Die genaue Tätigkeitsbeschreibung ist entscheidend für eine reibungslose Gewerbeanmeldung. Falsche oder unklare Formulierungen können zu Nachfragen oder Verzögerungen führen. In diesem Artikel erfährst du, wie du deine Tätigkeit beim Gewerbeamt klar und korrekt formulierst – mit praktischen Beispielen und hilfreichen Tipps.
Freiberufler:innen sind Personen, die einen sogenannten freien Beruf ausüben. Was ein freier Beruf ist, steht im Einkommensteuergesetz (EStG):
„Zu der freiberuflichen Tätigkeit gehören die selbstständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit […]”
Grundsätzlich kann man sagen, dass Freiberufler eine akademische Ausbildung nachweisen müssen und speziellen Berufsgruppen angehören. Typische Berufsgruppen sind beispielsweise Ärzt:innen, Rechtsanwält:innen, Ingenieur:innen, Steuerberater:innen, Journalist:innen, Heilpraktiker:innen oder Krankengymnast:innen.
Deine Tätigkeit gilt als gewerblich, wenn sie nachhaltig ausgeübt wird und du die Absicht hast, damit Gewinn zu erzielen. Klassische Gewerbe sind etwa Handwerksbetriebe, Handelsunternehmen, Vermittler oder Gaststätten. Außerdem werden Unternehmen mit bestimmten Rechtsformen wie GmbH oder AG unabhängig von der Tätigkeit immer als Gewerbe eingestuft.
Als Gewerbetreibende:r meldest du deine Tätigkeit nicht direkt beim Finanzamt an, sondern beim zuständigen Gewerbeamt, etwa dem Ordnungs- oder Gemeindeamt. Dort kannst du deinen Gewerbeschein beantragen. Die Gebühren liegen meist zwischen 20 und 60 Euro. Nach der Anmeldung informiert das Gewerbeamt in der Regel automatisch das Finanzamt, welches dir dann den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung zusendet.
💡 Einen detaillierten Überblick zum Thema Freiberuflichkeit oder Gewerbe findest du in diesem Artikel.
➡️ Gewerbe gründen und anmelden: Das musst du wissen!
„Die Unterscheidung zwischen Freiberufler und Gewerbetreibendem ist nicht nur eine Formalität, sondern hat weitreichende steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Konsequenzen. Besonders bei modernen Geschäftsmodellen wie digitalen Dienstleistungen oder Plattformarbeit zeigt sich, dass die klassische Definition nicht immer greift. Hier ist es wichtig, frühzeitig eine individuelle Prüfung vorzunehmen, um unliebsame Überraschungen bei der Anmeldung oder späteren Betriebsprüfungen zu vermeiden.“
Markus Thomas Boldt - Steuerberater und Consultant
Die Tätigkeitsbeschreibung ist ein zentraler Bestandteil der Gewerbeanmeldung. Sie informiert das Gewerbeamt darüber, mit welcher Tätigkeit du dein Gewerbe betreiben möchtest. Eine klare und präzise Formulierung hilft dabei, den Anmeldeprozess reibungslos und ohne Verzögerungen zu gestalten.
Falsche oder ungenaue Angaben können dazu führen, dass das Amt Rückfragen stellt oder deine Anmeldung sogar ablehnt. Dies verzögert nicht nur den Start deiner Selbstständigkeit, sondern kann auch zu unnötigem Aufwand und Unsicherheit führen.
Darüber hinaus ist die Tätigkeitsbeschreibung auch für das Finanzamt und andere Behörden wichtig, die deine Selbstständigkeit steuerlich erfassen und bewerten. Sie dient als Grundlage für deine steuerliche Einordnung und die Zuteilung zu bestimmten Branchen oder Berufsgruppen.
Deshalb solltest du deine Tätigkeit so formulieren, dass sie einerseits deine tatsächliche Geschäftstätigkeit genau beschreibt, andererseits aber nicht zu eng gefasst ist, um flexibel auf Entwicklungen reagieren zu können.
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Bei der Formulierung deiner Tätigkeit für die Gewerbeanmeldung kommt es auf die richtige Balance zwischen Genauigkeit und Übersichtlichkeit an. Deine Beschreibung sollte klar machen, was dein Geschäftsschwerpunkt ist, ohne zu kompliziert oder zu allgemein zu wirken.
