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Model werden ohne Agentur: Selbstständig starten, Voraussetzungen, Steuern und Marketing-Tipps 

Geschrieben von: Sophia Merzbach

Aktualisiert am: Dezember 9, 2025

Lesezeit: 12 Minuten

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Für viele klingt es nach einem echten Traum: Reisen, Shootings, Laufstegauftritte, spannende Jobs und ein Leben im Rampenlicht - Model zu sein übt eine große Faszination aus. Doch die Realität sieht oft viel nüchterner aus. Wer als Model arbeiten möchte, steht vor der Entscheidung, ob er oder sie dies eher als Hobby, nebenbei oder tatsächlich hauptberuflich und selbstständig tun möchte.

Key Takeaways

  • Selbstständigkeit als Model ist mehr als nur Posen
    Neben Fotoshootings und Laufstegjobs bist du Unternehmer:in und musst dich um Steuern, Buchhaltung, Versicherungen und dein Marketing kümmern.
  • Klare Positionierung macht dich sichtbar
    Ob Fashion, Commercial, Plus Size oder Fitness, wer eine Nische besetzt und sich als Expert:in positioniert, hebt sich von der Konkurrenz ab und gewinnt leichter Kunden.
  • Finanzen & Organisation sind entscheidend
    Rücklagen für Steuern und Versicherungen, saubere Buchhaltung und Verträge mit klar geregelten Nutzungsrechten sind Pflicht, um langfristig erfolgreich und rechtlich abgesichert zu arbeiten.
  • Diversifizierte Einkommensquellen sichern deine Karriere
    Neben klassischen Modeljobs bieten Social Media, Kooperationen, Workshops oder eigene Projekte zusätzliche Einnahmen und machen dich unabhängiger.
  • Professionelle Unterstützung spart Zeit und Nerven
    Ob Steuerfragen, Künstlersozialkasse oder Gewerbeanmeldung, mit einer fachkundigen Beratung startest du schneller, sicherer und kannst dich auf das konzentrieren, was du am besten kannst: Modeln.

Einstieg: Traumjob Model - aber wie funktioniert Selbstständigkeit?

Modeln als Hobby, Nebenjob oder Vollzeitkarriere

  • Hobby: Viele Menschen beginnen mit dem Modeln, weil es Spaß macht und sie erste Erfahrungen vor der Kamera sammeln wollen. Vielleicht entstehen die ersten Fotoshootings im Freundeskreis oder über Social Media. In dieser Phase geht es weniger ums Geld, sondern eher um Erfahrung, Kontakte und ein Portfolio.
  • Nebenjob: Wer regelmäßig kleinere Aufträge erhält, kann das Modeln auch als Nebentätigkeit betreiben. Hier lohnt sich schon ein genauer Blick auf die rechtliche und steuerliche Seite: Einnahmen müssen in der Regel angegeben werden, auch wenn man nur neben Studium, Schule oder einem festen Job arbeitet.
  • Vollzeitkarriere: Der Sprung in die hauptberufliche Selbstständigkeit ist der Traum vieler Models. Doch er erfordert eine gute Vorbereitung, klare Ziele, ein stabiles Netzwerk und ein professionelles Auftreten. Nur wenige schaffen es, dauerhaft allein vom Modeln zu leben, für die meisten ist es ein Mix aus klassischem Modelbusiness, Social-Media-Präsenz und Kooperationen mit Marken.

Angestellt bei einer Agentur vs. freiberuflich / selbstständig

Ein weit verbreitetes Missverständnis ist, dass man als Model „bei einer Agentur angestellt“ sei. Tatsächlich arbeiten klassische Modelagenturen meist nicht als Arbeitgeber, sondern als Vermittler. Sie suchen passende Aufträge für ihre Models und erhalten dafür eine Provision. Das bedeutet:

  • Angestellt bei einer Agentur: In der Regel gibt es dieses Modell kaum. Eine Agentur ist selten Arbeitgeber, sondern eher ein Management, das Jobs vermittelt. Festanstellungen sind im Modelbusiness die Ausnahme.
  • Freiberuflich / selbstständig: Die Realität ist, dass Models fast immer selbstständig tätig sind, unabhängig davon, ob sie durch eine Agentur vermittelt werden oder ihre Jobs selbst akquirieren. Das bedeutet: Sie stellen Rechnungen, kümmern sich um Steuern und Versicherungen und müssen sich eigenverantwortlich um ihre finanzielle Absicherung kümmern.

