Für viele klingt es nach einem echten Traum: Reisen, Shootings, Laufstegauftritte, spannende Jobs und ein Leben im Rampenlicht - Model zu sein übt eine große Faszination aus. Doch die Realität sieht oft viel nüchterner aus. Wer als Model arbeiten möchte, steht vor der Entscheidung, ob er oder sie dies eher als Hobby, nebenbei oder tatsächlich hauptberuflich und selbstständig tun möchte.
Ein weit verbreitetes Missverständnis ist, dass man als Model „bei einer Agentur angestellt“ sei. Tatsächlich arbeiten klassische Modelagenturen meist nicht als Arbeitgeber, sondern als Vermittler. Sie suchen passende Aufträge für ihre Models und erhalten dafür eine Provision. Das bedeutet:
Gerade dieser Aspekt, die unternehmerische Selbstständigkeit, ist für viele, die vom Modeln träumen, überraschend. Wer sich damit früh auseinandersetzt, legt den Grundstein für eine erfolgreiche und seriöse Karriere im Modelbusiness.
Wer mit dem Modeln wirklich Geld verdienen möchte, sollte sich nicht nur auf gutes Aussehen oder eine starke Social-Media-Präsenz verlassen. Um langfristig erfolgreich zu arbeiten, braucht es sowohl persönliche als auch rechtliche Voraussetzungen. Diese Grundlagen entscheiden darüber, ob du professionell aufgestellt bist und dich auf Dauer im Modelbusiness behaupten kannst.
Das Modelleben klingt glamourös, doch hinter den Kulissen ist es oft harte Arbeit. Erfolgreiche Models bringen bestimmte Eigenschaften mit:
Sobald du regelmäßig Gagen oder Honorare erhältst, bist du nicht mehr „nur“ Hobby-Model, sondern steuerlich relevant tätig. Das bedeutet:
Ein besonders wichtiger Punkt für Models ist die rechtliche Einstufung:
Die klare Abgrenzung ist entscheidend: Sie wirkt sich nicht nur auf deine Steuererklärung aus, sondern auch auf deine Versicherung, deine mögliche Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse und deine langfristige finanzielle Planung.
Der Schritt in die Selbstständigkeit als Model ist nicht nur eine kreative, sondern vor allem eine bürokratische Entscheidung. Wer seine Leidenschaft professionell betreiben möchte, sollte sich von Anfang an mit den rechtlichen und organisatorischen Grundlagen beschäftigen. Diese ersten Schritte sind entscheidend, um seriös auftreten und Ärger mit dem Finanzamt oder Versicherungen vermeiden zu können.
Nachdem du eine der ersten Fragen, die sich stellt mit deinem Finanzamt klären konntest, nämlich "Bin ich als Model freiberuflich oder gewerblich tätig?" kannst du deine Selbstständigkeit anmelden.
In beiden Fällen erhältst du eine Steuernummer, die du für deine Rechnungen benötigst.
Selbstständige Models sind für ihre soziale Absicherung selbst verantwortlich. Das bedeutet:
➡️ Mehr zum Thema Versicherungen findest du hier.
Auch die Steuerpflicht gehört von Anfang an zur Selbstständigkeit dazu:
Wer diese Grundlagen versteht und organisiert umsetzt, schafft eine solide Basis für den Einstieg ins Modelbusiness und vermeidet unangenehme Überraschungen, wenn die erste Steuererklärung fällig wird. Steuersoftware wie Accountable kann dir dabei helfen und einen großen Teil der Arbeit übernehmen.
Ein wichtiger Vorteil der Selbstständigkeit ist, dass du viele Kosten, die direkt mit deiner Arbeit zusammenhängen, steuerlich geltend machen kannst. Das reduziert deine Steuerlast und sorgt dafür, dass am Ende mehr von deinem verdienten Geld übrig bleibt. Voraussetzung ist allerdings, dass du alle Ausgaben nachvollziehbar belegst, also Rechnungen und Quittungen sammelst und deine Buchhaltung ordentlich führst.
Hier ein Überblick über typische Ausgaben, die Models absetzen können:
Spezielle Kleidung, die du ausschließlich für berufliche Zwecke anschaffst, kannst du in deiner Steuererklärung geltend machen. Das betrifft z. B. Outfits für Shootings, bestimmte Bühnen- oder Laufstegkleidung oder auch Accessoires. Normale Alltagskleidung ist dagegen nicht absetzbar, auch wenn du sie für ein Shooting trägst, hier achtet das Finanzamt sehr genau auf die Abgrenzung.