Wichtig ist, dass du deine Haupttätigkeit nennst — also den Bereich, mit dem du hauptsächlich Geld verdienen möchtest. Falls du mehrere Tätigkeiten ausübst, solltest du dich auf die wichtigste konzentrieren, um Nachfragen zu vermeiden. Verwende geläufige Begriffe, die im Geschäftsbereich üblich sind. Fachbegriffe kannst du nutzen, sollten aber verständlich bleiben. Vermeide zu lange Aufzählungen oder sehr technische Details, die nicht direkt zum Kern deiner Tätigkeit gehören.
Außerdem sollte deine Tätigkeitsbeschreibung mit der Angabe beim Finanzamt übereinstimmen. Denn das Finanzamt nutzt diese Informationen für die steuerliche Einordnung. Auch wenn es nicht die Aufgabe des Gewerbeamts ist, deine Gewinnerzielungsabsicht zu prüfen, ist es ratsam, dass deine Tätigkeitsbeschreibung keine Zweifel daran lässt, dass du mit deinem Gewerbe dauerhaft Geld verdienen willst.
Bei der Gewerbeanmeldung muss immer auch die entsprechende Tätigkeit angegeben werden. Manche Gewerbeämter akzeptieren zum Beispiel keine Gewerbeanmeldung als Paketzusteller:in oder allgemein für den Bereich Paketzustellung mit der Begründung, dass es sich dabei um keine selbstständige Tätigkeit im gewerberechtlichen Sinn handelt.
Um es dir einfacher zu machen, deine Tätigkeit ohne viele Rückfragen beim Gewerbeamt anzumelden, haben wir eine Liste von Tätigkeitsbeschreibungen für die Gewerbeanmeldung erstellt.
Du willst mit streamen Geld verdienen? Das bedeutet, dass du deinen Streaming-Dienst (z. B. YouTube oder Twitch) als Gewerbe anmelden musst, wenn du eine Gewinnerzielungsabsicht hast. Das ist automatisch der Fall, sobald du deine Videos monetarisieren lässt, also beispielsweise Sponsoren hast oder Werbung zwischen schaltest. Somit du bist damit gewerblich tätig.
Du kannst kein Gewerbe für alle möglichen Tätigkeiten des Geldverdienens anmelden, sondern musst eine Haupttätigkeit benennen. Folgende Tätigkeiten können als Live-Streamer für dich zutreffend sein:
➡️ Twitch-Streamer werden – Unser Guide für deine ersten Schritte
Du willst als Influencer:in auf Instagram, TikTok oder YouTube Geld verdienen? Auch hier gilt, wenn du eine dauerhafte Gewinnerzielungsabsicht hast, ist die Gewerbeanmeldung verpflichtend. Die meisten Influencer:innen geben als Tätigkeitsbeschreibung einfach „Internet-Dienstleistungen” an.
➡️ Traumjob Influencer – so viel verdienst du wirklich
Du willst mit Drop-Shipping dauerhaft Geld verdienen? Dann gibst du als Tätigkeitsbeschreibung bei der Gewerbeanmeldung am besten „Online-Handel mit Waren aller Art, außer Lebensmittel und genehmigungspflichtigen Waren" an.
➡️ Dropshipping als Geschäftsmodell: So funktioniert’s!
Wie bereits erwähnt, akzeptieren manche Gewerbeämter keine Gewerbeanmeldung als selbstständige:r Paketzusteller:in. Eine allgemeinere Beschreibung als „Selbstständigkeit im Bereich Liefer-/Kurierdienste“ kann unter diesen Umständen eine Alternative darstellen.
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Auch hier musst du unterscheiden, ob es sich um einen privaten Blog handelt oder ob du dauerhaft Geld verdienen willst. Wenn Letzteres der Fall ist, ist die Gewerbeanmeldung verpflichtend. Generell kann man sagen, dass die Schaltung von Werbung auf deinem Blog automatisch dazu führt, dass die Absicht eine Gewinnerzielung ersichtlich ist. Die Tätigkeiten des Bloggens kann durchaus mit der von Journalist:innen verglichen werden.
💡 Tipp von Accountable: Um Rückfragen seitens des Gewerbeamtes zu vermeiden, solltest du deine Tätigkeit möglichst einfach und allgemein verständlich formulieren.
Als IT-Freelancer:in bietest du Beratung, Softwareentwicklung oder technischen Support an. Bei der Gewerbeanmeldung solltest du deine Tätigkeit klar benennen, zum Beispiel:
Diese Formulierungen sind allgemein anerkannt und beschreiben deine Tätigkeit präzise.