Gerade dieser Aspekt, die unternehmerische Selbstständigkeit, ist für viele, die vom Modeln träumen, überraschend. Wer sich damit früh auseinandersetzt, legt den Grundstein für eine erfolgreiche und seriöse Karriere im Modelbusiness.

Voraussetzungen für die Selbstständigkeit als Model

Wer mit dem Modeln wirklich Geld verdienen möchte, sollte sich nicht nur auf gutes Aussehen oder eine starke Social-Media-Präsenz verlassen. Um langfristig erfolgreich zu arbeiten, braucht es sowohl persönliche als auch rechtliche Voraussetzungen. Diese Grundlagen entscheiden darüber, ob du professionell aufgestellt bist und dich auf Dauer im Modelbusiness behaupten kannst.

Persönliche Voraussetzungen: Disziplin, Selbstbewusstsein, Durchhaltevermögen

Das Modelleben klingt glamourös, doch hinter den Kulissen ist es oft harte Arbeit. Erfolgreiche Models bringen bestimmte Eigenschaften mit:

  • Disziplin: Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und ein gepflegtes Auftreten sind Pflicht. Wer zu spät zu Castings erscheint oder schlecht vorbereitet bei Shootings auftaucht, verliert schnell Aufträge.
  • Selbstbewusstsein: Als Model stehst du permanent im Rampenlicht, sei es auf dem Laufsteg, vor der Kamera oder in Social Media. Ein gesundes Selbstbewusstsein hilft dir nicht nur, dich sicher zu präsentieren, sondern auch mit Kritik umzugehen.
  • Durchhaltevermögen: Die Konkurrenz ist groß, Absagen gehören zum Alltag. Nur wer dranbleibt und Rückschläge aushält, kann sich auf Dauer etablieren. Geduld und ein langer Atem sind im Modelbusiness entscheidende Erfolgsfaktoren.

Rechtliche Voraussetzungen: Anmeldung beim Finanzamt

Sobald du regelmäßig Gagen oder Honorare erhältst, bist du nicht mehr „nur“ Hobby-Model, sondern steuerlich relevant tätig. Das bedeutet:

  • Du musst deine Tätigkeit beim Finanzamt anmelden
  • Ob du ein Gewerbe anmelden musst oder als Freiberuflerin tätig sein kannst, hängt von deiner genauen Arbeit ab (dazu mehr im nächsten Punkt).
  • Zusätzlich solltest du dich um Themen wie Krankenversicherung, Rentenversicherung und ggf. die Künstlersozialkasse (KSK) kümmern, damit du langfristig abgesichert bist.

Abgrenzung: Model als Freiberuflerin oder Gewerbetreibende?

Ein besonders wichtiger Punkt für Models ist die rechtliche Einstufung:

  • Freiberuflich: Künstlerische oder kreative Tätigkeiten fallen häufig unter die „Freien Berufe“. Manche Finanzämter stufen Models, ähnlich wie Schauspieler:innen oder Tänzer:innen, als künstlerisch-kreative Berufe ein. In diesem Fall reicht die Anmeldung beim Finanzamt, ein Gewerbe ist nicht nötig.
  • Gewerbetreibend: Andere Finanzämter sehen die Modeltätigkeit als gewerblich an, insbesondere dann, wenn es eher um Werbung und Produktpräsentation geht als um künstlerische Eigenleistung. In diesem Fall musst du ein Gewerbe beim Gewerbeamt anmelden.
  • Graubereich: Die Einstufung kann von Bundesland zu Bundesland oder sogar von Finanzamt zu Finanzamt unterschiedlich ausfallen. Deshalb lohnt es sich, frühzeitig Rücksprache mit dem zuständigen Amt oder einem Steuerberater zu halten.

