Deine Leidenschaft sind Pferde – und du möchtest dein Wissen an andere weitergeben? Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du dich als Reitlehrer:in erfolgreich selbstständig machst: von Ausbildung und Businessplan bis hin zu Steuern, Marketing und rechtlichen Stolperfallen.
Wenn du dich als Reitlehrer:in selbstständig machen möchtest, reicht es nicht, „nur“ gut reiten zu können. Du brauchst fachliche Qualifikation, praktische Erfahrung und die passenden Soft Skills.
Der Begriff „Reitlehrer:in“ ist in Deutschland nicht geschützt – theoretisch könnte also jede:r Unterricht anbieten. Für ein professionelles Auftreten und um Kund:innen Vertrauen zu geben, sind jedoch offizielle Trainerlizenzen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) sehr sinnvoll.
| Lizenz | Fokus | Für wen | Typische Inhalte | Kosten |
| Trainer C – Basissport | solider Einstieg | Freizeit & Vereine | Pädagogik, Methodik, Sicherheit | ca. 600–1.000 € |
| Trainer B – Leistungssport | Aufbau auf C | mit Unterrichtserfahrung | Trainingsplanung, Turniervorbereitung | ca. 800–1.500 € |
| Trainer A – Leistungssport | höchste Stufe | sehr erfahrene Ausbilder:innen | leistungsorientiertes Training, oft mehr Disziplinen | ab 1.500 € |
| Pferdewirtschaftsmeister:in (Reitausbildung) | staatlich anerkannte Berufsausbildung | Profi-Karriere & Betriebsführung | Unterricht, Pferdeausbildung, Betriebsführung | variabel |
💡 Tipp: Für den Einstieg reicht oft der Trainer C, vor allem wenn du dich auf Freizeitreiter:innen spezialisierst. Je höher deine Lizenz, desto besser kannst du dich aber im Markt positionieren – besonders bei ambitionierten Schüler:innen oder Vereinen.
Neben der Ausbildung sind deine persönlichen Fähigkeiten entscheidend:
Reitlehrer:innen verbringen viele Stunden draußen, oft bei jedem Wetter. Die Arbeit ist körperlich anspruchsvoll – Fitness und Belastbarkeit gehören also zur Grundausstattung.
Als Reitlehrer:in kannst du dich sehr breit aufstellen oder eine klare Nische besetzen. Viele Kund:innen suchen gezielt nach Unterricht in ihrer bevorzugten Reitweise – deshalb ist es sinnvoll, eine Spezialisierung zu wählen oder zumindest Schwerpunkte im Angebot zu setzen.
Dressur und Springen bilden die Grundlage – von Sitz und Hilfengebung bis zu fortgeschrittenen Lektionen. Hier findest du die meisten Kund:innen, besonders in Vereinen und bei Freizeitreiter:innen. Auch die klassisch-barocke Reitkunst fällt in diesen Bereich, mit Fokus auf Balance und feine Hilfen.
💡 Tipp: Ob du dich auf eine dieser Richtungen festlegst oder verschiedene Ansätze kombinierst, hängt von deiner persönlichen Erfahrung und deinem Marktumfeld ab. Klar ist: Mit einer Spezialisierung kannst du dich zielgerichteter vermarkten und dich von der Konkurrenz abheben.
Wenn du dich als Reitlehrer:in selbstständig machen möchtest, ist ein solider Businessplan mehr als nur ein Pflichtdokument. Er hilft dir, deine Geschäftsidee zu strukturieren, deine Zielgruppe klar zu definieren und deine Finanzen realistisch einzuschätzen. Außerdem kann ein Businessplan wichtig sein, wenn du Förderungen oder einen Kredit beantragen willst.
Überlege genau, wen du ansprechen möchtest:
Je klarer deine Zielgruppe, desto präziser kannst du deine Angebote und Preise gestalten.
Typische Einnahmenquellen sind:
Tipp: Kalkuliere so, dass auch Vorbereitung, Fahrtkosten, Versicherungen, Weiterbildungen und weitere Fixkosten abgedeckt sind.
Dein Geschäftsmodell hängt stark davon ab, wo du deine Reitstunden anbietest. Hast du eine eigene Anlage, kannst du mehr Kontrolle über dein Angebot ausüben, musst aber auch höhere Fixkosten einplanen. Alternativ kannst du mit bestehenden Reitschulen, Vereinen oder Pensionsställen kooperieren.
Unterschätze deine Preise nicht! Mit 20 € pro Stunde lässt sich schwer ein nachhaltiges Einkommen erzielen. Faustregel: Plane rund 30 % deines Gewinns für Steuern und Abgaben ein – so vermeidest du finanzielle Engpässe.