Friseurbesuche, Styling und professionelles Make-up für Shootings können als Betriebsausgaben durchgehen, besonders dann, wenn sie unmittelbar für einen Auftrag notwendig sind. Reine Alltagskosten, wie dein gewöhnliches Shampoo oder ein normaler Haarschnitt, erkennt das Finanzamt dagegen nicht an. Wichtig ist hier die klare berufliche Zweckbindung.
Ohne Technik geht im Modelbusiness kaum noch etwas. Alles, was du zur Organisation, Kommunikation oder Eigenvermarktung brauchst, kann abgesetzt werden:
Je nach Anschaffungspreis musst du größere Investitionen über mehrere Jahre abschreiben.
Viele Modeljobs erfordern Reisen, sei es für Castings, Shootings oder Shows. Diese Kosten sind absetzbar:
Hier lohnt es sich, ein einfaches Reisekostenbuch zu führen, um alles korrekt nachweisen zu können.
Als Model bist du gleichzeitig dein eigenes „Produkt“. Alles, was du in deine Außendarstellung investierst, zählt zu den Betriebsausgaben:
Weiterbildung ist im Modelbusiness essenziell und ebenfalls steuerlich absetzbar. Dazu gehören:
Das Finanzamt erkennt diese Ausgaben an, wenn sie deine berufliche Tätigkeit fördern.
💡Tipp: Eine saubere Buchhaltung ist das A und O. Nutze ein digitales Buchhaltungs- oder Steuer-Tool, um deine Belege zu sammeln, Einnahmen und Ausgaben zu dokumentieren und deine Steuererklärung vorzubereiten. Das spart Zeit und sorgt dafür, dass du keine absetzbaren Kosten vergisst.
Der offizielle Schritt in die Selbstständigkeit ist getan, jetzt geht es darum, dich am Markt zu positionieren und sichtbar zu werden. Denn egal ob du mit oder ohne Agentur arbeitest: Du bist dein eigenes Business und musst dich wie eine Marke präsentieren. Dabei helfen dir Eigenmarketing, Netzwerke und eine klare Spezialisierung.
Als selbstständiges Model bist du dein eigenes „Produkt“. Dein Erfolg hängt stark davon ab, wie professionell du dich nach außen darstellst. Dazu gehört:
Kurz gesagt: Wer dich online sucht, sollte dich sofort finden und dich als professionell arbeitendes Model wahrnehmen.
Die Zeiten, in denen Models fast ausschließlich über Agenturen gebucht wurden, sind vorbei. Heute spielt Eigenmarketing eine immer größere Rolle:
Obwohl Eigenmarketing wichtig ist, können Modelagenturen weiterhin eine große Hilfe sein. Sie vermitteln Jobs, übernehmen Vertragsverhandlungen und sorgen oft für Seriosität bei Auftraggeber:innen.
Ein Mix aus beidem, Agentur + eigene Akquise, ist für viele selbstständige Models die erfolgreichste Strategie.
Der Modelmarkt ist groß und umkämpft. Um aufzufallen, ist eine klare Positionierung wichtig:
Finde heraus, wo deine Stärken liegen und in welchem Bereich du dich wohlfühlst. Eine Nische zu besetzen ist oft erfolgreicher, als „alles ein bisschen“ zu machen. Sie hilft dir, dich von der Konkurrenz abzuheben und als Expert:in in einem Bereich wahrgenommen zu werden.
Viele denken beim Modelberuf zuerst an Laufstegauftritte oder Fotoshootings für große Modemarken. Doch die Realität ist vielfältiger: Als selbstständiges Model kannst du auf ganz unterschiedlichen Wegen Einkommen generieren. Ein Mix aus klassischen Modeljobs und modernen Online-Möglichkeiten ist heute oft der Schlüssel zum Erfolg und sorgt dafür, dass du nicht von einer einzigen Einnahmequelle abhängig bist.
Das klassische Standbein für Models sind Fotoshootings. Hier reicht die Bandbreite von Modeproduktionen über Werbekampagnen bis hin zu Editorials für Magazine.