Die klare Abgrenzung ist entscheidend: Sie wirkt sich nicht nur auf deine Steuererklärung aus, sondern auch auf deine Versicherung, deine mögliche Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse und deine langfristige finanzielle Planung.

Selbstständig als Model: Die ersten Schritte

Der Schritt in die Selbstständigkeit als Model ist nicht nur eine kreative, sondern vor allem eine bürokratische Entscheidung. Wer seine Leidenschaft professionell betreiben möchte, sollte sich von Anfang an mit den rechtlichen und organisatorischen Grundlagen beschäftigen. Diese ersten Schritte sind entscheidend, um seriös auftreten und Ärger mit dem Finanzamt oder Versicherungen vermeiden zu können.

Anmeldung beim Finanzamt / Gewerbeamt

Nachdem du eine der ersten Fragen, die sich stellt mit deinem Finanzamt klären konntest, nämlich "Bin ich als Model freiberuflich oder gewerblich tätig?" kannst du deine Selbstständigkeit anmelden.

  • Freiberufler:innen melden ihre Tätigkeit direkt beim Finanzamt an, indem sie den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ ausfüllen.
  • Gewerbetreibende melden ihr Gewerbe zusätzlich beim örtlichen Gewerbeamt an. Die Kosten sind überschaubar (meist zwischen 20 und 50 Euro). Anschließend leitet das Gewerbeamt meistens die Informationen automatisch an das Finanzamt weiter.

In beiden Fällen erhältst du eine Steuernummer, die du für deine Rechnungen benötigst.

Krankenversicherung & Altersvorsorge

Selbstständige Models sind für ihre soziale Absicherung selbst verantwortlich. Das bedeutet:

  • Krankenversicherung: Eine Pflichtversicherung ist in Deutschland vorgeschrieben. Du kannst dich entweder freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung oder privat versichern.
  • Altersvorsorge: Anders als Angestellte bist du nicht automatisch rentenversicherungspflichtig. Gerade deshalb ist es wichtig, selbst früh Rücklagen oder private Vorsorgemodelle einzuplanen.
  • Künstlersozialkasse (KSK): Als selbstständiges Model kannst du unter Umständen Mitglied in der KSK werden. Die KSK übernimmt den Arbeitgeberanteil an Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung. Das ist ein großer Vorteil - allerdings prüft die KSK genau, ob deine Tätigkeit als künstlerisch oder publizistisch eingestuft werden kann.

➡️ Mehr zum Thema Versicherungen findest du hier.

Steuern im Blick behalten

Auch die Steuerpflicht gehört von Anfang an zur Selbstständigkeit dazu:

  • Einkommensteuer: Deine Einkünfte als Model müssen jährlich in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Abhängig von deinem Gewinn zahlst du Einkommensteuer.
  • Umsatzsteuer: Grundsätzlich musst du auch Umsatzsteuer in Rechnung stellen. Allerdings gibt es die sogenannte Kleinunternehmerregelung: Wenn dein Umsatz im Vorjahr unter 25.000 € lag und im laufenden Jahr voraussichtlich nicht über 100.000 € steigt, kannst du dich davon befreien lassen. Das macht die Rechnungsstellung einfacher, allerdings darfst du dann auch keine Vorsteuer abziehen.
  • Gewerbesteuer: Diese fällt nur an, wenn du gewerblich tätig bist. Sie wird ab einem Gewinn von mehr als 24.500 € pro Jahr fällig. Viele freiberuflich eingestufte Models sind hiervon nicht betroffen.

Wer diese Grundlagen versteht und organisiert umsetzt, schafft eine solide Basis für den Einstieg ins Modelbusiness und vermeidet unangenehme Überraschungen, wenn die erste Steuererklärung fällig wird. Steuersoftware wie Accountable kann dir dabei helfen und einen großen Teil der Arbeit übernehmen.

Buchhaltung und Absetzbarkeit: Was kann ich als Model steuerlich geltend machen?

