Krankheit kommt oft unerwartet und kann jeden treffen – auch Selbstständige. Während Angestellte in den meisten Fällen auf eine Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber zählen können, sieht die Situation für Selbstständige oft anders aus.
Ohne die richtige Vorsorge kann eine Erkrankung schnell existenzbedrohend werden. Wenn du selbstständig bist und wissen möchtest, wie du dich für den Fall einer Krankschreibung am besten absicherst, ist dieser Ratgeber genau das Richtige für dich.
Die unmittelbaren Folgen einer Krankschreibung können für Selbstständige, Freiberufler:innen und Freelancer:innen erheblich sein. Sie hängen stark von der Art der Tätigkeit, der Dauer der Krankheit und den getroffenen Vorsorgemaßnahmen ab. Zu den wichtigsten unmittelbaren Auswirkungen gehören:
Es ist daher wichtig, dass du dich sowohl kurz- als auch langfristig gut absicherst und im Krankheitsfall schnell und effektiv handelst.
💡Tipp von Accountable: Investiere in deine Gesundheit – durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und einen gesunden Lebensstil.
Die Absicherung im Krankheitsfall ist für Selbstständige und Freelancer:innen besonders wichtig, da sie im Gegensatz zu Angestellten keinen automatischen Anspruch auf Lohnfortzahlung haben. Wir stellen dir einige Möglichkeiten vor, wie du dich für den Fall einer Krankschreibung als Selbstständige:r sowohl kurz- als auch langfristig absichern kannst.
💡Tipp von Accountable: Einige Versicherungsprämien sind steuerlich absetzbar. So kannst du etwa die Prämien für eine Berufsunfähigkeitsversicherung in der „Anlage Versorgungsaufwand“ angeben.
➡️ Berufsunfähigkeitsrente und Erwerbminderungsrente: Die wichtigsten Informationen
Ob Erkältung, gebrochenes Bein oder Burnout – es gibt einige wichtige Punkte, die im Fall einer Krankschreibung Selbstständige, Freiberufler:innen und Freelancer:innen immer beachten und konkret umsetzen sollten:
💡Tipp von Accountable: Wenn du als Selbstständige:r krankgeschrieben bist, ist der wichtigste Punkt natürlich, dass du dir ausreichend Zeit für deine Genesung und Erholung nimmst.
Eine der wichtigsten Fragen für Selbstständige, die krank sind, lautet: Wer zahlt? Grundsätzlich hast du die Möglichkeit, Krankengeld bzw. Krankentagegeld zu erhalten. Was du bekommst, hängt allerdings davon ab, bei wem du versichert bist:
Wenn du in der gesetzlichen Krankenversicherung sind, kannst du als Selbstständige:r einen Wahltarif für Krankengeld abschließen. Dies ist meist mit höheren Beiträgen verbunden. In der Regel gibt es eine Wartefrist von sechs Wochen, bevor das Krankengeld ausgezahlt wird. Es beträgt in der Regel 70 % des Bruttoeinkommens, jedoch maximal 90 % des Nettoeinkommens.
Das Krankengeld wird für jeden Kalendertag bezahlt, an dem du krankgeschrieben bist. Es ist auf einen gesetzlichen Höchstbetrag von derzeit 117,75 Euro pro Tag begrenzt (Stand: 2025). Versicherte erhalten Krankengeld wegen derselben Krankheit für höchstens 78 Wochen innerhalb von je 3 Jahren. Über die Künstlersozialkasse (KSK) können selbstständige Kreative in der GKV pflichtversichert sein – inklusive hälftiger Beitragsübernahme und Möglichkeit zum Krankengeldtarif.
In der privaten Krankenversicherung kannst du eine Zusatzversicherung für Krankentagegeld abschließen. Die Höhe und die Bedingungen für die Auszahlung sind abhängig vom Anbieter und werden vertraglich festgelegt. Der Abschluss einer Krankentagegeldversicherung in der PKV ist zwar mittlerweile Standard, für Selbstständige aber nicht obligatorisch.
Selbstständige haben aktuell keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld (§ 45 SGB V), wenn das Kind krank ist. Diese Leistung bleibt gesetzlich Versicherten mit Anstellungsverhältnis vorbehalten.
„Für Selbstständige gibt es bislang keine gesetzliche Lösung, wenn das Kind krank wird – das kann schnell zur Belastungsprobe für das Business werden. Auch das Pflegeunterstützungsgeld für pflegende Angehörige (§ 44a SGB XI) ist ausschließlich für sozialversicherungspflichtige Angestellte vorgesehen. “
Alexander Frank - Steuerberater und Partner von Accountable
💡Tipp von Accountable: Es ist immer ratsam, sich schon im Vorfeld genau über die verschiedenen Optionen zu informieren und gegebenenfalls eine individuelle Beratung in Anspruch zu nehmen.