Wer über das passende Erscheinungsbild und eine gute Laufstegausbildung verfügt, kann auch auf Fashion Shows oder Events arbeiten. Honorare sind sehr unterschiedlich: von kleinen Gagen bei Nachwuchsdesigner:innen bis hin zu hohen Beträgen bei renommierten Marken. Laufstegjobs steigern außerdem deine Sichtbarkeit in der Branche.
Social Media hat das Modelbusiness revolutioniert. Viele Auftraggeber:innen suchen heute gezielt nach Models mit eigener Reichweite, weil sie damit eine direkte Community ansprechen können.
Viele Models nutzen ihre Erfahrung, um sich zusätzliche Einkommensquellen aufzubauen:
Diese Diversifizierung ist besonders wichtig, da Modeljobs oft schwanken, mal gibt es mehrere Aufträge hintereinander, dann wieder längere Pausen. Zusätzliche Einnahmequellen machen dich unabhängiger und geben dir finanzielle Sicherheit.
Der Traum von der Modelkarriere ist groß, doch gerade am Anfang tappen viele in typische Fallen, die den Start unnötig schwer machen. Wer diese Fehler kennt und vermeidet, spart nicht nur Zeit und Geld, sondern baut sich auch eine stabilere Grundlage für die eigene Selbstständigkeit auf.
Einer der häufigsten Fehler: Viele Models freuen sich über ihre ersten Honorare und geben das Geld direkt wieder aus – ohne an Steuern oder Versicherungen zu denken. Doch das Finanzamt kommt spätestens am Jahresende. Wer keine Rücklagen bildet, steht dann schnell vor einem finanziellen Problem. Als Faustregel gilt: Lege etwa 30 % deiner Einnahmen zur Seite, um Einkommensteuer und ggf. Umsatzsteuer bezahlen zu können.
Gerade am Anfang machen viele den Fehler, „alles und jeden Job“ anzunehmen – oft zu extrem niedrigen Preisen. Das mag kurzfristig Erfahrung bringen, schadet aber langfristig dem eigenen Marktwert. Wichtig ist, deinen Wert realistisch einzuschätzen, klare Honorare zu definieren und dich zu spezialisieren. Nur so wirst du in deinem Bereich als Profi wahrgenommen.
Noch immer arbeiten viele Anfänger-Models ohne klare Verträge – ein großer Fehler. Verträge regeln nicht nur deine Bezahlung, sondern auch die Nutzungsrechte an Bildern oder Videos. Ohne vertragliche Regelung kann es passieren, dass deine Fotos jahrelang kommerziell genutzt werden, ohne dass du dafür zusätzliche Vergütung erhältst. Daher gilt: Nie ohne Vertrag arbeiten, selbst wenn der Job über Bekannte oder scheinbar seriöse Kontakte zustande kommt.
Der Modelmarkt ist hart umkämpft. Wer glaubt, dass gutes Aussehen allein reicht, wird schnell enttäuscht. Neben Talent und Ausstrahlung brauchst du heute vor allem Eigenmarketing, Professionalität und ein Netzwerk. Viele scheitern daran, weil sie zu passiv sind und auf Agenturen oder „das große Casting“ warten, anstatt aktiv ihre Sichtbarkeit aufzubauen.
Selbstständigkeit bedeutet auch, Unternehmer:in zu sein. Wer Rechnungen nicht ordentlich schreibt, Belege verschlampt oder seine Einnahmen nicht dokumentiert, riskiert nicht nur Probleme mit dem Finanzamt, sondern auch unnötigen Stress. Eine gute Organisation und eine klare Struktur in der Buchhaltung sind daher unverzichtbar, auch wenn es anfangs lästig wirkt.
Die Selbstständigkeit als Model klingt für viele nach einem echten Traum und sie kann es auch sein. Wer es schafft, sich eine solide Basis aufzubauen, kann mit spannenden Aufträgen, kreativen Projekten und abwechslungsreichen Jobs seinen Lebensunterhalt verdienen. Gleichzeitig ist die Realität weniger glamourös, als es von außen wirkt. Hinter den schönen Fotos und Laufstegen steckt vor allem harte Arbeit, viel Eigeninitiative und ein gutes Maß an Organisation.