Ein wichtiger Vorteil der Selbstständigkeit ist, dass du viele Kosten, die direkt mit deiner Arbeit zusammenhängen, steuerlich geltend machen kannst. Das reduziert deine Steuerlast und sorgt dafür, dass am Ende mehr von deinem verdienten Geld übrig bleibt. Voraussetzung ist allerdings, dass du alle Ausgaben nachvollziehbar belegst, also Rechnungen und Quittungen sammelst und deine Buchhaltung ordentlich führst.

Hier ein Überblick über typische Ausgaben, die Models absetzen können:

Berufskleidung & Shooting-Outfits

Spezielle Kleidung, die du ausschließlich für berufliche Zwecke anschaffst, kannst du in deiner Steuererklärung geltend machen. Das betrifft z. B. Outfits für Shootings, bestimmte Bühnen- oder Laufstegkleidung oder auch Accessoires. Normale Alltagskleidung ist dagegen nicht absetzbar, auch wenn du sie für ein Shooting trägst, hier achtet das Finanzamt sehr genau auf die Abgrenzung.

Haare, Make-up & Pflegeprodukte (mit Einschränkungen)

Friseurbesuche, Styling und professionelles Make-up für Shootings können als Betriebsausgaben durchgehen, besonders dann, wenn sie unmittelbar für einen Auftrag notwendig sind. Reine Alltagskosten, wie dein gewöhnliches Shampoo oder ein normaler Haarschnitt, erkennt das Finanzamt dagegen nicht an. Wichtig ist hier die klare berufliche Zweckbindung.

Technik (Kamera, Laptop, Handy, Software)

Ohne Technik geht im Modelbusiness kaum noch etwas. Alles, was du zur Organisation, Kommunikation oder Eigenvermarktung brauchst, kann abgesetzt werden:

  • Smartphone und Laptop (anteilig, wenn auch privat genutzt)
  • Kameraausrüstung, Stativ, Beleuchtung
  • Software für Bildbearbeitung, Buchhaltung oder Social Media Management

Je nach Anschaffungspreis musst du größere Investitionen über mehrere Jahre abschreiben.

Reisekosten (Zug, Flug, Hotel, Verpflegungsmehraufwand)

Viele Modeljobs erfordern Reisen, sei es für Castings, Shootings oder Shows. Diese Kosten sind absetzbar:

  • Fahrtkosten: Bahn-, Flug- oder Taxikosten, Kilometergeld für das eigene Auto
  • Unterkunftskosten: Hotel oder Airbnb bei auswärtigen Jobs
  • Verpflegungsmehraufwand: Pauschalen für Essen und Getränke auf Reisen, abhängig von Dauer und Ort des Aufenthalts

Hier lohnt es sich, ein einfaches Reisekostenbuch zu führen, um alles korrekt nachweisen zu können.

Sedcard, Bewerbungsfotos, Webseite, Social Media Werbung

Als Model bist du gleichzeitig dein eigenes „Produkt“. Alles, was du in deine Außendarstellung investierst, zählt zu den Betriebsausgaben:

  • Erstellung und Druck einer Sedcard
  • Professionelle Bewerbungsfotos oder Portfolio-Shootings
  • Kosten für deine eigene Website (Domain, Hosting, Webdesign)
  • Werbung auf Social Media, z. B. bezahlte Instagram- oder TikTok-Kampagnen, um Reichweite aufzubauen

Coaching, Workshops, Sprach- oder Lauftrainings

Weiterbildung ist im Modelbusiness essenziell und ebenfalls steuerlich absetzbar. Dazu gehören:

  • Catwalk- oder Posing-Workshops
  • Sprachkurse (z. B. Englisch für internationale Jobs)
  • Fitness- und Ausdruckstraining
  • Seminare zum Thema Selbstvermarktung oder Social Media

Das Finanzamt erkennt diese Ausgaben an, wenn sie deine berufliche Tätigkeit fördern.

