einige Aspekte der Freiberuflichkeit sowie branchenspezifische Richtwerte, die du bei der Kalkulation berücksichtigen solltest. Wir haben für dich eine Checkliste erstellt, anhand derer du alle relevanten Daten in deine Kalkulation einbeziehen kannst. In einem anderen Beitrag von uns erfährst du außerdem, ob du als Freiberufler gleichzeitig Gewerbetreibender sein kannst. 💡Freiberufliche Journalisten erhalten typischerweise ein Honorar. Hier erfährst du genau, was du bei Aufträgen und Honoraren pro Artikel beachten musst.

1. Durchschnittliches Honorar für Freiberufler:innen

Unabhängig von einer bestimmten Branche verdienten Freiberufler:innen im Jahr 2022 im Durchschnitt 96,24 Euro in der gesamten D-A-CH-Region, also in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen. In den einzelnen Branchen kann der Durchschnittswert jedoch stark variieren. So verdienten IT-Freiberufler:innen im gleichen Jahr ca. 92 Euro im Durchschnitt, während Freiberufler:innen in der Medienbranche auf durchschnittlich 66 Euro netto pro Stunde kommen. Diese Werte sind jedoch nicht zwangsläufig passend für deine individuelle Lebens- und Arbeitssituation.  Auch dein Alter, deine Berufserfahrung und dein Bildungsabschluss können deinen Stundensatz beeinflussen. Wenn du gerade erst in deinem Berufsfeld Fuß fasst, kannst du dich an anderen Freiberuflern orientieren, die ähnlich viel Berufserfahrung haben und eine ähnliche Berufsausbildung absolviert haben. Wenn du in deiner Branche bereits viele Jahre arbeitest und Expert:in bist, kannst du weitaus mehr Geld für deine Arbeit verlangen. Zuletzt spielt auch die Region, in der du tätig bist, eine Rolle. Du kannst einen höheren Stundensatz verlangen, wenn die Dienstleistung, die du anbietest, regional stark gefragt ist. Generell solltest du dich nicht an Stundensätzen von Angestellten orientieren, da diese zum Beispiel aufgrund der Absicherung im Krankheitsfall anders berechnet werden. 

2. Ermittle deine Ausgaben 

Stelle eine Übersicht über deine monatlichen Ausgaben zusammen, um deinen individuellen Bedarf zu ermitteln. Dazu zählen sowohl private Ausgaben wie Miete, Lebensmittel, Kleidung etc., als auch Betriebsausgaben wie die Miete für Büroräume, Arbeitsmaterialien oder Reisekosten. Plane auch einmalige jährliche Kosten wie etwa Urlaube in deiner Übersicht mit ein. Besonders wichtig, wenn du dein Honorar für Freiberufler ermittelst, ist, dass du bei der Berechnung deines Gewinns die Möglichkeit schaffst, Rücklagen aufzubauen, um für Notfälle ausreichend abgesichert zu sein. 

3. Liste deine Arbeitstage auf

Damit du die Anzahl deiner Arbeitstage korrekt planen kannst, solltest du einige Richtwerte beachten, darunter die durchschnittliche Anzahl an Krankentagen, Urlaubstagen oder Wochenenden. Auch wenn viele Selbstständige gerade zu Beginn oft an den Wochenenden und Feiertagen arbeiten, solltest du langfristig darauf achten, dir genug Auszeiten zu nehmen und dementsprechend auch genügend Tage einzuplanen. Freiberufler:innen verbringen außerdem neben der eigentlichen Arbeit an Aufträgen einen nicht unbedeutenden Teil ihrer Arbeit mit der Projektakquise oder mit Weiterbildungen. Denke daran, dies in deiner Kalkulation zu berücksichtigen:   
Kalendertage insgesamt  365
Wochenenden -104
Feiertage -13
Urlaubstage  -20
Krankheitstage  -12 (laut AOK Report 2018)
Evtl. Krankheitstage von Kindern  -5
Wenn du alle diese Tage von den Kalendertagen abziehst, kommst du auf insgesamt 211 Tage. Für Weiterbildungen und Projektakquise wird für Freiberufler:innen durchschnittlich ein Bedarf von 24 Tagen im Jahr geschätzt. 
Weiterbildungen  -24
Projektakquise  -24
Insgesamt kommst du also auf eine durchschnittliche Anzahl von 163 Arbeitstagen im Jahr und 14 Tagen im Monat, wenn du alle diese Faktoren in deine Rechnung mit einbeziehst. 

4. Kalkuliere die Auslastungsquote mit ein 

Wenn du nun anhand dieser 14 regulären Arbeitstage im Monat einen Stundensatz von beispielsweise 53 Euro ermittelst, solltest du darüber hinaus einen Auslastungsfaktor mit einberechnen, der dich für den Fall absichert, dass du nicht die erwartete Menge an Aufträgen erhältst und Tage abdeckt, in denen du zum Beispiel mit der Projektakquise beschäftigt bist. Der Nettostundensatz wird in der Regel mit dem Auslastungsfaktor 1,3 multipliziert.  53 multipliziert mit 1,3 ergibt in diesem Fall einen Stundenlohn von 68,90 Euro. 

5. Berechne Versicherungskosten mit ein 

Als Freiberufler:in musst du für deine Versicherung selbst aufkommen. Unter den fünf Säulen der Sozialversicherung sind in Deutschland bisher lediglich die Kranken- und Pflegeversicherung verpflichtend. Der allgemeine Krankenversicherungs-Beitrag liegt derzeit bei 14,6 Prozent deines versicherungspflichtigen Einkommens. Er beinhaltet ab der siebten Krankheitswoche auch die Zahlung von Krankengeld. Es ist zu empfehlen, das Krankengeld in Anspruch zu nehmen und daher auch den vollen Beitrag zu zahlen. Als Alternative zahlst du den ermäßigten Beitragssatz von 14 % plus einem Zusatzbeitrag, hast in diesem Fall jedoch keinen Anspruch auf Krankengeld. Du kannst darüber hinaus freiwillig in die anderen für dich relevanten Versicherungen einzahlen. Entweder lässt du dich dabei gesetzlich versichern oder beantragst eine private Versicherung.

6. Honorar für Freiberufler: Steuern einplanen  

Ob und wie viele Steuerabgaben Freiberufler:in zahlen müssen, ist sehr individuell und abhängig vom Gewinn, den du erwirtschaftest. Aber Achtung: Der Gewinn ist nicht das gleiche wie der Umsatz. Der Umsatz beinhaltet alle Einnahmen, die du durch Produkte oder Dienstleistungen innerhalb eines Geschäftsjahres erzielst. Bei der Berechnung des Gewinns ziehst du alle geschäftlichen Ausgaben vom Umsatz ab. Erfahre, was du als Freiberufler über Steuern wissen musst.   Mit dieser Checkliste hast du alle wichtigen Informationen, um dein Freiberufler-Honorar berechnen zu können!

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Autor - Tino Keller

Tino Keller ist der Mitbegründer von Accountable und möchte damit Steuern und Finanzen für Selbstständige revolutionieren.

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