Der wohl wichtigste Punkt: Selbstständigkeit bedeutet Verantwortung. Du bist nicht nur Model, sondern auch Unternehmer:in – verantwortlich für deine Buchhaltung, deine Steuern, deine Versicherungen und deine eigene Vermarktung. Wer diesen Teil vernachlässigt, hat schnell Probleme, selbst wenn die Aufträge eigentlich stimmen.
Auf der anderen Seite bietet die Selbstständigkeit auch enorme Chancen:
Ob sich die Selbstständigkeit lohnt, hängt also stark von dir selbst ab: von deinem Durchhaltevermögen, deiner Professionalität und deiner Fähigkeit, dich als Marke zu etablieren. Mit guter Vorbereitung, klarer Positionierung und einer soliden Organisation kannst du dir jedoch ein langfristig erfolgreiches Business im Modelbereich aufbauen – sei es als Hauptberuf oder als lukrativer Nebenjob.
Gerade zu Beginn tauchen viele Unsicherheiten auf. Die wichtigsten Fragen, die Models beim Start in die Selbstständigkeit stellen, habe ich hier gesammelt – inklusive kurzer, klarer Antworten.
Ob du ein Gewerbe anmelden musst oder als Freiberufler:in giltst, hängt von der Art deiner Tätigkeit ab.
Sobald du Einnahmen erzielst, sind diese grundsätzlich steuerpflichtig.
Du kannst alle Kosten absetzen, die direkt mit deiner Tätigkeit als Model zusammenhängen. Dazu gehören z. B.: Outfits für Shootings, Reisekosten, Sedcards, Technik, Weiterbildung oder Social-Media-Werbung. Wichtig: Alles gut dokumentieren und Belege aufbewahren.
Ja, das ist problemlos möglich. Allerdings musst du auch Nebeneinnahmen beim Finanzamt angeben. Je nach Höhe deiner Einkünfte können außerdem Auswirkungen auf BAföG, Kindergeld oder deine Steuerklasse entstehen. Eine Beratung lohnt sich hier.
Ein seriöser Vertrag verlangt keine Vorabzahlungen von dir. Vorsicht also bei Agenturen, die hohe Gebühren für Aufnahme oder Fotoshootings verlangen. Seriöse Agenturen verdienen ihr Geld durch Provisionen auf erfolgreiche Jobs – nicht durch teure Versprechen. Außerdem lohnt es sich, auf Empfehlungen aus der Branche zu achten und sich in Model-Communities auszutauschen.
20 Kapitel knallhart recherchiert und vom Steuerprofi geprüft
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Autor - Sophia Merzbach
Sophia ist seit vielen Jahren Teil des Accountable-Teams und verbindet journalistische Genauigkeit mit handfestem Steuerwissen.
Wer ist Sophia ?Danke für dein Feedback!
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Ardalan Zamanimehr
Die App ist super! Intuitiv und perfekt für Selbstständige. Leider ist meine Position noch zu exotisch für Accountable um genau diese Leichtigkeit auch in Anspruch zu nehmen. Es gibt noch keine einfache Lösung für Selbstständige mit zwei Steuernummern da zwei Berufe. Sollte sich das mal ändern, Wechsel ich von meinem Steuerberater wieder zu Accountable!
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Sven Schöffel
Ich finde es gut, dass ich als Kunde des Max Plans jetzt deutlich schnellere Antworten bekomme. Das war eine Zeit lang nicht zuverlässig so, umso positiver fällt mir die Verbesserung auf. Die Steuer Coaches sind stets bemüht zu helfen. Sie antworten freundlich, klar und lösungsorientiert. Ich bin damit wirklich sehr happy. Für mich war es außerdem die beste Entscheidung, meine Steuer selbst zu machen. Ich habe jetzt mehr Überblick über meine Zahlen und verstehe die Abläufe besser. Dadurch fühle ich mich deutlich sicherer, auch in der Kommunikation mit den Steuerbehörden. Ich kann Rückfragen schneller einordnen und gezielter reagieren. Das nimmt mir viel Stress und gibt mir das Gefühl, die Kontrolle zu haben. Der Live Call ist ein sinnvoller Zusatz. Du kannst offene Punkte direkt klären, ohne lange hin und her zu schreiben. Das spart Zeit und bringt schnell Klarheit. Fazit: Liebs 😊
Marco Richter
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Anonym