💡Tipp: Eine saubere Buchhaltung ist das A und O. Nutze ein digitales Buchhaltungs- oder Steuer-Tool, um deine Belege zu sammeln, Einnahmen und Ausgaben zu dokumentieren und deine Steuererklärung vorzubereiten. Das spart Zeit und sorgt dafür, dass du keine absetzbaren Kosten vergisst.

Wie mache ich mich am besten als Model selbstständig?

Der offizielle Schritt in die Selbstständigkeit ist getan, jetzt geht es darum, dich am Markt zu positionieren und sichtbar zu werden. Denn egal ob du mit oder ohne Agentur arbeitest: Du bist dein eigenes Business und musst dich wie eine Marke präsentieren. Dabei helfen dir Eigenmarketing, Netzwerke und eine klare Spezialisierung.

Eigenmarketing & Branding

Als selbstständiges Model bist du dein eigenes „Produkt“. Dein Erfolg hängt stark davon ab, wie professionell du dich nach außen darstellst. Dazu gehört:

  • Eigene Website: Eine klare, übersichtliche Seite mit Portfolio, Sedcard, Kontaktdaten und Referenzen macht einen professionellen Eindruck.
  • Social Media Präsenz: Plattformen wie Instagram, TikTok oder auch LinkedIn sind unverzichtbar, um Reichweite aufzubauen. Besonders visuelle Inhalte wie Fotos, Videos und Stories eignen sich perfekt, um dich zu präsentieren.
  • Portfolio: Eine aktuelle Sedcard und eine Auswahl hochwertiger Fotos sind Pflicht. Achte darauf, verschiedene Looks und Stilrichtungen zu zeigen, das gibt potenziellen Auftraggeber:innen einen Eindruck von deiner Vielseitigkeit.

Kurz gesagt: Wer dich online sucht, sollte dich sofort finden und dich als professionell arbeitendes Model wahrnehmen.

Sichtbarkeit schaffen (Instagram, TikTok, Model-Plattformen)

Die Zeiten, in denen Models fast ausschließlich über Agenturen gebucht wurden, sind vorbei. Heute spielt Eigenmarketing eine immer größere Rolle:

  • Instagram & TikTok: Hier kannst du nicht nur dein Portfolio zeigen, sondern auch Einblicke hinter die Kulissen geben und Reichweite aufbauen. Für viele Brands ist deine Community mittlerweile genauso wichtig wie dein Aussehen.
  • Model-Plattformen & Casting-Websites: Plattformen wie Model-Karteien, Casting-Portale oder Freelancer-Netzwerke bieten dir die Möglichkeit, direkt Jobs zu finden.
  • Aktive Sichtbarkeit: Je präsenter du bist, desto größer ist deine Chance, entdeckt oder direkt gebucht zu werden.

Agenturen & Netzwerke

Obwohl Eigenmarketing wichtig ist, können Modelagenturen weiterhin eine große Hilfe sein. Sie vermitteln Jobs, übernehmen Vertragsverhandlungen und sorgen oft für Seriosität bei Auftraggeber:innen.

  • Vorteile einer Agentur: Zugang zu größeren, internationalen Jobs; professionelles Management; weniger organisatorischer Aufwand.
  • Nachteile: Agenturen nehmen in der Regel eine Provision (oft 20–30 %) und entscheiden, welche Jobs du bekommst. Du gibst also ein Stück Kontrolle ab.
  • Direktakquise: Immer mehr Models arbeiten zusätzlich oder ausschließlich direkt mit Fotograf:innen, Marken und Unternehmen zusammen. Das gibt dir mehr Freiheit, verlangt aber auch mehr Eigeninitiative, Organisation und Verhandlungsgeschick.

Ein Mix aus beidem, Agentur + eigene Akquise, ist für viele selbstständige Models die erfolgreichste Strategie.

