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Verlag gründen – So machst du dich als Verleger selbstständig

Geschrieben von: Tino Keller

Aktualisiert am: Februar 13, 2025

Lesezeit: 3 Minuten

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Einen eigenen Verlag zu gründen ist dank der Digitalisierung gar nicht mehr so kompliziert, wie es sich anhört. Doch bevor du beruflich in der Welt der Bücher durchstarten kannst, gibt es einige rechtliche, organisatorische und finanzielle Aspekte zu beachten. Hier erfährst du alles über deine Aufgaben als selbstständige:r Verleger:in, die Kosten, die rechtlichen Voraussetzungen und welche Rechtsform am besten zu deinem Verlag passt.

Eigenen Verlag zu gründen – Das sind deine Tätigkeiten als Verleger

Einen Verlag zu gründen, bedeutet weit mehr, als nur Bücher zu veröffentlichen, denn als selbstständige:r Verleger:in übernimmst du zahlreiche Aufgaben. Die wichtigsten sind z.B.:

  • Manuskriptauswahl: Du prüfst und wählst Manuskripte von Autor:innen aus, die zu deinem Verlag passen.
  • Produktionsmanagement: Hierzu gehört die Organisation des Buchdrucks, die Zusammenarbeit mit Dienstleistern und die Einhaltung von Zeitplänen. Wenn du einen Online-Verlag gründen möchtest, musst du dich um die Publikation im Internet kümmern. 
  • Marketing und Vertrieb: Bücher müssen nicht nur produziert, sondern auch vermarktet werden, sprich über Buchhandlungen, das Internet oder durch gezielte Werbemaßnahmen.

Verlag gründen: Voraussetzungen und Qualifikationen

Um in Deutschland einen Verlag zu gründen, brauchst du nicht unbedingt eine abgeschlossene Berufsausbildung im Verlagswesen, im Buchhandel oder eine andere besondere fachliche Qualifikation. Allerdings solltest du über Grundkenntnisse des Verlagswesens und des Buchmarktes verfügen. Denn nur wenn du mit den Vertriebswegen und aktuellen Trends vertraut bist, kannst du auch erfolgreich Bücher veröffentlichen.

Zu deinen persönlichen Voraussetzungen, um einen Verlag gründen, gehören im besten Fall auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse und ein grundlegendes Wissen im Bereich Finanzen und Steuern, auch wenn du nur einen Kleinverlag gründen möchtest. Denn auch hierbei handelt es sich um ein Unternehmen, dass geführt werden muss. Auch ein grundlegendes Verständnis des Verlagsrechts (VerlG), Urheberrechts (UrhG) und des Buchpreisbindungsgesetzes (BuchPrG) ist notwendig, damit du rechtlich abgesichert arbeiten kannst.

Verlag gründen, anmelden und Richtlinien im Verlagswesen

Bevor du endlich als Verleger:in tätig werden kannst, musst du einige bürokratische Hürden meistern. Dazu gehören:

  • Gewerbeanmeldung: Dein Verlag muss beim zuständigen Gewerbeamt angemeldet werden. Eine zusätzliche Eintragung ins Handelsregister ist nur bei bestimmten Rechtsformen, wie der UG oder GmbH, erforderlich.
  • ISBN-Beantragung: Für jedes Buch, das du veröffentlichst, benötigst du eine ISBN (Internationale Standard-Buchnummer), die du bei der ISBN-Agentur beantragen musst.
  • EAN-Code: Du benötigst für jedes Buch einen 13-stelligen EAN-Code, um es im Einzelhandel verkaufen zu können. Dieser wird bei der GS1 Germany GmbH beantragt.
  • Titelschutz und Impressumspflicht: In jedem Buch muss der Name und die Adresse deines Verlags und ggf. auch der Druckerei im Impressum abgebildet sein.
  • Pflichtexemplare an die Deutsche Nationalbibliothek: Jeder Verlag ist dazu verpflichtet, zwei Exemplare jeder Veröffentlichung kostenlos an die DNB zu senden.
  • Buchpreisbindung: Als Verleger:in bist du dazu verpflichtet, für jedes Buch einen Endpreis festzulegen und diesen auf dem Buch in „geeigneter Weise zu veröffentlichen“. Er darf weder über- noch unterschritten werden.
  • VLB: Das „Verzeichnis lieferbarer Bücher“ registriert lieferbare oder angekündigte Bücher. Die Aufnahme eines Buches ist nach Erhalt der ISBN online gegen eine Gebühr möglich.

Verlag gründen: Welche Rechtsform ist die richtige?

Die Wahl der passenden Rechtsform ist ein wichtiger Schritt, wenn du einen eigenen Verlag gründest. Sie beeinflusst sowohl die steuerliche Belastung als auch die Haftungsfrage. Für einen Verlag kommen folgende Rechtsformen infrage:

  • Einzelunternehmen: Die beste Wahl, wenn du einen Kleinverlag gründen möchtest, da die Gründung einfach und kostengünstig ist. Hier haftest du allerdings mit deinem gesamten Privatvermögen.
  • GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts): Diese Rechtsform eignet sich, wenn du mit mehreren Leuten einen Verlag gründen möchtest. Die Haftung ist jedoch auch hier privat.
  • UG (Unternehmergesellschaft): Diese haftungsbeschränkte Unternehmensform eignet sich besonders für Verlage mit geringem Startkapital. Die Haftung beschränkt sich hier auf das Gesellschaftsvermögen.
  • GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung): Für größere Verlage oder ambitionierte Projekte empfiehlt sich eine GmbH. Sie bietet den Vorteil, dass die Haftung auf das Unternehmensvermögen beschränkt ist. Die Kosten der Verlagsgründung sind hier allerdings deutlich höher, da ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro erforderlich ist.

Verlag gründen: Kosten und Finanzierung 

Je nach gewählter Rechtsform und Größe variieren die Kosten einer Verlagsgründung erheblich. Falls du einen Online-Verlag gründen möchtest, fallen die Kosten natürlich deutlich geringer aus als bei einem ambitionierten Großprojekt. Mit folgenden Kosten solltest du grundsätzlich rechnen:

  • Startkapital: Für die Gründung eines Einzelunternehmens oder einer GbR sind keine festen Kapitaleinlagen erforderlich. Eine GmbH erfordert hingegen ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro.
  • Laufende Kosten: Dazu zählen Miete für Büroräume, Druckkosten, Marketing, Lagerhaltung und Betriebskosten. Einen Kleinverlag zu gründen kann dabei kostengünstiger sein, da du möglicherweise auf teure Infrastruktur verzichten kannst.
  • Steuern und Abgaben: Neben der Einkommenssteuer fallen Umsatzsteuer und Abgaben an die Künstlersozialkasse an.
  • Technologie und IT: Falls du einen Online-Verlag gründen möchtest, benötigst du entsprechende digitale Infrastruktur, wie eine Website und Tools für die Buchvermarktung.

Verlagsgründung und Steuern 

Als selbstständige:r Verleger:in bist du, je nach Rechtsform, dazu verpflichtet, Einkommens- bzw. Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer an das Finanzamt zu zahlen. Zusätzlich musst du eine Abgabe an die Künstlersozialkasse leisten, da du als Verleger:in publizistische Leistungen erbringst.

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Autor - Tino Keller

Tino Keller ist der Mitbegründer von Accountable und möchte damit Steuern und Finanzen für Selbstständige revolutionieren.

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