💡 Tipp: Gerade im Pferdesport lohnt es sich, die Selbstständigkeit erst nebenberuflich auszuprobieren. So reduzierst du dein Risiko, behältst ein regelmäßiges Einkommen und kannst Schritt für Schritt einen Kundenstamm aufbauen. Viele Schüler:innen kommen über Empfehlungen – das braucht Zeit.
Wer sich als Reitlehrer:in selbstständig machen will, muss sich nicht nur um Pferde und Schüler:innen kümmern – auch die rechtlichen und steuerlichen Fragen sind entscheidend. Eine klare Einordnung deiner Tätigkeit sorgt dafür, dass du keine bösen Überraschungen erlebst.
Grundsätzlich gilt: Reitunterricht fällt in vielen Fällen unter die freiberufliche Tätigkeit. Das bedeutet, du musst kein Gewerbe anmelden, sondern meldest dich direkt beim Finanzamt an.
💡 Tipp: Frag im Zweifel beim Finanzamt oder einer Steuerberater:in nach – die Abgrenzung „Freiberuflich oder Gewerbe“ ist nicht immer eindeutig.
Wenn du deine Tätigkeit aufnimmst, musst du den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung beim Finanzamt einreichen. Darin gibst du an:
💡 Hinweis: Nach der Anmeldung bekommst du eine Steuernummer, die du auf deinen Rechnungen angeben musst.
Ob du als Reitlehrer:in Umsatzsteuer abführen musst, hängt von deiner Umsatzhöhe ab:
💡 Tipp: Hier erfährst du alles über die Kleinunternehmerregelung.
Wenn du dich als Reitlehrer:in selbstständig machst, solltest du dir früh einen Überblick über deine laufenden Kosten verschaffen. Viele Ausgaben kannst du steuerlich geltend machen – das senkt deine Steuerlast und sorgt dafür, dass dein Gewinn realistisch kalkuliert ist. Zu den typischen Kosten gehören:
Angenommen, du bietest 10 Reitstunden pro Woche an, jeweils für 40 €. Das ergibt im Monat rund 1.600 € Einnahmen.
Deine monatlichen Ausgaben könnten so aussehen:
= 350 € Betriebsausgaben
Dein steuerpflichtiger Gewinn liegt damit bei 1.250 € pro Monat.
💡 Tipp: Denke daran, zusätzlich 30 % deines Gewinns für Steuern und Sozialabgaben zurückzulegen. So vermeidest du finanzielle Engpässe, wenn die Steuerzahlungen anstehen.
Wer sich als Reitlehrer:in selbstständig macht, sollte nicht nur an Steuern und Kund:innen denken, sondern sich auch gegen Risiken absichern. Denn sobald du Unterricht gibst, trägst du Verantwortung – und im Schadensfall können die Kosten enorm sein.
Die wichtigste Versicherung ist die Betriebshaftpflicht. Sie schützt dich, wenn während deines Unterrichts ein Unfall passiert.
💡 Hinweis: Die Beiträge beginnen meist bei 150–300 € pro Jahr, abhängig vom Umfang deiner Tätigkeit und ob du eigene Schulpferde einsetzt.
Als Selbstständige:r entscheidest du selbst:
➡️ Mehr dazu in unserem Ratgeber „Krankenversicherung für Selbstständige: Viele Optionen“.
Auch wenn sie freiwillig ist: Eine private Unfallversicherung ist sinnvoll. Du arbeitest mit großen, starken Tieren, und ein Sturz oder Tritt kann schnell passieren. Die Versicherung springt ein, wenn du durch einen Unfall bleibende gesundheitliche Schäden erleidest.
Reitlehrer:innen können in die Rentenversicherungspflicht fallen, da Lehrtätigkeiten teilweise berücksichtigt werden. Das bedeutet: Du musst Pflichtbeiträge an die Deutsche Rentenversicherung zahlen. Kläre frühzeitig, ob das bei dir zutrifft.
Hinweis: Unabhängig davon solltest du unbedingt an deine Altersvorsorge denken – sei es durch die gesetzliche Rente, private Rentenversicherungen oder andere Anlageformen.
Die beste Qualifikation nützt wenig, wenn niemand von deinem Angebot weiß. Ein durchdachtes Marketing ist deshalb entscheidend, wenn du dich als Reitlehrer:in selbstständig machen möchtest. Dabei geht es nicht nur um Werbung, sondern auch um deine Positionierung: Wer bist du, wofür stehst du, und warum sollten Kund:innen gerade bei dir Unterricht nehmen?
Gerade im Reitsport zählt der direkte Kontakt. Viele Schüler:innen findest du über Vereine, Ställe oder Pferdepensionen. Persönliche Empfehlungen, ein Aushang am Schwarzen Brett oder ein kurzer Hinweis in Vereinsheften funktionieren oft besser als klassische Werbung.