Spezialisierung & Positionierung

Der Modelmarkt ist groß und umkämpft. Um aufzufallen, ist eine klare Positionierung wichtig:

  • Fashion-Model: Klassische Mode- und Laufstegjobs
  • Commercial-Model: Werbung, TV-Spots, Kataloge, Produktpräsentationen
  • Plus Size / Curvy Model: Starker Wachstumsmarkt mit steigender Nachfrage
  • Fitness- oder Beauty-Model: Spezialisierung auf Sport, Kosmetik oder Lifestyle
  • Editorial- oder High Fashion-Model: Kreative Fotostrecken, Magazine, Designerjobs

Finde heraus, wo deine Stärken liegen und in welchem Bereich du dich wohlfühlst. Eine Nische zu besetzen ist oft erfolgreicher, als „alles ein bisschen“ zu machen. Sie hilft dir, dich von der Konkurrenz abzuheben und als Expert:in in einem Bereich wahrgenommen zu werden.

Einkommensquellen für selbstständige Models

Viele denken beim Modelberuf zuerst an Laufstegauftritte oder Fotoshootings für große Modemarken. Doch die Realität ist vielfältiger: Als selbstständiges Model kannst du auf ganz unterschiedlichen Wegen Einkommen generieren. Ein Mix aus klassischen Modeljobs und modernen Online-Möglichkeiten ist heute oft der Schlüssel zum Erfolg und sorgt dafür, dass du nicht von einer einzigen Einnahmequelle abhängig bist.

Honorare für Shootings

Das klassische Standbein für Models sind Fotoshootings. Hier reicht die Bandbreite von Modeproduktionen über Werbekampagnen bis hin zu Editorials für Magazine.

  • Mode- und Katalogshootings: Häufig wiederkehrende Jobs mit vergleichsweise stabilen Honoraren.
  • Editorials: Künstlerische oder hochwertige Fotostrecken in Magazinen; oft geringer bezahlt, dafür gut fürs Portfolio.
  • Werbekampagnen: Besonders lukrativ, da hier meist hohe Budgets im Spiel sind – allerdings oft mit Buyout-Verträgen (Nutzungsrechte), die deine Vergütung beeinflussen.

Laufstegjobs

Wer über das passende Erscheinungsbild und eine gute Laufstegausbildung verfügt, kann auch auf Fashion Shows oder Events arbeiten. Honorare sind sehr unterschiedlich: von kleinen Gagen bei Nachwuchsdesigner:innen bis hin zu hohen Beträgen bei renommierten Marken. Laufstegjobs steigern außerdem deine Sichtbarkeit in der Branche.

Kooperationen & Sponsoring über Social Media

Social Media hat das Modelbusiness revolutioniert. Viele Auftraggeber:innen suchen heute gezielt nach Models mit eigener Reichweite, weil sie damit eine direkte Community ansprechen können.

  • Kooperationen: Du bewirbst Produkte oder Marken in deinen Kanälen und erhältst dafür Geld oder Sachleistungen.
  • Sponsoring: Bei größerer Reichweite können längerfristige Partnerschaften mit Marken entstehen – z. B. als Gesicht einer Kampagne oder Markenbotschafter:in.
  • Affiliate-Marketing: Über Rabattcodes oder Links erhältst du Provisionen, wenn deine Follower:innen über dich einkaufen.

Nebenverdienste: Workshops, Coaching, eigenes Business

Viele Models nutzen ihre Erfahrung, um sich zusätzliche Einkommensquellen aufzubauen:

  • Workshops & Coaching: Du kannst Einsteiger:innen beibringen, wie man vor der Kamera posiert, sich bewirbt oder eine Sedcard erstellt.
  • Eigene Produkte oder Dienstleistungen: Manche Models bringen eigene Kollektionen, Merchandise oder digitale Produkte (z. B. E-Books oder Onlinekurse) auf den Markt.
  • Events & Hostess-Tätigkeiten: Auch Messejobs oder Moderationen sind beliebte Zusatzverdienste.

Diese Diversifizierung ist besonders wichtig, da Modeljobs oft schwanken, mal gibt es mehrere Aufträge hintereinander, dann wieder längere Pausen. Zusätzliche Einnahmequellen machen dich unabhängiger und geben dir finanzielle Sicherheit.