Handwerksbetriebe müssen ihre Tätigkeiten meist genau benennen, da manche Gewerbe genehmigungspflichtig sind. Beispiele für eine Tätigkeitsbeschreibung:
Hier solltest du je nach Spezialisierung die genaue Tätigkeit angeben.
Als Coach oder Berater bietest du Dienstleistungen im persönlichen oder geschäftlichen Bereich an. Beispielhafte Beschreibung:
Diese Tätigkeitsbeschreibung ist verständlich und wird vom Gewerbeamt meist akzeptiert.
Viele Anmeldungen führen zu Rückfragen oder Verzögerungen, weil typische Fehler gemacht werden. Darauf solltest du achten:
“Zu allgemeine Angaben: Beschreibungen wie „Handel“ oder „Dienstleistungen“ sind oft zu ungenau und führen zu Nachfragen. Präzisiere stattdessen, was genau du anbietest, z. B. „Online-Handel mit Modeartikeln.“
Sophia Merzbach - Steuer Coach, Autorin, Content Marketing Managerin
Indem du diese Fallstricke vermeidest, kannst du deine Gewerbeanmeldung deutlich problemloser gestalten.
Wenn du mehr als eine Tätigkeit ausübst, solltest du bei der Gewerbeanmeldung die Haupttätigkeit angeben — also diejenige, mit der du den größten Umsatz oder die meiste Arbeitszeit erwartest. Die Angabe dieser Haupttätigkeit hilft dem Gewerbeamt, deine Anmeldung korrekt einzuordnen und erleichtert spätere Verwaltungsprozesse.
Falls sich deine Tätigkeit später ändert oder du zusätzliche Geschäftsbereiche aufnimmst, musst du das dem Gewerbeamt melden und deine Tätigkeitsbeschreibung entsprechend anpassen. Eine konsistente und aktuelle Beschreibung ist auch wichtig für das Finanzamt und andere Behörden. Beachte außerdem, dass eine zu häufige oder nicht gemeldete Änderung deiner Tätigkeit zu Unklarheiten und kritischen Nachfragen führen kann. Melde daher Änderungen zeitnah und formgerecht.
Die genaue und klare Angabe deiner Tätigkeit bei der Gewerbeanmeldung ist entscheidend für einen reibungslosen Start in deine Selbstständigkeit. Mit einer präzisen Formulierung vermeidest du Nachfragen und Verzögerungen und sorgst dafür, dass deine Anmeldung schnell bearbeitet wird.
Nutze bewährte und verständliche Formulierungen, konzentriere dich auf deine Haupttätigkeit und halte die Angaben konsistent – sowohl beim Gewerbeamt als auch beim Finanzamt.
So legst du den Grundstein für eine erfolgreiche und rechtssichere Selbstständigkeit. Bei Unsicherheiten lohnt es sich, vorab Rücksprache mit dem Gewerbeamt oder einem Steuerberater zu halten.
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FAQ – Häufige Fragen zur Tätigkeitsbeschreibung bei der Gewerbeanmeldung
Was schreibe ich bei der Gewerbeanmeldung als Tätigkeit?
Du solltest deine Haupttätigkeit klar und präzise beschreiben – also das, womit du hauptsächlich Geld verdienst. Nutze geläufige und verständliche Begriffe.
Kann ich mehrere Tätigkeiten angeben?
Du kannst mehrere Tätigkeiten ausüben, bei der Anmeldung gibst du aber am besten die wichtigste Tätigkeit an, die den größten Anteil an deinem Geschäft ausmacht.
Was passiert, wenn ich die Tätigkeit falsch angebe?
Falsche oder ungenaue Angaben können zu Nachfragen, Verzögerungen oder sogar einer Ablehnung der Anmeldung führen. Spätere Änderungen musst du dem Gewerbeamt melden.
Wie genau muss die Beschreibung meiner Tätigkeit sein?
Die Beschreibung sollte konkret genug sein, um dein Geschäft klar zu umreißen, aber nicht zu detailliert oder zu allgemein. Eine ausgewogene Formulierung ist ideal.
Gibt es typische Formulierungen für digitale Berufe?
Ja, zum Beispiel „Online-Handel“, „Internet-Dienstleistungen“, „Content-Erstellung“ oder „Live-Streaming“. Nutze Begriffe, die in deinem Bereich üblich und verständlich sind.
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Autor - Robert Jödicke
Robert Jödicke ist ein erfahrener Steuerexperte und Autor bei Accountable, spezialisiert auf Steuertipps und Steuerersparnisse für Selbstständige.
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