Eine Website mit Infos zu Angeboten, Preisen und Kontakt ist Pflicht. Ergänze sie mit Social Media (Instagram, Facebook, TikTok) und einem gepflegten Google-Maps-Eintrag, damit Interessierte dich leicht finden.
Wenn du eine besondere Reitweise anbietest (z. B. Western, Voltigieren, Gangpferde), kommuniziere das klar – so hebst du dich von der Konkurrenz ab.
Im Pferdesport ist Vertrauen besonders wichtig. Mundpropaganda ist daher ein mächtiges Instrument: Zufriedene Schüler:innen bringen dir neue Kund:innen. Du kannst das unterstützen, indem du kleine Anreize gibst – zum Beispiel Rabattaktionen für Empfehlungen oder Schnupperstunden für neue Interessierte.
Gerade Reitlehrer:innen, die regelmäßig für einen Verein oder eine Reitschule arbeiten, laufen Gefahr, als scheinselbstständig eingestuft zu werden. Die Folgen können teuer sein – von Nachzahlungen bis zu Bußgeldern. Um Risiken zu vermeiden, solltest du mehrere Auftraggeber:innen haben, eigene Rechnungen stellen und dein Angebot selbst vermarkten.
Tipp: Wenn du unsicher bist, kannst du bei der Deutschen Rentenversicherung ein Statusfeststellungsverfahren beantragen. Damit erhältst du eine verbindliche Einschätzung, ob deine Tätigkeit als echte Selbstständigkeit anerkannt wird.
💡 Weiterführende Lektüre: Wie du Scheinselbstständigkeit vermeidest
Sich als Reitlehrer:in selbstständig zu machen, ist spannend, aber anspruchsvoll. Entscheidend sind eine fundierte Ausbildung, eine klare Spezialisierung und ein realistischer Businessplan. Behalte von Anfang an die rechtlichen & steuerlichen Pflichten im Blick, sichere dich mit den wichtigsten Versicherungen ab und plane genug Rücklagen für Steuern ein.
Wenn du mit einem nebenberuflichen Einstieg beginnst, kannst du dein Angebot in Ruhe testen, erste Kund:innen gewinnen und Schritt für Schritt wachsen. Mit guter Planung, Leidenschaft und einer klaren Positionierung kannst du dir so ein stabiles Business aufbauen – und deine Liebe zu Pferden zum Beruf machen.
20 Kapitel knallhart recherchiert und vom Steuerprofi geprüft
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Autor - Sophia Merzbach
Sophia ist seit vielen Jahren Teil des Accountable-Teams und verbindet journalistische Genauigkeit mit handfestem Steuerwissen.
Wer ist Sophia ?Danke für dein Feedback!
Hilfreich
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Mehr erfahrenFür mich als Kleinunternehmer ist der Preis ein bisschen hoch, aber für alles, was ich bekomme: alle Übersichten von Einnahmen und Ausgaben, die Funktionen rund um das Auto... ist es einfach top. Und das letzte Update zu den wiederkehrenden Ausgaben war hervorragend! Dankeschön.
Ardalan Zamanimehr
Die App ist super! Intuitiv und perfekt für Selbstständige. Leider ist meine Position noch zu exotisch für Accountable um genau diese Leichtigkeit auch in Anspruch zu nehmen. Es gibt noch keine einfache Lösung für Selbstständige mit zwei Steuernummern da zwei Berufe. Sollte sich das mal ändern, Wechsel ich von meinem Steuerberater wieder zu Accountable!
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Sven Schöffel
Ich finde es gut, dass ich als Kunde des Max Plans jetzt deutlich schnellere Antworten bekomme. Das war eine Zeit lang nicht zuverlässig so, umso positiver fällt mir die Verbesserung auf. Die Steuer Coaches sind stets bemüht zu helfen. Sie antworten freundlich, klar und lösungsorientiert. Ich bin damit wirklich sehr happy. Für mich war es außerdem die beste Entscheidung, meine Steuer selbst zu machen. Ich habe jetzt mehr Überblick über meine Zahlen und verstehe die Abläufe besser. Dadurch fühle ich mich deutlich sicherer, auch in der Kommunikation mit den Steuerbehörden. Ich kann Rückfragen schneller einordnen und gezielter reagieren. Das nimmt mir viel Stress und gibt mir das Gefühl, die Kontrolle zu haben. Der Live Call ist ein sinnvoller Zusatz. Du kannst offene Punkte direkt klären, ohne lange hin und her zu schreiben. Das spart Zeit und bringt schnell Klarheit. Fazit: Liebs 😊
Marco Richter
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Anonym