Häufige Fehler beim Start in die Selbstständigkeit

Der Traum von der Modelkarriere ist groß, doch gerade am Anfang tappen viele in typische Fallen, die den Start unnötig schwer machen. Wer diese Fehler kennt und vermeidet, spart nicht nur Zeit und Geld, sondern baut sich auch eine stabilere Grundlage für die eigene Selbstständigkeit auf.

Fehlende Rücklagen für Steuern & Versicherungen

Einer der häufigsten Fehler: Viele Models freuen sich über ihre ersten Honorare und geben das Geld direkt wieder aus – ohne an Steuern oder Versicherungen zu denken. Doch das Finanzamt kommt spätestens am Jahresende. Wer keine Rücklagen bildet, steht dann schnell vor einem finanziellen Problem. Als Faustregel gilt: Lege etwa 30 % deiner Einnahmen zur Seite, um Einkommensteuer und ggf. Umsatzsteuer bezahlen zu können.

Keine klare Positionierung oder falsche Preisgestaltung

Gerade am Anfang machen viele den Fehler, „alles und jeden Job“ anzunehmen – oft zu extrem niedrigen Preisen. Das mag kurzfristig Erfahrung bringen, schadet aber langfristig dem eigenen Marktwert. Wichtig ist, deinen Wert realistisch einzuschätzen, klare Honorare zu definieren und dich zu spezialisieren. Nur so wirst du in deinem Bereich als Profi wahrgenommen.

Zu wenig Verträge & rechtliche Absicherung

Noch immer arbeiten viele Anfänger-Models ohne klare Verträge – ein großer Fehler. Verträge regeln nicht nur deine Bezahlung, sondern auch die Nutzungsrechte an Bildern oder Videos. Ohne vertragliche Regelung kann es passieren, dass deine Fotos jahrelang kommerziell genutzt werden, ohne dass du dafür zusätzliche Vergütung erhältst. Daher gilt: Nie ohne Vertrag arbeiten, selbst wenn der Job über Bekannte oder scheinbar seriöse Kontakte zustande kommt.

Unterschätzen der Konkurrenz & des Marketings

Der Modelmarkt ist hart umkämpft. Wer glaubt, dass gutes Aussehen allein reicht, wird schnell enttäuscht. Neben Talent und Ausstrahlung brauchst du heute vor allem Eigenmarketing, Professionalität und ein Netzwerk. Viele scheitern daran, weil sie zu passiv sind und auf Agenturen oder „das große Casting“ warten, anstatt aktiv ihre Sichtbarkeit aufzubauen.

Fehlende Organisation & Buchhaltung

Selbstständigkeit bedeutet auch, Unternehmer:in zu sein. Wer Rechnungen nicht ordentlich schreibt, Belege verschlampt oder seine Einnahmen nicht dokumentiert, riskiert nicht nur Probleme mit dem Finanzamt, sondern auch unnötigen Stress. Eine gute Organisation und eine klare Struktur in der Buchhaltung sind daher unverzichtbar, auch wenn es anfangs lästig wirkt.

Fazit: Lohnt sich die Selbstständigkeit als Model?

Die Selbstständigkeit als Model klingt für viele nach einem echten Traum und sie kann es auch sein. Wer es schafft, sich eine solide Basis aufzubauen, kann mit spannenden Aufträgen, kreativen Projekten und abwechslungsreichen Jobs seinen Lebensunterhalt verdienen. Gleichzeitig ist die Realität weniger glamourös, als es von außen wirkt. Hinter den schönen Fotos und Laufstegen steckt vor allem harte Arbeit, viel Eigeninitiative und ein gutes Maß an Organisation.

Der wohl wichtigste Punkt: Selbstständigkeit bedeutet Verantwortung. Du bist nicht nur Model, sondern auch Unternehmer:in – verantwortlich für deine Buchhaltung, deine Steuern, deine Versicherungen und deine eigene Vermarktung. Wer diesen Teil vernachlässigt, hat schnell Probleme, selbst wenn die Aufträge eigentlich stimmen.