➡️ Krankenversicherung für Selbstständige: Viele Optionen
Als Selbstständige:r bzw. Freelancer:in hast du grundsätzlich die Möglichkeit, im Krankheitsfall Sozialhilfe zu beantragen, allerdings gelten hierfür bestimmte Bedingungen und Einschränkungen. So musst du zum Beispiel zuvor alle anderen zur Verfügung stehenden Mittel (z. B. Krankengeld, private Versicherungsleistungen) ausgeschöpft haben. In einigen Fällen kann die Sozialhilfe als Darlehen gewährt werden, das später zurückgezahlt werden muss. Unter bestimmten Bedingungen können auch Familienangehörige zur Unterstützung herangezogen werden.
Seit der Bürgergeld-Reform 2023/24 sind die Zugangsvoraussetzungen für staatliche Leistungen teilweise vereinfacht worden. Für Selbstständige, die dauerhaft erwerbsunfähig werden, kommt zudem unter bestimmten Voraussetzungen die Grundsicherung bei Erwerbsminderung in Betracht. Diese entspricht dem Bürgergeld, ist aber speziell für Menschen mit gesundheitlich bedingter Erwerbsunfähigkeit konzipiert.
Wenn du als Selbstständiger chronisch krank wirst, gibt es weitere Punkte, die du beachten solltest:
➡️ Was tun bei zu viel Stress in der Selbstständigkeit?
Selbstständig und krank zu sein ist mehr als nur eine persönliche Herausforderung – es kann zur finanziellen und beruflichen Belastungsprobe werden. Ohne die richtigen Vorsorgemaßnahmen riskierst du im Ernstfall nicht nur Einnahmeausfälle, sondern auch langfristige Konsequenzen für dein Business.
Deshalb gilt: Wer frühzeitig vorsorgt, sich über Versicherungen und rechtliche Rahmenbedingungen informiert und individuelle Lösungen plant, schützt nicht nur seine Gesundheit, sondern auch seine unternehmerische Existenz. Mit einem durchdachten Sicherheitsnetz kannst du dich im Krankheitsfall auf das konzentrieren, was wirklich zählt – deine Genesung.
Habe ich als Selbstständige:r Anspruch auf Krankengeld?
Ja, aber nur unter bestimmten Bedingungen. In der gesetzlichen Krankenversicherung brauchst du dafür einen Wahltarif mit Krankengeldanspruch – sonst erhältst du keine Lohnersatzleistung.
Ab wann wird Krankengeld oder Krankentagegeld gezahlt?
In der GKV beginnt die Zahlung nach einer Wartezeit von sechs Wochen. Bei privaten Krankentagegeldversicherungen richtet sich der Startpunkt nach dem gewählten Tarif – oft ab Tag 15, 22 oder 43.
Wie lange wird Krankengeld gezahlt?
Gesetzlich Versicherte erhalten maximal 78 Wochen Krankengeld innerhalb von drei Jahren – für dieselbe Erkrankung. Die Zahlung erfolgt für jeden Kalendertag, an dem du arbeitsunfähig bist.
Was passiert, wenn ich gar keine Absicherung abgeschlossen habe?
Ohne Krankengeldtarif oder Krankentagegeldversicherung bekommst du keine Leistung im Krankheitsfall. In diesem Fall helfen nur eigene Rücklagen oder – im Notfall – Sozialhilfe.
Kann ich Kinderkrankengeld bekommen, wenn mein Kind krank ist?
Nur, wenn du gesetzlich versichert bist und dich für einen Wahltarif mit Krankengeld entschieden hast. Ohne diesen Tarif besteht kein Anspruch – auch nicht bei längerer Erkrankung deines Kindes.
Welche staatlichen Hilfen gibt es im Krankheitsfall?
Wenn keine anderen Leistungen greifen, kannst du Sozialhilfe beantragen. Bei dauerhafter Arbeitsunfähigkeit kommt auch Grundsicherung bei Erwerbsminderung in Betracht.
Welche Versicherung hilft mir bei längeren Erkrankungen?
Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zahlt eine monatliche Rente, wenn du dauerhaft nicht mehr in deinem Beruf arbeiten kannst. Sie ist besonders wichtig für Selbstständige ohne sonstige Absicherung.
Was ist der Unterschied zwischen BU- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung?
BU greift, wenn du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst – Erwerbsunfähigkeit liegt vor, wenn du überhaupt keiner Arbeit mehr nachgehen kannst. Letztere ist meist günstiger, bietet aber weniger Schutz.
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Autor - Sophia Merzbach
Sophia ist seit vielen Jahren Teil des Accountable-Teams und verbindet journalistische Genauigkeit mit handfestem Steuerwissen.
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Hilfreich
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Ardalan Zamanimehr
Die App ist super! Intuitiv und perfekt für Selbstständige. Leider ist meine Position noch zu exotisch für Accountable um genau diese Leichtigkeit auch in Anspruch zu nehmen. Es gibt noch keine einfache Lösung für Selbstständige mit zwei Steuernummern da zwei Berufe. Sollte sich das mal ändern, Wechsel ich von meinem Steuerberater wieder zu Accountable!
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