Auf der anderen Seite bietet die Selbstständigkeit auch enorme Chancen:

  • Freiheit und Flexibilität: Du entscheidest, welche Jobs du annimmst und wie du deine Karriere gestaltest.
  • Individuelle Positionierung: Durch Spezialisierung und Eigenmarketing kannst du dir ein unverwechselbares Profil aufbauen.
  • Vielfältige Einkommensmöglichkeiten: Neben klassischen Shootings und Laufstegjobs gibt es durch Social Media, Sponsoring und Kooperationen heute mehr Möglichkeiten denn je, als Model Geld zu verdienen.

Ob sich die Selbstständigkeit lohnt, hängt also stark von dir selbst ab: von deinem Durchhaltevermögen, deiner Professionalität und deiner Fähigkeit, dich als Marke zu etablieren. Mit guter Vorbereitung, klarer Positionierung und einer soliden Organisation kannst du dir jedoch ein langfristig erfolgreiches Business im Modelbereich aufbauen – sei es als Hauptberuf oder als lukrativer Nebenjob.

FAQ – Häufige Fragen zur Selbstständigkeit als Model

Gerade zu Beginn tauchen viele Unsicherheiten auf. Die wichtigsten Fragen, die Models beim Start in die Selbstständigkeit stellen, habe ich hier gesammelt – inklusive kurzer, klarer Antworten.

Brauche ich ein Gewerbe oder reicht die Freiberuflichkeit?

Ob du ein Gewerbe anmelden musst oder als Freiberufler:in giltst, hängt von der Art deiner Tätigkeit ab.

  • Künstlerische, kreative Tätigkeiten (z. B. Laufsteg, Editorials) werden teilweise als freiberuflich anerkannt.
  • Werbung, Produktpräsentationen oder Social-Media-Kooperationen fallen meist in den Bereich gewerblich.
    Da es keine einheitliche Regel gibt, solltest du Rücksprache mit deinem Finanzamt oder einem Steuerberater halten.

Ab wann muss ich Steuern zahlen?

Sobald du Einnahmen erzielst, sind diese grundsätzlich steuerpflichtig.

  • Liegt dein Gewinn allerdings unter dem jährlichen Grundfreibetrag (2026: 12.348 Euro), zahlst du keine Einkommensteuer.
  • Trotzdem musst du deine Einnahmen in der Steuererklärung angeben – auch wenn am Ende keine Steuer fällig wird.

Was kann ich alles absetzen?

Du kannst alle Kosten absetzen, die direkt mit deiner Tätigkeit als Model zusammenhängen. Dazu gehören z. B.: Outfits für Shootings, Reisekosten, Sedcards, Technik, Weiterbildung oder Social-Media-Werbung. Wichtig: Alles gut dokumentieren und Belege aufbewahren.

Kann ich als Student:in oder neben meinem Hauptjob modeln?

Ja, das ist problemlos möglich. Allerdings musst du auch Nebeneinnahmen beim Finanzamt angeben. Je nach Höhe deiner Einkünfte können außerdem Auswirkungen auf BAföG, Kindergeld oder deine Steuerklasse entstehen. Eine Beratung lohnt sich hier.

Wie finde ich seriöse Agenturen oder Auftraggeber?

Ein seriöser Vertrag verlangt keine Vorabzahlungen von dir. Vorsicht also bei Agenturen, die hohe Gebühren für Aufnahme oder Fotoshootings verlangen. Seriöse Agenturen verdienen ihr Geld durch Provisionen auf erfolgreiche Jobs – nicht durch teure Versprechen. Außerdem lohnt es sich, auf Empfehlungen aus der Branche zu achten und sich in Model-Communities auszutauschen.

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Autor - Sophia Merzbach

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Echte Erfahrungsberichte und Kommentare

Für mich als Kleinunternehmer ist der Preis ein bisschen hoch, aber für alles, was ich bekomme: alle Übersichten von Einnahmen und Ausgaben, die Funktionen rund um das Auto... ist es einfach top. Und das letzte Update zu den wiederkehrenden Ausgaben war hervorragend! Dankeschön.

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